Es ist jetzt nicht so, dass Rockmusiker Kid Rock in den vergangenen Jahren durch große musikalische Erfolge aufgefallen wäre. Sein jüngstes Album „Bad Reputation“ (Nomen est Omen) stieg im März 2022 nur auf Platz 124 der US-Billboard-Charts ein und hielt sich dort gerade einmal eine Woche. In einigen Songs zeigt sich der Musiker als übler Reaktionär und harter Kritiker des damals regierenden US-Präsidenten Joe Biden.

Kid Rock, der eigentlich Robert James Ritchie heißt und 2006 ein paar Monate mit der Schauspielerin Pamela Anderson verheiratet war, gilt schon seit vielen Jahren als Unterstützer der Republikaner. Seit Donald Trump die politische Arena betreten hat, ist der 55-Jährige allerdings zu einem musikalischen Maskottchen der Maga-Bewegung geworden. Ritchie war bereits mehrfach bei Trump eingeladen, spielte mit ihm Golf und soll vor ein paar Jahren von Trump gefragt worden sein, wie er die Lage im Nahen Osten und in Nordkorea einschätze. Kid Rock erklärte damals, er habe sich zwar über das Vertrauen gefreut, sei aber politisch nicht kompetent genug, fachmännisch zu urteilen.

News aus den USA

Dennoch zeigt sich Kid Rock in der Öffentlichkeit immer wieder als knallharter Trump-Unterstützer. Im März dieses Jahres hatte er beim Kurznachrichtendienst X ein Video gepostet, das einen Militärhubscharuber des Stützpunktes Fort Campbell über seinem Anwesen in Kentucky zeigt. Der Hubschrauber verharrt einige Zeit in der Luft, so als wolle der Pilot dem Musiker die Ehre erweisen.

Kid Rock ist in dem Video von hinten vor seinem Pool zu sehen, salutiert und reckt den rechten Arm in die Höhe, als der Hubschrauber schließlich abschwirrt. Konsequenzen gab es damals nicht: US-Kriegsminister Pete Hegseth stoppte interne Militärermittlungen und hob die Suspendierung der Piloten auf. Dafür beschimpfte Kid Rock den demokratischen US-Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, der die Aktion kritisiert hatte, auf X als „hirntoten Scheißkerl“.

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Spritztour im Apache-Kampfhubschrauber: Kaliforniens Gouverneur schäumt

Am Montag setzten Kid Rock und Hegseth dann noch eins drauf. Hegseth nahm den Musiker zu einer Spritztour im Apache-Kampfhubschrauber mit und postete danach Fotos davon auf seinem X-Account. Vor Hegseths Post hatte ein US-Journalist unter Berufung auf Militärquellen und Flugdaten berichtet. Der Musiker sei am Montagmorgen (Ortszeit) mit seinem Privatjet nach Fort Belvoir im Bundesstaat Virginia geflogen und habe den Minister getroffen. Die Maschinen seien teils nur mit einem Piloten besetzt gewesen, damit beide jeweils auf dem zweiten Sitz mitfliegen konnten. Unklar blieb, woher die eingesetzten Hubschrauber stammten – Apache-Maschinen sind dort nach Angaben des Journalisten nicht stationiert.

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Wiederum meldete sich Gavin Newsom zu Wort und kritisierte den Flug. Sein Büro fragte, warum Steuerzahler dafür aufkommen sollten, „dass Kid Rock in 100-Millionen-Dollar-Hubschraubern herumfliegt“. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte laut einem Bericht des Senders CNN, die Hubschrauber seien im Rahmen einer Initiative zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA „zur Unterstützung einer Veranstaltung“ eingesetzt worden. Das Portal „TMZ“ berichtet, Kid Rock habe vor Militärangehörigen gesprochen, Videos gemacht und Tickets für seine „Freedom 250“-Tour an US-Soldaten und Veteranen verteilt.

tok