Die Staatsanwaltshaft fordert 15 Jahre Haft für die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette. Klette muss sich derzeit vor dem Landgericht Verden für ihre früheren Taten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, dass sie mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub mehrere Raubüberfälle begangen hat. Sie habe dabei eine „hohe kriminelle Energie“ und ein „brachiales Vorgehen“ an den Tag gelegt. Zudem habe Klette während des Prozess keine Reue gezeigt.

Die Staatsanwaltschaft forderte, dass die 67-Jährige unter anderem wegen versuchten Mordes, schweren Raubes und Verstößen gegen Waffengesetze verurteilt wird. Demnach überfielen die drei früheren RAF-Mitglieder maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in mehreren Städten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das Trio soll zwischen 1999 und 2016 mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben, um sein Leben im Untergrund zu finanzieren.

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Strafverschärfend seien unter anderem die umfangreichen Planungen, die hohe Beute sowie die erheblichen psychischen Schäden bei den Opfern zu werten. „Viele der Geschädigten haben Langzeitfolgen“, sagte die Staatsanwältin. Die Raubüberfälle hätten nichts mit der RAF zu tun gehabt. Klette habe mit dem geraubten Geld ihr Leben und ihre Urlaube finanzieren wollen, „ohne Rücksicht auf Verluste“. Sie sei eine „Schwerverbrecherin“: „Da gibt es nichts schönzureden“, betonte die Anklagevertreterin. 

Prozess gegen ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette
Staatsanwältin Annette Marquardt fordert 15 Jahre Haft für die frühere RAF-Terroristin. © Sina Schuldt/dpa-Pool/dpa | Sina Schuldt

Weil zu befürchten sei, dass Klette wieder zurück in den Untergrund gehe, dürfe sie bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung nicht aus der Untersuchungshaft entlassen werden, forderte die Staatsanwältin.

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Klette war im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festgenommen worden, von Garweg und Staub fehlt weiter jede Spur.

lro/dpa