Hauptsache Aufregung, Katastrophe und ein Hauch von Apokalypse. Wer sich in Ruhe anhört, was genau Ministerin Bärbel Bas auf Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer sagt, der wird die teils hysterische Ausschlachtung jener Antwort nicht verstehen. (Zu sehen auf Youtube, Bundestag, 6. Mai).
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Springer hatte es darauf angelegt, Eingewanderte ausschließlich als „Plünderer“ zu sehen und damit die Bundesregierung als tatenlos vorzuführen. In ihrer Antwort meinte Bas tatsächlich, dass niemand in die Sozialsysteme einwandere, erläuterte dann aber sofort, wie wichtig es sei, dass Menschen schnell in Arbeit kämen und somit in die Sozialkassen einzahlten. Diese ersten Worte waren polittaktisch vielleicht nicht sonderlich klug. Doch all ihre weiteren Erklärungen wollte eh niemand hören.
Stattdessen stiegen die Schlagzeilen-Verfasser und Leitartikler von „Bild“, Focus und Co sofort auf den Baum, um diesen einen Satz zu brandmarken. Man muss nicht besonders helle sein um zu ahnen, wer sich über all diese Aufregungen ins Fäustchen lacht und wer ihnen dabei zur Seite steht.
Bärbel Bas erlebt, wie leicht man über ein AfD-Stöckchen fallen kann
Es ist von Übel, dass viele der gereizten Medien derartig zuspitzen und verdrehen, dass seriöser Austausch kaum noch einen Wert hat. Nicht nur die Sozialdemokratin Bas erlebte jetzt, wie leicht man über das Stöckchen der AfD fallen kann. Auch andere Politiker wurden und werden immer gern an einzelnen ihrer Sätze beurteilt und gebrandmarkt. Merz ging es zuletzt mit seinen Äußerungen zur Rente so.
Bei jener Fragestunde am Mittwoch im Bundestag regte übrigens niemanden auf, dass der Abgeordnete Springer die SPD-Minister mehrfach als „Volksgenossen“ titulierte. Das Wort also, mit dem sich Nazis so gern begrüßten. Noch Fragen?


