Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran hängt laut US-Präsident Trump am seidenen Faden – und just in dem Moment taucht ein US-Atom-U-Boot im Mittelmeer auf. Wie die Navy mitteilte, lief am Sonntag ein Unterseeboot der Ohio-Klasse in den Hafen von Gibraltar ein.
Das ist insofern ungewöhnlich, als der Standort der Atom-U-Boote ein Staatsgeheimnis ist. Die potenziellen Feinde der US-Regierung sollen, etwas dramatisch formuliert, zu allen Zeiten in Furcht vor den insgesamt 18 Ohio-Booten leben.
14 von ihnen tragen atomar bewaffnete Interkontinentalraketen und sind, so formuliert es die Navy, „die resilienteste Stütze der nuklearen Triade“, dem Abschreckungssystem, mit dem Washington sich und die Nato-Partner vor Angriffen mit Atomwaffen schützt. Zur Triade gehören die strategischen Bomber, die Raketenfelder in den Great Plains und Atom-U-Boote. Die Boote dienen dabei einem archaisch-anmutenden Zweck: Rache.
Atom-U-Boote haben besondere Wirkung
Sollte es den Feinden der USA gelingen, einen nuklearen Erstschlag gegen die Vereinigten Staaten auszuführen, würden die U-Boote zum Gegenangriff ausholen. Sie stellen sicher, dass, überspitzt formuliert, auch vom Angreifer nur radioaktive Asche übrig bliebe. Jede Atomrakete an Bord trägt mehrere Sprengköpfe mit einem Vielfachen an Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.

Damit die abschreckende Wirkung der sogenannten Zweitschlagfähigkeit erhalten bleibt, muss der Standort der U-Boote geheim sein. Potenzielle Gegner sollen nur wissen, dass die Boote auf den Weltmeeren unterwegs sind.
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Weil sie mit einem nuklearen Antrieb theoretisch monatelang auf Tauchstation gehen können, ist es besonders schwer, die U-Boote zu entdecken. Satelliten sehen nur die Wasseroberfläche. Unterwasser-Sensoren hingegen haben es wegen der besonderen Bauweise der Antriebsschrauben schwer, die Boote zu hören und damit zu orten. Sie gleiten schier unsichtbar und fast lautlos durch die Meere. Gelänge ihre Ortung, ließen sich die Boote ausschalten – und damit eine von drei Säulen der Triade.

US-Navy sendet eindeutiges Zeichen
Deswegen gilt meist als ein deutliches Signal, wenn der Standort eines der U-Boote doch öffentlich gemacht wird. Eines, das keiner großen Worte bedarf. Die Mitteilung der Sechsten US-Flotte ist entsprechend unspektakulär – knapp fünf Zeilen Text informieren in aller Kürze über den Besuch, der „die Fähigkeiten, Flexibilität und die Verpflichtung der USA gegenüber ihren Nato-Alliierten demonstriert“.
Im Unklaren lässt die Mitteilung ihre Leser hingegen darüber, welches der 18 Boote der Ohio-Klasse aufgetaucht ist. Das dürfte Absicht sein. Vier der Boote sind mit Tomahawk-Marschflugkörpern bewaffnet, statt mit Atomraketen – so geht das Rätselraten in den Regierungszentralen weiter.
Die vom US‑Verteidigungsministerium herausgegebene Militärzeitung „Stars and Stripes“ berichtet unterdessen, Schiffsenthusiasten hätten die „USS Alaska“ in Gibraltar einlaufen sehen. Die „Alaska“ trägt Atomwaffen.






