Der vierte von insgesamt 152 Castor-Behältern mit Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich hat das Zwischenlager in Ahaus erreicht. Ein Schwerlasttransporter brachte den Behälter in der Nacht zu Donnerstag (21. Mai) ohne Zwischenfälle ans Ziel, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Dabei fuhr er in einem Konvoi Dutzender Fahrzeuge über Autobahnen. Die Polizei sicherte den Atommüll-Transport quer durch NRW erneut mit einem Großaufgebot.
Wegen des Atommüll-Transportes mussten Autofahrer auf einer Reihe von Autobahnabschnitten im Rheinland und im Münsterland mit Sperrungen rechnen. Aus Sicherheitsgründen wurden im Vorfeld weder der Termin noch die genauen Fahrtrouten und Alternativstrecken bekanntgeben. Die Polizei sperrt während des Transports jeweils Autobahnabschnitte. Für die rund 170 Kilometer lange Strecke werden etwa vier Stunden benötigt. Die Polizei hat den unangekündigten Castor-Transport mit schätzungsweise insgesamt rund 1000 Beamten auf der Strecke sowie an den Start- und Zielpunkten geschützt.
Auch der vierte Castor-Transport wurde von Protest begleitet
Schon die ersten drei nächtlichen Transporte von jeweils einem Castor-Behälter quer durch NRW verliefen ohne Zwischenfälle. Sie fanden am 24./25. März, 21./22. April und am 5./6. Mai statt. Parallel zu den Castor-Transporten demonstrierten in der Vergangenheit an mehreren Stellen Menschen gegen die Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls quer durch das dicht besiedelte Bundesland. Auch diesmal gab es Proteste gegen den Transport. Nach Polizeiangaben beteiligten sich in Jülich 12 und in Ahaus 38 Menschen an Kundgebungen.
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Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter mit Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich nach Ahaus gebracht werden. In der Summe handelt es sich damit um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Dem Auftakt gingen mehrere Gerichtsentscheidungen voraus.
In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.
152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus
Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.
Insgesamt ist geplant, 152 Castor-Behälter nach Ahaus zu bringen. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit dort nicht nachgewiesen werden konnte.
dpa



