Seit Donald Trump vor drei Monaten den törichtesten Krieg des 21. Jahrhunderts angezettelt hat, stand die Antwort auf die Schlüsselfrage aus: Was soll am Ende stehen für die USA, für den Iran, für Israel, für die Welt? Die Klarheit, die am Pfingstwochenende einzog, ist für ein Land mit Weltführungsanspruch desaströs. Es deutet sich das stillschweigende Eingeständnis einer epochalen Niederlage an.

Daran ändert nichts, dass Trump sich offenbar gegen eine erneute Eskalation des Krieges entschieden hat, was eine noch massivere globale Wirtschaftskrise auslösen würde. Die USA haben den Krieg gegen Teheran de facto verloren gegeben. Die Operation „Epic Fury“ hat die Regierung in Teheran weder gestürzt noch zur Kapitulation gezwungen.

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Donald Trump: Was sich abzeichnet, ist spektakulär enttäuschend

Das Mullah-Regime, dessen Resilienz Trump sträflich unterschätzt hat, diktiert auch ohne zerbombte Luftwaffe und Marine die Eckpunkte für eine Abmoderation des Konflikts. Was sich abzeichnet, ist spektakulär enttäuschend. Das im Entstehen begriffene Abkommen wird aller Voraussicht nach schwächer sein als das Obama-Vertragswerk von 2015, das Trump in der Luft zerriss. Was den Iran erst dazu brachte, seine nuklearen Ambitionen zu intensivieren.

Dirk Hautkapp, US-Korrespondent.
Dirk Hautkapp, US-Korrespondent.© Privat

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Er allein hat Teherans Verhandlungsmacht gestärkt, wie das iranische Erpressungspotenzial in der Straße von Hormus beweist, die vor dem Krieg frei befahrbar war. Bis zu einer Lösung wird Trump weiter zwischen wilden Drohungen, den Iran zu zerstören, und Siegeserklärungen und Nebelkerzen im Stundentakt hin- und hertaumeln. Immer mit dem Ziel, dass die Wähler das Ausmaß seiner Niederlage nicht bemerken. Das wird spätestens bei den „Midterms“ im November scheitern.