Der Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus der rumänischen Stadt Galati nahe der ukrainischen Grenze kann nicht einfach als Unfall oder Versehen abgetan werden. Er hat System. Nach Angaben aus Bukarest sind russische Drohnen in letzter Zeit bereits 28-mal in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Dies passt in das größere Bild. Russische Kampfjets und Drohnen verletzen regelmäßig den Luftraum über dem Baltikum. Auch Polen wird nicht verschont.
Das Signal von Galati geht in zwei Richtungen. Erste Botschaft: Der russische Präsident Wladimir Putin verschärft seine Angriffe auch auf zivile Ziele in der Ukraine massiv. Je mehr Kiew Ölanlagen und Munitionsfabriken im russischen Hinterland ins Visier nimmt, desto wütender reagiert Putin.
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Dabei nimmt er immer weniger Rücksicht auf die Länder an der Ostflanke der Nato. Drohneneinschläge und Luftraumverletzungen sind Teil seines Kalküls. Man darf sie als bewusste Provokation auffassen. Den Ländern, die die Ukraine im Abwehrkampf unterstützen, soll ein Warnschuss verpasst werden. Der Kremlchef setzt knallhart auf Einschüchterung: Wenn ihr die Ukraine hochrüstet, kommt der Krieg zu euch.

Zweite Botschaft: Die Nato muss ihre Luftabwehr vor allem im Osten drastisch verstärken. Die Empörungsarien Richtung Moskau, die jetzt durch ganz Europa hallen, sind zu wenig. Der Hilferuf der Rumänen nach mehr Abfangdrohnen spricht Bände. Darüber hinaus muss das Bündnis seine Abwehrbereitschaft stärken – vor allem durch eine koordinierte Waffenbeschaffung, die nationale Eitelkeiten hinter sich lässt. Nur so kann Putin abgeschreckt werden.




