Ist es der große Wurf, den das Land braucht? Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentekommission hat am Dienstag ihren Bericht vorgestellt. Er enthält 33 konkrete Vorschläge, mit denen die Alterssicherung in Deutschland reformiert und zukunftsfest gemacht werden soll. Zwar handelt es sich dabei nur um einen Vorschlag eines Expertengremiums, umsetzen muss die Regierung deren Ideen nicht. Doch Bundeskanzler Merz hat bereits angekündigt, dass genau das passieren soll.
Rentenreform: Vorschläge der Experten bringen große Veränderungen
Kommt es dazu, würde es bei der Rente in Deutschland einschneidende Veränderungen geben. So empfehlen die Experten unter anderem, die Rente mit 63 abzuschaffen und das Renteneintrittsalter anzuheben. Dafür gibt es Lob – Hessens Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete die Vorschläge als gute Grundlage für die Zukunft –, aber auch Kritik. Die kommt unter anderem vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der vor einem möglichen Aus von Minijobs warnt. Der Paritätische Gesamtverband hält die Empfehlungen für teilweise „sozial unausgewogen“.
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Betroffen von den Änderungen wären, sollten sie umgesetzt werden, quasi alle Altersgruppen. Lediglich alle, die jetzt schon in Rente sind, sind ausgenommen. Für sie gilt eine Art „Bestandsschutz“. Auch, was schon beschlossen ist, bleibt: Bis 2031 gilt ein Rentenniveau von 48 Prozent. Kurz gesagt heißt das, die Renten steigen bei der jährlichen Anpassung weiter mit den Einkommen mit.
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Rentenkommission: Das sind die wichtigsten Punkte aus dem Bericht der Experten
Doch was sehen die Vorschläge genau vor? Der 80 Seiten umfassende Bericht der Kommission enthält zahlreiche Punkte. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengefasst:
- Das Renteneintrittsalter soll steigen: Bisher können Menschen mit 67 ohne Abzüge in Rente gehen. Das soll sich ändern: In Zukunft soll das Renteneintrittsalter stufenweise angehoben und an die Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden. Steigt die Lebenserwartung wie bisher, würde der Renteneintritt pro Jahrzehnt um sechs Monate nach hinten rutschen.
- Aus für die Rente mit 63: Die vorgezogene Rente ohne Abschläge für Menschen mit mindestens 45 Berufsjahren soll entfallen. Auch mit Abschlägen soll man nicht vor 64 in den Ruhestand gehen können.
- Die Rente soll langsamer steigen: Auch nach 2032 soll die Rente steigen – allerdings langsamer als bisher. Dafür soll der „Nachhaltigkeitsfaktor“ wieder eingeführt werden und das Plus dämpfen. Für Menschen, die schon recht nah am Rentenalter sind, ist ein „Übergangsfaktor“ vorgesehen, der das Rentenniveau nahe 48 Prozent hält.
- Einführung einer „Kapitalrente“: Sie soll das Rentenniveau stabilisieren. Dafür würde der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht. Das Geld wird dann am Aktienmarkt angelegt und später an die Beitragszahler ausgeschüttet.
- Mehr Beitragszahler: Immer wieder wird diskutiert, ob auch Beamte in die Rentenkassen einzahlen sollten. Das ist vorerst vom Tisch. Mit in die Kasse aufgenommen werden sollen dagegen Selbstständige und Politiker.
- Aus für Minijobs: Minijobs sollte es nach Ansicht der Experten nur noch für Schüler geben. Alle anderen sollen in die gesetzliche Rente einzahlen – auch wenn sie nur wenige Stunden pro Woche arbeiten.
- Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge: Die Kommission ist für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge, sodass perspektivisch annähernd alle Beschäftigten von Betriebsrenten profitieren.
Die Vorschläge der Rentenkommission im Wortlaut finden Sie hier.
mit dpa/kna







