Die Alterssicherungskommission hat eine einfache Formel gefunden: Steigt die Lebenserwartung, steigt auch das Renteneintrittsalter. So weit, so nachvollziehbar. Denn seit Jahren werden die Deutschen statistisch gesehen immer älter. Und es ist nicht anzunehmen, dass sich daran langfristig etwas ändert. Andere Länder, in denen die Menschen bereits heute eine längere Lebenserwartung erreichen, machen es vor. Auch der medizinische Fortschritt dürfte nicht aufzuhalten sein.
Richtig ist, daraus Konsequenzen für das gesetzliche Rentensystem zu ziehen. Wer länger lebt, kann auch länger arbeiten. Alles andere würde die ohnehin schon angespannte Lage bei der gesetzlichen Altersvorsorge weiter verschärfen. Aber: Damit geht auch eine Aufgabe einher.
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Rente: Wer will, dass Menschen länger arbeiten, muss dafür sorgen, dass sie länger gesund bleiben
Eine Politik, die Menschen länger arbeiten lassen will, muss zuallererst dafür sorgen, dass möglichst viele von ihnen auch die Chance haben, länger gesund zu leben. Unfair wäre es, wenn das nicht gelingt. Denn dann würden die Lasten eines längeren Lebens einseitig bei den Rentenversicherten liegen.

Wissenschaftler geben dabei schon jetzt ganz klare Linien vor, wie das zu erreichen sein könnte: mehr Prävention, bessere Früherkennung, modernere Therapien und ein gesünderer Lebensstil. Und auch die bereits bestehenden Unterschiede in der Lebenserwartung bei einigen Bevölkerungsgruppen sind kein Naturgesetz. Vieles davon lässt sich politisch beeinflussen. Erst wenn das gelingt, dürfte eine Rentenreform, die sich auf eine höhere Lebenserwartung und damit auch auf eine längere Lebensarbeitszeit fokussiert, als gerecht empfunden werden.




