Endlich Sommer, endlich Sonne, und erneut drängt das Thema Trockenheit die politischen Akteure zum Handeln: Angesichts der hohen Temperaturen und geringen Niederschläge sehen sich viele Kommunen dazu veranlasst, den Gebrauch von Wasser einzuschränken.
Die bayerische Landeshauptstadt München untersagt zum Beispiel das Befüllen von privaten Pools und Badebecken sowie den Betrieb von Springbrunnen. Darüber hinaus ist das Bewässern, Gießen und Beregnen von Gärten zwischen 9 und 19 Uhr verboten – und das täglich. Untersagt ist es auch, private Rasen- und andere Grünflächen zu bewässern, sowie das Waschen von Fahrzeugen außerhalb von Waschanlagen und das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben.
Ausgenommen sind laut der Münchner „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“ vom vergangenen Dienstag zwar land- und forstwirtschaftliche Flächen, Friedhöfe sowie öffentlich genutzte Flächen. Dennoch sind dies ungewöhnlich weitreichende Einschränkungen.
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Hitze in Deutschland: Wasser als Ressource derzeit strapaziert
„Der Wasserverbrauch ist in den vergangenen Tagen wieder deutlich angestiegen. Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert“, wird Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) in der Verfügung zitiert. Steht die Stadt für einen Trend, der ganz Deutschland betrifft?
Laut dem sogenannten Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung nahm die Intensität der Trockenperioden in den vergangenen Jahren zu. Vor allem seit 2017 häuften sich die Zeiträume mit wenig Niederschlag und hohen Temperaturen.
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Umweltminister Schneider präsentiert neues Informationsportal
Nun präsentierte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) ein neues Informationsportal, das die Wasserstände in Flüssen und Bächen, Grundwasser, Bodenfeuchte und andere Daten zusammenträgt. Das Niedrigwasserinformationssystem mit dem Namen Niwis soll Kommunen helfen, zum Beispiel Entnahmeverbote auszusprechen.
„Wenn Wasser knapp wird, ist ein transparentes und aktuelles Tool wie Niwis auch für die Öffentlichkeit wichtig, damit sich Menschen selbst direkt informieren können“, sagte Schneider am Mittwoch bei der Vorstellung des Informationssystems in Berlin. „Einschränkungen können so besser nachvollzogen werden.“
Laut Schneider hatten zuletzt etwa 80 Landkreise wegen Trockenheit die Wasserentnahme beschränkt. „Der Klimawandel setzt unsere Wasserressourcen immer stärker unter Druck.“
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Wasser schützen: Haßelmann fordert strengere Regeln für Unternehmen
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, verwies darauf, dass die Hitze für viele Menschen extrem belastend sei. „Und sie bringt auch unsere Wasserversorgung an ihre Grenzen“, sagte sie unserer Redaktion. „Wenn Wasserversorger bereits im Frühsommer zum Sparen aufrufen, ist das ein deutliches Warnsignal.“
Laut Haßelmann müssen Unternehmen, die viel abpumpen, auch Verantwortung übernehmen. „Dafür sollten die Regeln für die Wasserentnahme in ganz Deutschland endlich einheitlich werden und auch die Preise harmonisiert werden.“ Trinkwasser für Menschen müsse immer Vorrang haben. „Es ist keine Ware wie jede andere.“ Die Bundesregierung stehe in der Pflicht, Wasser besser zu schützen.
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Landkreistag ruft zu sorgsamem Umgang mit Wasser bei Hitze auf
Der Deutsche Landkreistag rechtfertigte mögliche kommunale Maßnahmen zur Einschränkung des Wasserverbrauchs. Der Präsident des Landkreistages, Achim Brötel, sagte unserer Redaktion: „Hitze- und Trockenperioden nehmen in vielen Regionen zu. In solchen Situationen müssen auch private Komfortverbräuche, etwa das Befüllen von Pools, kritisch hinterfragt werden.“
Brötel sagte, dass die Hinweise und Empfehlungen der Wasserversorger unbedingt beachtet werden sollten. „Solche Anordnungen möchte natürlich kein Landkreis und keine Gemeinde treffen müssen. Deshalb setzen wir zunächst auf die Einsicht und das verantwortungsbewusste Handeln der Menschen.“
Städtetag will einheitliche Gebühren für Wasserentnahme
Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, sagte unserer Redaktion, dass das Wasser in Deutschland nicht mehr als unbegrenzte Ressource gelte. „Die Hitzesommer der vergangenen Jahre haben uns gezeigt, dass es auch hierzulande saisonal und regional zu Wasserknappheit kommen kann.“
Laut Schuchardt ist die Wasserversorgung in Deutschland immer noch sicher. Er forderte dennoch, deutlich bewusster mit Grundwasser sowie mit Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen umzugehen. Bund und Länder sollten gemeinsam für möglichst einheitliche Entnahmeentgelte aus Grundwasser und Oberflächengewässern sorgen, so der Städtetagschef. „Dabei geht es ausdrücklich nicht um Gebühren für Privathaushalte, sondern vor allem um die kommerzielle Wasserentnahme.“
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Lokale Wasserspeicher: Städte- und Gemeindebund fordert Ausbau
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), André Berghegger, regte mit Blick auf die Trinkwasserversorgung „ein aktives Wassermanagement“ an. Das neue Niedrigwasserinformationssystem sei deshalb zu begrüßen, sagte er unserer Redaktion. „Die zur Verfügung gestellten Daten können die Behörden vor Ort als Entscheidungsgrundlage nutzen, um akuten Wassermangel möglichst präventiv zu vermeiden.“
Nach wie vor gelte, so Berghegger: „Wo nicht genug Wasser für alle Abnehmer vorhanden ist, muss die öffentliche Wasserversorgung stets Vorrang haben.“ Darüber hinaus müssten der Ausbau von lokalen Wasserspeichern sowie der Bau von modernen, klimaneutralen Verbundstrukturen mit benachbarten Trinkwasserversorgern verstärkt in den Blick genommen werden. „Auch die Landwirtschaft ist aufgerufen, schon beim Anbau auf Pflanzen zu setzen, die mit weniger Wasser auskommen.“












