Es ist nur ein kleiner Satz, wie er in Washington inzwischen fast täglich fällt – und doch steckt in ihm die ganze Härte der neuen amerikanischen Migrationspolitik: „Ein US-Visum ist ein Privileg, kein Recht.“ Mit dieser Botschaft begründet das Außenministerium am Montag den bislang massivsten Visa-Entzug unter Präsident Donald Trump. Mehr als 175 000 Einreisegenehmigungen ausländischer Staatsangehöriger hat die Regierung seit Jahresbeginn widerrufen.
Die Zahl ist politisch gewollt. Sie passt in eine Kulisse, in der Migration nicht mehr als Verwaltungsfrage behandelt wird, sondern als Sicherheitsproblem. Trump hat die Grenzen zum zentralen Symbol seiner zweiten Amtszeit gemacht; Außenminister Marco Rubio überträgt diese Logik nun auf Menschen, die bereits legal in die USA eingereist sind oder eine gültige Einreiseerlaubnis besitzen.
Visa von Personen entzogen, die die Ermordung von Kirk feierten
Nach Angaben des Außenministeriums beruhte die Mehrheit der Entzüge auf „Begegnungen mit den Strafverfolgungsbehörden“. Genannt werden Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer, Diebstahl und Drogendelikte, daneben sexuelle Übergriffe, Kindesmissbrauch, Betrug und Unterschlagung. „Unter der Führung von Präsident Trump und Außenminister Rubio wird das Außenministerium weiterhin ausländische Staatsangehörige identifizieren, gegen sie ermitteln und deren Visa widerrufen, die die Sicherheit des amerikanischen Volkes gefährden“, erklärte das Ministerium.
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Hier beginnt die Kontroverse. Einwanderungsanwälte warnen, dass inzwischen auch geringfügige Polizeikontakte oder bloße Vorwürfe ausreichen könnten, selbst wenn kein Gericht die Sache abschließend geklärt hat. Die Schwelle zwischen Sicherheitsprüfung und politisch gewollter Abschreckung wird damit unschärfer.
Hinzu kommt eine zweite Kategorie: Fälle mit außenpolitischer oder ideologischer Begründung. Visa wurden nach Regierungsangaben Personen entzogen, die in sozialen Medien die Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk begrüßt hatten. Auch Kubaner mit Verbindungen zum kommunistischen Regime, Iraner mit mutmaßlichen Regimekontakten sowie ein Kuwaiti, der Gewalt gegen Trump und die USA gewünscht haben soll, gerieten ins Visier.
Visa: Außenministerium spricht von fortlaufenden Sicherheitsüberprüfungen
Besonders deutlich wird die politische Stoßrichtung beim sogenannten Geburtstourismus. Eine US-Botschaft in Nordafrika widerrief mehr als 100 Visa von Eltern, denen vorgeworfen wird, gezielt zur Geburt ihrer Kinder in die USA gereist zu sein, damit diese automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.
Die Statistik zeigt, wie stark das Instrument ausgeweitet wurde. 2025 hatte die Regierung mehr als 100.000 Visa widerrufen; 2026 liegt der monatliche Schnitt bereits bei über 10.000. Das Außenministerium spricht von fortlaufenden Sicherheitsüberprüfungen. Kritiker sehen darin einen weiteren Baustein einer Politik, die legale Migration enger mit Verdacht, Kontrolle und Abschreckung verknüpft.
Der Grundsatz der Regierung ist entsprechend knapp formuliert: „Ein US-Visum ist ein Privileg, kein Recht.“ Für Zehntausende ist daraus in diesem Jahr bereits politische Realität geworden.






