Die neue Woche beginnt mit einem politischen Paukenschlag. Bärbel Bas tritt von ihren Ämtern als Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende zurück. Sie führt dafür persönliche wie politische Gründe an: Nach dem Tod ihrer Stieftochter habe sie derzeit nicht die Kraft, sich voll ihrer Arbeit widmen zu können. Und sie habe feststellen müssen, dass trotz ihrer schwierigen Lage in jüngster Zeit die Angriffe gegen sie forciert worden seien – „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“.
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Man kann zu Bas stehen, wie man möchte. Aber ihr Schritt verdient vor allen anderen Dingen Respekt. Sehr viele Menschen fallen nach dem Tod eines Angehörigen in ein tiefes Loch. Wer trauert, muss sich nicht schämen – sondern hat ein Recht darauf, dass ihm andere mit Nachsicht begegnen. Bas hat ihre Stieftochter in den vergangenen Wochen beim Sterben begleitet. Aus den Reihen der Christdemokraten wurde ihr trotzdem hinter vorgehaltener Hand vorgeworfen, dass sie zu wenig in Berlin sei. Das grenzte an Niedertracht.
Welche politischen Folgen der Rücktritt hat, wird man sehen müssen. Mit dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer gibt es einen geeigneten Nachfolger für Bas‘ Ministeramt.

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Die spannende Frage wird sein, wie sich die SPD an der Spitze neu aufstellt. Sollte es bei einem Führungsduo mit Co-Chef Lars Klingbeil bleiben, müsste Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schon sehr gute Argumente vorbringen, um dafür nicht zur Verfügung zu stehen. Bisher hat die Kanzlerkritikerin jegliche Ambitionen auf ein Berliner Amt verneint. Ändert sie ihre Meinung, dürfte es noch ungemütlicher für Friedrich Merz werden, als es ohnehin schon ist.


