- Israel hat am Dienstag (27. Oktober) ein neues Parlament gewählt
- Der Oppositionsblock um Gadi Eisenkot hat laut ersten Prognosen mehr Sitze erhalten als die Regierungskoalition
- Mit vorläufigen Endergebnissen wird erst am Donnerstag gerechnet
Bei der Parlamentswahl in Israel hat der Oppositionsblock um den Mitte-Rechts-Politiker Gadi Eisenkot laut ersten Prognosen mehr Sitze erhalten als die Regierungskoalition um Regierungschef Benjamin Netanjahu. Wie am Dienstagabend aus den Nachwahlbefragungen mehrerer israelischer Fernsehsender hervorging, kommt das Bündnis um Eisenkot auf 52 bis 53 Sitze, Netanjahus Bündnis auf 50. Für die absolute Mehrheit in der Knesset sind 61 Sitze nötig.
Über die Ereignisse am Wahltag in Israel berichten wir in einem Liveblog.
Deutliche Zugewinne verzeichneten demnach die arabischen Parteien. Die islamisch-konservative Raam-Partei käme auf sieben Sitze, die linksgerichtete Vereinigte Liste auf zehn bis elf Sitze. Arabische Parteien könnten einer Regierungskoalition im Parlament zu einer Mehrheit verhelfen.
Wahl in Israel: Hohe Beteiligung bei erstem Urnengang nach dem 7. Oktober
Vor Schließung der Wahllokale hatte sich eine außergewöhnlich hohe Beteiligung abgezeichnet. Bereits bis 18 Uhr Ortszeit hatten nach Angaben der Zentralen Wahlkommission 66,7 Prozent der rund 7,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Dies war der höchste Wert zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1973. Es war die erste Parlamentswahl in Israel seit dem Hamas-Überfall auf Israel vom 7. Oktober 2023.

Der Wahltag war zudem von Streit um mögliche Wahlmanipulationen begleitet worden. Netanjahu hatte der arabischen Raam-Partei Wahlbetrug vorgeworfen. Die Polizei berichtete von drei Festnahmen wegen des Verdachts der Stimmenbestechung, die Wahlkommission sprach von einem Einzelfall. Einen Antrag von Netanjahus Likud-Partei auf eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale hatte die Kommission abgelehnt.
Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Danach beauftragt Präsident Izchak Herzog jenen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem die besten Chancen auf eine Mehrheit eingeräumt werden.
Die Parlamentswahl wird als Schicksalswahl für die innenpolitische und gesellschaftspolitische Ausrichtung des Landes bezeichnet. Eine Neuausrichtung der Palästinenserpolitik erwarten Experten nicht.
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awe/dpa/AFP









