Menschen mit der Lungenkrankheit COPD haben häufig einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten die Beschwerden lindern kann. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben diesen möglichen Zusammenhang jetzt untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig.

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COPD ist die Kurzform für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Betroffene leiden unter einer dauerhaft geschädigten Lunge und verengten Atemwegen. Symptome von COPD sind Atemnot sowie chronischer Husten mit Auswurf. In Deutschland leiden nach Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA) zehn bis zwölf Prozent der über 40-jährigen Erwachsenen an COPD. Bei 90 Prozent von ihnen spiele laut UBA das aktive Rauchen eine Rolle. Allerdings können auch Luftverschmutzung am Arbeitsplatz durch Chemikalien und Staub COPD auslösen. Die Zahl der Betroffenen könnte auch deshalb hierzulande bis 2030 auf 7,9 Millionen ansteigen.
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COPD-Behandlung mit Vitamin D: Studie liefert ernüchterndes Ergebnis
Eine Analyse des Wissenschaftsnetzwerks Cochrane von Anfang 2025 wertete randomisiert-kontrollierte Studien zu Vitamin D bei COPD aus. Dieser Studientyp entspricht den höchsten wissenschaftlichen Standards. „Im Gegensatz zu anderen Erhebungen können diese Studien nachweisen, ob Vitamin D eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung zur Krankheit hat oder nicht“, teilt Cochrane mit.
Den Angaben zufolge wurden zehn Studien mit knapp 1400 COPD-Patientinnen und -Patienten analysiert. An den Studien nahmen überwiegen Betroffene mit leichter bis mittelschwerer COPD teil. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel lag bei den meisten nicht vor. Die Studiendauer reichte von sechs Wochen bis zu 40 Monaten und untersuchte Vitamin D3, die gängigste Form von Vitamin D, die in der Regel über Tabletten oder auch Tropfen verabreicht wird.
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„Die Gesamtanalyse ergab, dass die Einnahme von Vitamin‐D‐Präparaten im Vergleich zu einem Scheinmedikament allenfalls wenig oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von plötzlichen Verschlechterungen der Krankheit hat“, so die Wissenschaftler. Auch die Lungenfunktion werde durch die Einnahme von Vitamin‐D‐Präparaten wahrscheinlich nicht oder nur minimal beeinflusst. Ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen der Vitamin-D-Gabe konnte nicht festgestellt werden.
Das Netzwerk Cochrane, ein weltweiter, unabhängiger Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Ärzten, Angehörigen der Gesundheitsfachberufe sowie Patienten, hatte bereits vor einem Jahr den möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin-D und der Verbesserung einer Atemwegserkrankung untersucht: Auch für Menschen mit Asthma konnte dabei kein positiver Einfluss festgestellt werden.





