- In Herbst und Winter bildet sich schnell mal Kondenswasser an den Fenstern.
- In den meisten Fällen sind beschlagene Scheiben harmlos, manchmal können sie aber ein Warnsignal für zu hohe Luftfeuchtigkeit sein.
- Mit unseren Tipps werden Sie das Kondenswasser an den Scheiben kurzfristig und langfristig los.
Beim Kochen, Duschen, Wäschetrocknen – ja, sogar beim Atmen – entsteht im Haushalt viel Feuchtigkeit. Besonders im Winter und an kalten Herbsttagen wird deutlich: Kann die Feuchtigkeit nicht entweichen, schlägt sie sich nieder, etwa an Fensterscheiben oder Wänden. Mit der Zeit sammelt sich immer mehr Kondenswasser an, was langfristig sogar zum Problem werden kann. Dabei lässt sich genau das mit einfachen Mitteln verhindern.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Im Winter bildet sich Kondenswasser an Fensterscheiben besonders schnell. Die Ursache liegt in der niedrigen Außentemperatur, die einen starken Unterschied zur Raumtemperatur erzeugt. Infolgedessen schlägt sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft an den kalten Glasscheiben nieder – sie beginnen zu „schwitzen“. Doch was kann man tun, wenn die Wassertröpfchen auffallen?

Beschlagene Scheiben verhindern: Die wichtigsten Schritte
Zuerst sollte die Feuchtigkeit mit einem trockenen Tuch oder Küchenpapier aufgenommen und abgewischt werden. Das schützt die Fensterrahmen und Dichtungen vor Schäden. Zudem kann anhaltende Feuchtigkeit die Bildung von Schimmel begünstigen. „Je höher die Luftfeuchtigkeit und je niedriger die Raumtemperatur, umso größer ist das Schimmelrisiko“, heißt es von der Verbraucherzentrale.
Die Verbraucherzentrale rät dazu, täglich gründlich zu lüften – am besten sogar mehrmals. „Je mehr Personen sich im Haushalt befinden und je aktiver sie sind, desto öfter muss täglich gelüftet werden“, lautet die Faustregel. So lässt sich die Bildung von Kondenswasser oft verhindern. „Aus hygienischen Gründen sollte mindestens drei bis vier Mal pro Tag die Luft komplett ausgetauscht werden. Wenn Sie den ganzen Tag abwesend sind, ist es wichtig, zumindest morgens und abends zu lüften“, empfiehlt die Verbraucherzentrale.
Kondenswasser an den Fenstern verhindern: Richtig lüften
Drinnen gemütlich warm, draußen frostig kalt – da fällt das Lüften oft schwer. Doch laut Verbraucherzentrale reichen im Winter schon kurze Lüftungszeiten von drei bis fünf Minuten aus. Sinnvoll ist das Öffnen mehrerer Fenster gleichzeitig (Stoßlüften) oder das Querlüften, bei dem gegenüberliegende Fenster und Türen geöffnet werden und die Luft durch die Räume strömen kann. Wichtig: Während des Lüftens sollte die Heizung ausgeschaltet bleiben, empfiehlt die Verbraucherzentrale.
Direkt nach dem Kochen, Duschen, Baden oder beim Wäschetrocknen sollte die feuchte Luft möglichst schnell aus dem Raum gelassen werden. Auch morgens nach dem Aufstehen ist Lüften wichtig: Über Nacht sammelt sich durch die warme Atemluft bei geschlossenem Fenster Feuchtigkeit im Raum. Laut Verbraucherzentrale gibt ein Mensch im Schlaf bis zu einem halben Liter Wasser ab. Deshalb gilt: Am besten direkt morgens gründlich durchlüften.

Richtig lüften: Feuchtigkeit (an den Fenstern) und Schimmel vermeiden
Wer es exakt nehmen will, kann die Luftfeuchtigkeit in seinen vier Wänden mit einem Hygrometer messen. Diese Geräte gibt es im Baumarkt. Allerdings gibt es keine grundsätzlichen Normwerte. „Wie niedrig die Luftfeuchtigkeit sein sollte, hängt vom Bauzustand und der Außentemperatur ab“, erklärt die Verbraucherzentrale dazu.
>>> Fair Ändern: Mehr Texte rund um Nachhaltigkeit lesen Sie auf unserer Themenseite „Fair Ändern - so geht Nachhaltigkeit im Alltag“
In einem gut gedämmten Gebäude ist eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent zumindest zeitweise unproblematisch. Bleibt der Wert jedoch dauerhaft über 60 Prozent, könnte das ein Hinweis auf ein Risiko sein. Bei schlecht gedämmten Gebäuden hingegen können an kalten Tagen bereits 40 Prozent zu viel sein. Besonders an Wärmebrücken, wie Fenstern oder Raumecken, steigt dann die Gefahr für Schimmelbildung. Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 50 Prozent, sollte unbedingt gelüftet werden. „Spätestens aber dann, wenn die Fensterscheiben von innen beschlagen“, so der Appell der Verbraucherzentrale.
Beschlagene Fenster: Weitere Ursachen für feuchte Scheiben erkennen
Trotz aller Maßnahmen lässt sich die Luftfeuchtigkeit manchmal einfach nicht reduzieren. Mögliche Ursachen könnten bauliche Mängel sein – in solchen Fällen ist es ratsam, Fachleute hinzuzuziehen, die die Situation vor Ort genauer prüfen. Es kann aber auch daran liegen, dass sich Feuchtigkeit bereits oberflächlich in Wänden, Möbeln oder Textilien festgesetzt hat, die durch einfaches Lüften allein nicht beseitigt werden kann.

Wenn sich die Feuchtigkeit nicht allein durch Stoßlüften beseitigen lässt, empfiehlt die Verbraucherzentrale ergänzend einen gleichmäßigen Luftaustausch. Das kann durch eine Lüftungsanlage wie die Abluft im Bad oder in der Küche erfolgen oder durch Kipplüften in Kombination mit konstantem, niedrigem Heizen. Auf diese Weise kann die Raumluft mehr Feuchtigkeit aufnehmen, die dann durch das gekippte Fenster nach draußen gelangt. Allerdings ist diese Methode weniger energieeffizient und sollte daher nicht langfristig angewendet werden.
Feuchte Luft und beschlagene Fensterscheiben vermeiden: So heizt man richtig
Hier sind sich sämtliche Experten einig: Um Kondenswasser am Fenster zu vermeiden, sollte man möglichst kontinuierlich heizen. Als Maßstab gelten mindestens 15 Grad. Kühlen Räume allzu sehr aus, kann sich Feuchtigkeit leichter an den Wänden oder Fenstern festsetzen, sodass schneller Schimmel entsteht.
Beschlagene Fensterscheiben: Wann wird zu feuchte Luft gefährlich?
Hohe Luftfeuchtigkeit an sich ist erstmal nicht gefährlich, kann höchstens Unbehagen bereiten. Sie ist aber ein begünstigender Faktor für bereits vorhandene Atemwegsprobleme, Allergien und das Verbreiten von Infektionen.
Die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen sollte sich im Mittel zwischen 40 und 60 Prozent bewegen, ab 70 Prozent steigt das Risiko eines Schimmelbefalls deutlich an. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Auf Dauer belastet Schimmel die Atemwege und kann das Immunsystem schwächen.
Kondenswasser am Fenster: Wer bei bleibender Feuchtigkeit weiterhelfen kann
Aber keine Panik: Wer im Winter ab und an Kondenswasser am Fenster sichtet, sollte nicht in Hypochondrie verfallen. Gerade nach dem Kochen oder Duschen ist das absolut normal und sollte mit Stoßlüften und richtigem Heizen schnell wieder ausgeglichen sein.
Wer aber trotz verschiedener Maßnahmen keinerlei Verbesserung bemerkt, sollte gegebenenfalls seinen Vermieter oder Fachleute konsultieren. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet eine kostenlose Erstinformation bei Feuchte und Schimmel an. In den landesweit 20 Umweltberatungsstellen sowie in allen Beratungsstellen gibt es „eine neutrale Einschätzung der Situation und Hinweise für das weitere Vorgehen“. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW oder telefonisch unter 0211 33 996 555 (montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr).





