• Eiweiß im Urin als Demenz-Warnsignal? Studie zeigt einen neuen Zusammenhang
  • Forscher erklären: Ein einfacher Test könnte Demenzrisiken frühzeitig aufdecken
  • Die wichtigsten Studienergebnisse auf einen Blick

Ein einfacher Urintest könnte künftig helfen, das Risiko einer Demenzerkrankung frühzeitig zu erkennen. Forscher aus Schweden und den Niederlanden zeigen: Ein erhöhter Wert des Eiweißes Albumin im Urin kann ein Warnsignal für spätere Gedächtnisstörungen sein. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die im Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde.

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Demenz: Eiweiß als Warnsignal

Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blut und spielt eine wichtige Rolle beim Transport von Hormonen und Nährstoffen. Gesunde Nieren halten es vollständig zurück. Wenn es jedoch im Urin auftaucht – ein Zustand, den Fachleute „Albuminurie“ nennen – deutet das auf eine Schädigung der Nierenfilter hin.

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Das scheint auch Folgen für das Gehirn zu haben. „Nieren und Gehirn scheinen auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben, doch beide sind auf ein fein verzweigtes Netz kleiner Blutgefäße angewiesen“, erklärt die Nephrologin Hong Xuvom vom Karolinska Institut in Stockholm. „Wenn die Gefäße in den Nieren geschädigt sind, passiert häufig dasselbe im Gehirn.“

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Gesundheitsdaten von 133.000 Menschen geben Aufschluss

Für die Studie wertete das Team die Gesundheitsdaten von rund 133.000 Menschen ab 65 Jahren aus, die zu Beginn keine Demenzdiagnose hatten. Nach einer Beobachtungszeit von knapp vier Jahren war bei sieben Prozent der Teilnehmer eine Form von Demenz aufgetreten.

Der Zusammenhang war deutlich: Bei mittleren Albuminwerten (30–299 mg/g) lag das Demenzrisiko 25 Prozent höher. Bei hohen Werten (ab 300 mg/g) stieg das Risiko sogar um 37 Prozent.

Dieser Effekt blieb bestehen, selbst wenn andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder eingeschränkte Nierenfunktion berücksichtigt wurden. Besonders stark war der Zusammenhang bei vaskulärer Demenz, also jener Form, die durch Durchblutungsstörungen ausgelöst wird.

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Geschwächte Blut-Hirn-Schranke als mögliche Erklärung

Die Forscher vermuten, dass die sogenannte Blut-Hirn-Schranke – eine Art Schutzfilter des Gehirns – eine Schlüsselrolle spielt. Wenn diese Barriere durch Gefäßschäden geschwächt ist, können entzündungsfördernde Moleküle oder Eiweißablagerungen ins Gehirn gelangen. Mit der Zeit begünstigt das Entzündungen und Gefäßveränderungen, die mit Demenz in Verbindung gebracht werden.

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Demenz: Eine Chance für die Prävention

Die Ergebnisse stützen frühere Erkenntnisse aus Norwegen und den USA und legen nahe, dass eine regelmäßige Urinuntersuchung auf Albumin helfen könnte, gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren.

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„Eine frühzeitige Entdeckung von Albuminurie könnte den Beginn einer Demenz verzögern oder sogar verhindern“, sagt Xu. Da es bislang keine Heilung gibt, setzen viele Forschungsansätze heute auf Prävention und Risikominimierung.