Wenn Asteroiden der Erde nahekommen, ziehen die meisten einfach vorbei. Einige dringen in die Atmosphäre ein und verglühen oder schlagen ein – letzteres passiert eher selten. Dass ein Asteroid jedoch von der Schwerkraft der Erde für eine gewisse Zeit „eingefangen“ wird und zum Begleiter unseres Planeten wird, ist noch außergewöhnlicher.

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Genau das ist der Fall bei Asteroid 2025 PN7, einem Himmelskörper, der die Erde seit Jahrzehnten unbemerkt begleitet hat und uns in einigen Jahrzehnten auch wieder verlassen wird. Ende August 2025 entdeckten Astronomen des Pan-STARRS-Observatoriums der University of Hawaii den kosmischen Begleiter. Der kleine Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 18 bis 36 Metern war zwar schon Jahre zuvor gesichtet worden, doch erst jetzt konnte seine Umlaufbahn präzise bestimmt werden.

Bahnanalysen zeigen: Der Quasi-Mond begleitet uns bereits seit rund 60 Jahren – seit den 1950er-Jahren. Damit gehört 2025 PN7 zur seltenen Klasse der Arjuna-Asteroiden. Diese Gesteinsbrocken bewegen sich auf Bahnen, die der Erdumlaufbahn ähnlich sind. Die Nasa bestätigte inzwischen die Existenz des kleinen Himmelskörpers.

Weltall: „Zweiter Mond“ ist kein echter Mond

Die Nachricht vom „zweiten Mond“ ging viral, dabei ist 2025 PN7 nicht wirklich ein zweiter Mond der Erde. Genau genommen handelt es sich um einen Quasi-Mond beziehungsweise Quasi-Satelliten. Der entscheidende Unterschied: Er kreist nicht um die Erde, sondern um die Sonne – das Zentrum unseres Sonnensystems. Damit ist der Asteroid nicht gravitativ an die Erde gebunden, anders als unser Mond, der uns seit Milliarden Jahren treu umkreist.

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Die Bewegung des Asteroiden ist dennoch bemerkenswert: Astronomen bezeichnen dieses Phänomen als Bahnresonanz. Der Asteroid 2025 PN7 bewegt sich auf einer eigenen Umlaufbahn um die Sonne, die fast identisch mit der Erdbahn ist – nur minimal verschoben. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde er uns wie ein zweiter Mond begleiten.

Damit ein Himmelskörper wie dieser Asteroid zu einem „echten“ Mond wird, müsste seine Gesamtenergie relativ zur Erde negativ sein. Das bedeutet: Seine kinetische Energie (durch die Bewegung) darf nicht größer sein als die potenzielle Energie, die ihn an die Erde bindet. Solche temporären Einfänge geschehen typischerweise, wenn ein Asteroid die Erde fast auf gleicher Bahn um die Sonne begleitet. In diesen Fällen ist die Relativgeschwindigkeit zur Erde gering, sodass unsere Gravitationswirkung ihn für eine Weile festhalten kann.

Quasi-Monde der Erde sind zwar selten, aber 2025 PN7 ist kein Einzelfall. Ende 2024 begleitete uns bereits der Mini-Mond 2024 PT5 für zwei Monate.

Laut Forschungsnotizen der American Astronomical Society mit dem Titel „Meet Arjuna 2025 PN7, the Newest Quasi-satellite of Earth” gehören zu unseren aktuellen Quasi-Satelliten 164207 Cardea (2004 GU9), 469219 Kamo‘oalewa (2016 HO3), 277810 (2006 FV35), 2013 LX28, 2014 OL339 und 2023 FW13. Der Asteroid 2004 GU9 soll beispielsweise diese Position voraussichtlich bis etwa 2600 beibehalten. Der Asteroid sorgte 2004 kurzzeitig für Aufsehen, als er zunächst als potenziell gefährlich eingestuft wurde.

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Beim Asteoriden 2025 PN7 gibt es wie bei anderen Quasi-Monden und Quasi-Satelliten es die Vermutung, dass es sich um abgestoßene Mondstücke handelt – Fragmente, die bei Meteoriteneinschlägen von unserem Mond abgesprengt wurden und nun eigenständig die Sonne umkreisen.

Wie lange bleibt der „zweite Mond“?

Knapp 60 Jahre war der Asteroid unentdeckter Begleiter der Erde, und etwa genauso lange wird er bleiben. Simulationen zufolge soll der Asteroid uns im Jahr 2083 wieder verlassen – dann endet die Bahnresonanz zwischen Erde und 2025 PN7.

Am Nachthimmel wird Asteroid nicht zu entdecken sein. Dafür ist er zu weit weg.  Er kommt der Erde nie näher als 4 Millionen Kilometer – mehr als zehnmal so weit wie unser eigentlicher Mond, der durchschnittlich 384.400 Kilometer entfernt ist.

Daher stellt Asteroid 2025 PN7 keinerlei Gefahr für die Erde dar und beeinflusst weder Gezeiten noch Klima. Der kosmische Begleiter bleibt ein faszinierendes astronomisches Phänomen, das nur mit Teleskopen beobachtet werden kann.