• Nicht jeder Spendenaufruf zur Weihnachtszeit ist seriös
  • Gerade zur Weihnachtszeit versuchen Betrüger, von der Hilfsbereitschaft zu profitieren
  • Worauf Sie unbedingt achten sollten, bevor Sie spenden

Die Weihnachtszeit ist Hochsaison für Spenden. Die Bereitschaft, Gutes zu tun, ist groß. Doch nicht jede Organisation, die um Unterstützung wirbt, arbeitet zuverlässig. Immer wieder nutzen auch Betrüger diese Zeit, um Profit aus der Hilfsbereitschaft zu schlagen. Ob an der Haustür, in der Fußgängerzone oder online – falsche Spendensammler sind überall unterwegs. Mit den richtigen Kriterien lassen sich seriöse Initiativen erkennen und sicherstellen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird.

Spendenaufrufe: Gütesiegel und Zertifikate prüfen

Ein erster Blick auf den Spendenaufruf kann bereits viel verraten: Verlässliche Organisationen setzen auf sachliche Werbung und umfassende Informationen. Soll der Aufruf vor allem Mitleid oder Angst erzeugen, ohne konkrete Angaben zu Projekten, Mitteln oder Ansprechpartnern, ist Skepsis angebracht. „Leider gibt es auch im Spendenbereich Anbieter, die weniger vertrauenswürdig sind, als sie erscheinen“, sagt Isabell Jandl von der Verbraucherzentrale Berlin dieser Redaktion und führt fort: „Gerade wer per Post um eine Spende gebeten wird, sollte genauer hinsehen.“ 

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In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Website der Organisation zu prüfen und dort Jahresberichte, transparent aufgeschlüsselte Einnahmen und Ausgaben sowie Kontaktmöglichkeiten einzusehen. Ein wichtiger Indikator für Seriosität ist das DZI-Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Es steht für transparente Mittelverwendung und regelmäßige Kontrolle. Andere verlässliche Auszeichnungen sind das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats oder das Label Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITV).

Die Weihnachtszeit gilt als Hochsaison für Spenden. Die Bereitschaft, zu helfen, ist groß.
Die Weihnachtszeit gilt als Hochsaison für Spenden. Die Bereitschaft, zu helfen, ist groß. © ZB | Jan Woitas

Authentische Zertifikate zeigen, dass die Organisation ihre Gelder zweckgerichtet und effizient einsetzt und sich Prüfungen unterzieht. Bei Unsicherheiten kann ein direkter Kontakt mit der Organisation helfen. Seriöse Initiativen beantworten Nachfragen offen und informativ und stellen auf Anfrage Jahresberichte sowie zusätzliche Dokumente zur Verfügung. Dadurch lässt sich ein eigenes Bild von ihrer Arbeit machen.

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Seriöse Organisation oder Betrug: Direkter Kontakt macht den Unterschied

Generell gilt, sich niemals zu einer Spende drängen zu lassen – insbesondere durch emotionalen Druck, übertriebene Dringlichkeit oder aggressives Verhalten seitens der Spendensammler. „Oft wird man auf der Straße angesprochen und um eine Spende gebeten“, so Jandl – eine Methode, die häufig zu unüberlegten Spenden verleitet.

„Teilweise wird hierbei mit schlimmen Bildern angeblicher Folteropfer oder abgemagerter Kinder Druck ausgeübt“, erklärt die Expertin. Unseriöse Anbieter nutzen solche Taktiken, um spontane Zahlungen zu erzielen. Daher sollte stets Informationsmaterial angefordert werden, um die Angaben anschließend in Ruhe prüfen zu können. Spendensammler, die auf schnelle Entscheidungen drängen oder negativ reagieren, wenn Bedenkzeit erbeten wird, sollten konsequent ignoriert werden.

Außerhalb der Weihnachtszeit sind regelmäßige Spenden, etwa in Form von Patenschaften, besonders wertvoll, um gemeinnützige Organisationen nachhaltig zu unterstützen. Sie schaffen eine verlässliche Grundlage und ermöglichen langfristige Planung. Ob Kinderhilfe, Tierschutz, Klimaprojekte oder Katastrophenhilfe – große Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder SOS-Kinderdörfer legen dabei großen Wert auf Transparenz und vertrauensvolle Arbeit. Auch kleinere Initiativen in der Region bieten die Möglichkeit, gezielt und direkt vor Ort zu helfen.