In Großbritannien macht man sich auf die schlimmste Grippewelle seit Jahren gefasst. Seit Anfang Dezember steigen die Grippefälle rapide an, sodass Arztpraxen, Krankenhäuser und Notfalldienste zunehmend überwältigt sind. Die Lage dürfte sich in den kommenden zwei Wochen weiter zuspitzen.

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Meghana Pandit, medizinische Direktorin des Gesundheitsdiensts NHS, sprach von einer „Super-Grippe“, die zu einer „beispiellosen Welle“ von Erkrankungen führe. „Die Zahl der Patienten, die mit Grippe im Krankenhaus liegen, ist extrem hoch für diese Jahreszeit“, sagte sie. „Schlimmer noch, die Fallzahlen steigen weiter an und der Höhepunkt ist noch nicht in Sicht.“ Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting sagte am Freitag, der NHS stehe vor der „größten Herausforderung seit der Pandemie“. 

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Tausende Grippe-Patienten: Großbritanniens Kliniken sind am Limit

Laut Zahlen, die der NHS England am Donnerstag veröffentlichte, wurden letzte Woche pro Tag durchschnittlich 2660 Grippepatienten im Krankenhaus behandelt – 55 Prozent mehr als in der Vorwoche und mehr als je zuvor in dieser Jahreszeit. 106 von ihnen lagen auf der Intensivstation.

Verantwortlich für die Eskalation ist die H3N2-Variante des Grippevirus, die laut der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency bei älteren Menschen schwerere Folgen hat als die H1N1-Variante. Der Virenstamm ist zudem leicht mutiert, sodass es innerhalb der Bevölkerung weniger natürliche Immunität gibt. Vier Krankenhäuser in England mussten vorübergehend einen sogenannten „kritischen Zwischenfall“ ausrufen – das bedeutet, dass ihnen die Kapazität fehlt, um mit dem Andrang an Patienten fertigzuwerden.

„Behandlung in den Gängen ist normal geworden“

„Dieser Winter ist wohl einer der schlimmsten, den wir erlebt haben“, sagte Amir Hassan, Notfalldoktor an einem englischen Krankenhaus, gegenüber dem „Guardian“. Ein Problem sei, dass sein Krankenhaus zu wenig Räume habe, um die Patienten zu isolieren. „Die Behandlung in den Gängen ist in den meisten Krankenhäusern normal geworden“, sagte Hassan. 

Angesichts der eskalierenden Krise wächst der Druck auf der British Medical Association (BMA), der Gewerkschaft der Ärzte, einen für nächste Woche geplanten Streik der Assistenzärzte abzublasen. Gesundheitsminister Streeting sagte, der Streik würde den NHS „kollabieren“ lassen. Die Regierung hat den Assistenzärzten ein neues Angebot unterbreitet – nebst einer Lohnerhöhung fordert die BMA, dass mehr Ausbildungsstellen für die Qualifikation zum Facharzt bereitgestellt werden. Nach einer Konsultation der Mitglieder wird die BMA am Montag bekannt geben, ob der Streik stattfinden wird oder nicht.