Mit Blick auf das Weltgeschehen immer bester Stimmung zu sein, kann schwierig sein. Dabei weiß man ja, wer positiven Gedanken den Vorrang lässt, kann glücklicher und zufriedener durchs Leben gehen. Eine neue Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass in der Kraft der Gedanken noch ganz andere Kräfte stecken können. Sie kann ein echter Booster für Antikörper sein. Es solle also einen Zusammenhang zwischen dem Geist und den eigenen Abwehrkräften geben.
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In einem Artikel im „The Guardien“ wird erklärt: Wissenschaftler wollen nachgewiesen haben, dass Menschen, die gerade eine Impfung erhalten, mehr Antikörper gebildet haben, wenn sie positive Gedanken hatten. Je mehr Antikörper nach einer Impfung gebildet werden, desto besser kann man vor dem Ausbruch der entsprechenden Krankheit geschützt sein.
Positive Gedanken aktivieren das Belohnungssystem im Körper
Die eigene mentale Power ist dabei mitnichten als Heilmittel gegen schwere Erkrankungen zu verstehen. Aber es gebe sehr wohl geistige Strategien, die die körpereigenen Kräfte positiv beeinflussen können. Doch woran liegt das? Wichtig ist dabei die Tatsache, dass gute Gedanken das Belohnungssystem im Körper aktivieren.
Im Rahmen der Studie wurden erwachsene Menschen ohne Erkrankungen zu Gehirntrainings eingeladen. Dabei wurden Übungen durchgeführt, um unterschiedliche Gehirnareale anzusprechen. Die Hirnaktivität wurde dabei in Echtzeit überwacht und die Ergebnisse direkt an die Probanden weitergegeben. Sie wussten also, wie gut sie abgeschnitten hatten. Nach vier Einheiten dieses Trainings erhielten alle Teilnehmer eine Impfung gegen Hepatitis B. Diese zählt zu den empfohlenen Hauptimpfungen.
Mit positiven Erwartungen zu stärkerer Immunantwort
Nach zwei sowie nach vier Wochen untersuchten die Forscher dann das Blut der Teilnehmer. Es stellte sich heraus, dass jene Probanden, die vor der Immunisierung jenen Teil des Belohnungssystems, das sogenannte ventrale Tegmentum (VTA) angesprochen hatten, die stärkste Immunantwort auf den Impfstoff zeigten. Um das ventrale Tegmentum zu triggern, stellten sich diese Personen angenehme Dinge vor oder hatten positive Erwartungen.
Positives Denken: Studie zeigt Einfluss auf Impfstoff-Wirksamkeit
Die Studie gebe jedoch lediglich erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen positivem Denken und Antikörper-Bildung. Wie der Guardian schreibt, seien weitere Untersuchungen zu dem Thema notwendig. Die Wissenschaftler jedoch haben etwas Vielversprechendes entdeckt. Dr. Tamar Koren, eine der Koautorinnen, erklärte, das Team untersuche nun, ob auch andere Teile des Immunsystems betroffen seien, beispielsweise jener Bereich, der für Entzündungen zuständig ist.

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„Es ist der erste Nachweis am Menschen, und zwar in einem anscheinend kausalen Zusammenhang, dass die Wirksamkeit von Impfungen zunimmt, wenn man lernt, sein Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren“, sagte Talma Hendler, Professorin für Psychiatrie und Neurowissenschaften an der Universität Tel Aviv. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass ein aktives Belohnungszentrum zur Gesundheit bei Tieren beitragen kann. Beim Menschen fehlte dieser Nachweis bislang.
Positives Denken: Studie sieht geringe, aber ergänzende Wirkung
Dr. Nitzan Lubianiker, ebenfalls Autorin der Studie, ergänzt: „Der von uns getestete Ansatz ist lediglich als ergänzendes Instrument gedacht, das die Immunantwort auf Impfungen verstärken kann.“ Und weiter. „Er kann und soll Impfstoffe oder die Standardbehandlung nicht ersetzen.“
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Etwas zurückhaltender fällt die Bewertung von Jeremy Howick, Professor für empathische Gesundheitsversorgung an der Universität Leicester, aus. Er erklärte, der Effekt von positivem Denken auf das Immunsystem sei gering. Er wies zudem daraufhin, dass kranke Patienten in einer Klinik beispielsweise anders reagieren könnten, als die Teilnehmer der Studie. Howick sieht dennoch positive Aspekte.
„Da es für medizinisches Fachpersonal kostenlos ist, Dinge zu sagen, die positive Erwartungen wecken können, ohne zu übertreiben, wie zum Beispiel: ‚Wir werden unser Bestes tun, um Sie zu versorgen‘ oder: ‚Ich habe gesehen, dass diese Behandlung bei Menschen wie Ihnen geholfen hat‘, ist dies ein ziemlich starkes Signal, das nahelegt, dass wir dies häufiger tun sollten.“






