Ungefähr zwei Drittel aller Alzheimer-Erkrankten weltweit sind Frauen. Ihre Demenz ist zudem häufig weiter fortgeschritten als bei Männern. Darauf weist die Alzheimer Forschung Initiative e.V. hin. Warum das so ist, war der Wissenschaft bislang weitgehend unklar.

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Nun liefert eine Studie der Universität Cambridge neue Hinweise. Demnach könnten Veränderungen im Gehirn, die während der Wechseljahre auftreten, eine entscheidende Rolle spielen. Die Untersuchung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Psychological Medicine“, zeigt, dass diese Veränderungen in vieler Hinsicht Prozessen ähneln, die später bei einer Demenz auftreten.

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Studie: Menopause verringert Volumen der grauen Hirnsubstanz bei Frauen

Das Forschungsteam um die Kognitionswissenschaftlerin Christelle Langley analysierte die MRT-Daten von insgesamt 124.780 Frauen – sowohl vor den Wechseljahren als auch nach der Menopause, also dem endgültigen Ausbleiben der Periode. Die Auswertung der Gehirnscans ergab Erstaunliches. Frauen, die die Menopause bereits hinter sich hatten, wiesen durchschnittlich ein geringeres Volumen der grauen Hirnsubstanz auf. Diese besteht zum Großteil aus Nervenzellkörpern und ist vor allem in der Großhirnrinde, aber auch in Teilen des Kleinhirns, des Hirnstamms und im Rückenmark zu finden.

Portrait of stressed mature woman
Warum haben Frauen häufiger Demenz? Die Wechseljahre könnten das Risiko entscheidend beeinflussen.© Getty Images | svetikd

Professorin Barbara Sahakian von der Universität Cambridge, Hauptautorin der Studie, sagte gegenüber der „BBC“: „Bei den Hirnregionen, in denen wir diese Unterschiede festgestellt haben, handelt es sich um solche, die häufig von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind.“ Es sei möglich, dass die Menopause diese Frauen später für Demenz anfälliger mache, fügte sie hinzu. „Es könnte helfen, zu verstehen, warum wir fast doppelt so viele Demenzfälle bei Frauen wie bei Männern sehen.“

Die Veränderungen im Gehirn betrafen den Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis wichtig ist, den entorhinalen Cortex, der an der Bildung von Erinnerungen beteiligt ist, sowie den anterioren cingulären Cortex, der für die Steuerung von Emotionen eine zentrale Bedeutung hat. Bei Demenz-Erkrankungen seien ähnliche Veränderungen zu beobachten, so die Forscher.

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Hormonersatztherapie könnte psychische Probleme sogar verstärken

Die Cambridge-Studie legt zudem nahe, dass die Anwendung einer Hormonersatztherapie (HRT) den Verlust grauer Substanz nicht verhindern kann. Frauen unter Hormonersatztherapie litten den Forschern zufolge sogar häufiger unter psychischen Problemen. Allerdings seien diese bei vielen dieser Frauen bereits vor der Verschreibung der Medikamente vorhanden. Ob die Medikamente tatsächlich für die neuronalen Veränderungen verantwortlich sind, sei jedoch noch nicht bewiesen.

Die Co-Forscherin Dr. Christelle Langley betonte gegenüber „BBC“, wie wichtig es sei, die Vielfalt der Schwierigkeiten zu erkennen, die mit den Wechseljahren auftreten können. „Wir alle müssen sensibler für die körperliche, aber auch für die psychische Gesundheit von Frauen während der Menopause sein“, so Langley.