Finanzen in Partnerschaft und Ehe fair regeln

Ob frisch verliebt, in Erwartung des ersten Kindes oder bereits mitten im turbulenten Familienalltag: Geld sollte in einer Beziehung kein Tabuthema sein. Sobald Paare dauerhaft zusammenleben oder heiraten, verändern sich die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen die man am Besten gemeinsam angeht.

Organisation im Alltag: Das Drei-Konten-Modell

Beim ersten gemeinsamen Hausstand hat sich das Drei-Konten-Modell als Ideallösung für maximale Transparenz und Konfliktvermeidung bewährt Dabei behält jeder Partner sein eigenes, separates Girokonto für persönliche Ausgaben und das eigene Einkommen. Zusätzlich wird ein gemeinsames Gemeinschaftskonto (meist als sogenanntes „Oder-Konto“, bei dem beide Partner unabhängig voneinander verfügungsberechtigt sind) neu eingerichtet.

Auf dieses Partnerkonto überweisen beide Parteien monatlich per Dauerauftrag einen festen Betrag für die gemeinsamen Lebenshaltungskosten wie Miete, Energie, Lebensmittel oder Anschaffungen für die Kinder. Ob dieser Beitrag zu gleichen Teilen geleistet wird oder prozentual an das jeweilige Einkommen angepasst ist, bleibt dem Paar überlassen. So sind alle Fixkosten gedeckt, während die persönliche finanzielle Unabhängigkeit gewahrt bleibt.

Hier erfahren Sie, was die Sparkassen alles für Sie tun können

Finanzen fair regeln in Ehe und Partnerschaft

Wer in Deutschland heiratet, ohne einen Ehevertrag abzuschließen, lebt automatisch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet: Entgegen einem weitverbreiteten Mythos bleibt das jeweilige Vermögen auch während der Ehe grundsätzlich getrennt. Erst im Falle einer Scheidung wird der während der Ehejahre erzielte Vermögenszuwachs – der sogenannte Zugewinn – fair ausgeglichen. Wer andere Regelungen wünscht, wie eine strikte Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft (bei der Vermögen und auch Schulden verschmelzen), muss dies explizit über einen notariellen Ehevertrag regeln.

Nach der Hochzeit stehen zudem organisatorische To-dos an: Das Finanzamt muss über die Wahl der Steuerklassen (etwa das Modell 4/4 oder die Kombination 3/5) informiert werden, Freistellungsaufträge für Kapitalerträge sollten neu verteilt und bestehende Versicherungen (wie Haftpflicht und Hausrat) zusammengelegt werden. Das spart nicht nur Beiträge, sondern optimiert auch den gemeinsamen Schutz.

Der große Meilenstein: Finanztipps für werdende Eltern

Kündigt sich Nachwuchs an, steht das Leben Kopf, auch finanziell. Werdende Eltern sollten staatliche Hilfen und Fristen frühzeitig im Blick haben. Bereits rund sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin kann das Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragt werden. Nach der Geburt gilt es, das Neugeborene zügig in der Krankenversicherung anzumelden (in der gesetzlichen Familienversicherung erfolgt dies kostenlos) und die Anträge auf Elterngeld (innerhalb der ersten drei Monate bei der Elterngeldstelle) sowie Kindergeld (bei der Familienkasse) einzureichen. Beim Thema Erstausstattung lässt sich zudem bares Geld sparen: Da Babys extrem schnell wachsen und viele Utensilien nur kurz genutzt werden, lohnt sich der Blick auf Second-Hand-Marktplätze für Kinderwagen oder Beistellbetten. Auch multifunktionale Kombi-Möbel schonen das Budget.

Altersvorsorge und Absicherung, vor allem für Frauen

Ein besonders kritischer Punkt bei der Familienplanung ist die langfristige Absicherung, insbesondere für Frauen. Aufgrund von Elternzeiten, anschließender Teilzeitarbeit oder Phasen der Pflege von Angehörigen weisen Frauen in Deutschland oft erhebliche Lücken in ihrer Erwerbsbiografie auf. Das führt zum sogenannten „Gender Pension Gap“ – einer spürbaren Lücke bei der späteren gesetzlichen Rente im Vergleich zu Männern.

Umso wichtiger ist eine private Altersvorsorge in der Partnerschaft. Geht ein Partner zugunsten der Kindererziehung in Teilzeit, sollte der in Vollzeit arbeitende Partner als Ausgleich Beiträge in eine private Rentenvorsorge oder einen Fondssparplan des anderen einzahlen. Neben klassischen Rentenversicherungen bieten sich hierfür breit gestreute ETFs oder nachhaltige Geldanlagen an, die über Jahre hinweg vom Zinseszins-Effekt profitieren und die finanzielle Unabhängigkeit im Alter sichern.

Durch frühes Geld anlegen dem Kind später Träume erfüllen

Der Führerschein, die erste eigene Wohnung, das Studium oder eine längere Auslandsreise: Großwerden kostet Geld. Wer frühzeitig monatlich kleine Beträge für den Nachwuchs zurücklegt, schafft ein solides Startkapital. Zu den bewährtesten Spartipps für Eltern gehören:

  • Früh starten: Je länger die Laufzeit, desto flexibler sind die Anlageoptionen.
  • Fonds- und ETF-Sparpläne nutzen: Schon ab 25 Euro monatlich lässt sich über renditestarke Wertpapiere langfristig Vermögen aufbauen.
  • Geschenke einbinden: Großeltern und Paten können sich zu Geburtstagen oder Festen direkt an Sparverträgen oder sicheren Anlageformen wie dem Sparkassenbrief beteiligen.

Guter Rat für Finanzen von Familien

Jede Familie ist einzigartig. Die Sparkassen im Rheinischen Sparkassen- und Giroverband unterstützen Kunden mit maßgeschneiderten Lösungen, vom ersten gemeinsamen Konto über die passende Absicherung bis hin zum strategischen Vermögensaufbau für die nächste Generation. Wie sie Paare bei der Planung einer gemeinsamen Zukunft unterstützen und noch vielen weiteren Bereichen unterstützen können, erfahren Sie auf den Internetseiten Ihrer Sparkasse.