Wechselkurse gelten oft als stabile Größe – tatsächlich unterliegen sie im Jahresverlauf teils erheblichen Schwankungen. Beim Euro zum US-Dollar etwa sind Bewegungen von rund 10 bis 15 Prozent innerhalb eines Jahres keine Ausnahme. Hinzu kommen teils spürbare Ausschläge nach oben und unten.

Wechselkursschwankungen sind aber für Unternehmen hierzulande, die in Fremdwährungen handeln, ein enormes Risiko. Ein Beispiel: Ein deutsches Maschinenbauunternehmen verkauft Anlagen in die USA und kalkuliert mit einem Erlös von 100.000 Euro. Der Wechselkurs steht zu diesem Zeitpunkt bei 1,04 Dollar je Euro. Entsprechend vereinbart der Maschinenbauer mit dem US-Unternehmen einen Kaufpreis von 104.000 Dollar, zahlbar in drei Monaten.

Nun wird der Euro bis zum Zahlungsziel stärker - drei Monate später steht er bei 1,13 Dollar. Was für Urlauber von Vorteil ist - Touristen aus der EU erhalten mehr für ihr Geld -, wird für den Maschinenbauer zum Nachteil. Er erhält, wie vereinbart, die 104.000 Dollar. Doch die sind beim Umtausch in Euro nur noch rund 92.000 Euro wert. Knapp 8.000 Euro des kalkulierten Erlöses gehen ihm durch die Wechselkursentwicklung verloren. Die Marge schrumpft empfindlich - und das bei nur einem Deal ...

Mittelständler sollten Risiken nicht unterschätzen

Rund 97 Prozent der 267.000 deutschen Exporteure sind kleine und mittelständige Unternehmen. Nicht alle verfügen über hohe Finanzpolster, um Währungsschwankungen einfach wegzustecken. Daher ist es für Firmen gefährlich, Wechselkursrisiken zu ignorieren – insbesondere dann, wenn eine Währung besonderes Gewicht hat. So liegt es für sie nahe, sich gegen künftige Schwankungen abzusichern. Firmen können mit einfachen Devisenstrategien und mit Hilfe von Banken und Sparkassen ihr Währungsmanagement professionell betreiben.

Hier erfahren Sie, was die Sparkassen ausmacht und was diese für Sie tun können.

  • Devisentermingeschäfte
    Zum einen ist dies über Devisentermingeschäfte möglich. Diese sichern einen festen Umtauschkurs an einem frei zu bestimmenden Termin in der Zukunft. Dabei legen Unternehmen bereits beim Vertragsabschluss den Wechselkurs fest, zu dem die Zahlungen aus dem Verkauf oder Kauf ihrer Waren später umgerechnet werden. Devisentermingeschäfte können eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren haben.
  • Devisenoptionen
    Zum anderen können Firmen sich mit Devisenoptionen absichern. Im Gegensatz zu Devisentermingeschäften sind sie jedoch nicht zum Währungstausch verpflichtet, wenn die Firmen am Markt günstigere Konditionen bekommen. Für dieses Wahlrecht zahlen die Unternehmen eine Optionsprämie. Devisenoptionen sind grundsätzlich teurer als Devisentermingeschäfte. Mittelständler entscheiden sich daher häufiger für die kostengünstigere Variante, also die Devisentermingeschäfte.
  • Geldinstitute als Partner
    Banken und Sparkassen fungieren für viele Firmen hierzulande als Partner in allen Fragen des Währungsmanagements. Mit den Geldhäusern können Unternehmen zum Beispiel Verträge abschließen, die ihnen einen festen Wechselkurs zu einem bestimmten Zeitpunkt sichern. Dies bietet Planungssicherheit und eliminiert das Währungsrisiko.

Neben den genannten Varianten, sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern, gibt es noch andere Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, sämtliche Transaktionen in Euro abzuwickeln, sofern es die eigene Marktposition zulässt. Dann übernimmt der Handelspartner außerhalb des Euroraums das Kursrisiko.

  • Forfaitierung durch Verkauf der Forderungen
    Darüber hinaus gibt es die sogenannte Forfaitierung durch den Verkauf der Forderungen. Hierbei verkaufen beispielsweise deutsche Firmen Exportforderungen an eine Bank oder ein spezielles Institut. So erhalten die Firmen ihr Geld, wenn sie ihre Güter ins Ausland geliefert haben. Zugleich können die Firmen ihrem Abnehmer ein langfristiges Zahlungsziel gewähren und die Bank übernimmt das Ausfall- und Wechselkursrisiko.

    Exportkreditversicherungen
  • Ebenfalls verbreitete Absicherungsinstrumente sind Exportkreditversicherungen. Mit diesen sichern sich Unternehmen gegen einen Zahlungsausfall ab. Hierzulande können Exporteure dafür Deckungen des Bundes über die Euler Hermes Aktiengesellschaft in Anspruch nehmen. Für die Ware des exportierenden Unternehmens käme eine Fabrikationsrisikoabdeckung oder eine Ausfuhrdeckung zur Absicherung der Liefer- und Leistungsrisiken ins Ausland infrage.

Antworten auf Ihre Finanzfragen

Die Expertinnen und Experten Ihrer Sparkasse helfen Ihrem Unternehmen bei allen Finanzfragen gerne persönlich weiter. Weitere Informationen zum Thema Währungsrisiken für Unternehmen gibt es auch online bei der Sparkasse.

Was sinnvoll ist, hängt von der Strategie ab

Welches Instrument sich eignet, hängt vom jeweiligen Geschäft, der Währung, aber auch von der Risikobereitschaft eines Unternehmens ab. Wichtig ist: Wechselkursschwankungen brauchen nicht einfach hingenommen werden. Wer Währungsrisiken berücksichtigt, schützt nicht nur seine Margen, sondern kann auch das Auslandsgeschäft planungssicherer angehen.