Digitale Technologien sind heute allgegenwärtig – und praktisch jeder nutzt sie. Doch trotz aller Krisen und Herausforderungen ist die digitale Transformation für den Mittelstand die vielleicht größte Hürde. Das verdeutlichen Zahlen der Europäischen Kommission, die den Digitalisierungsgrad von Unternehmen anhand von zwölf Indikatoren gemessen und bewertet hat (u. a. Nutzung von KI, Bezug kostenpflichtiger Cloud-Computing-Dienste, schnelle Internetverbindung, Nutzung von Datenanalysen).

Daraus (auf einer Skala von 0 bis 12) wird die „digitale Intensität“ eines Unternehmens abgeleitet. Mit ernüchternden Ergebnissen (Stand 2025): Zwei Drittel der kleinen (bis 49 Beschäftigte) und knapp die Hälfte der mittleren Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) in Deutschland erreichen nach Angaben von Eurostat (das statistische Amt der EU mit Sitz in Luxemburg) nur eine sehr niedrige oder niedrige digitale Intensität. 26 Prozent schaffen nicht einmal den Mindeststandard. Besonders ausgeprägt ist dieses Defizit in Branchen wie „Verkehr und Lagerei“, Bau- und Gastgewerbe.

Auch Online-Marktplätze, also digitale Handelsplattformen, werden insgesamt nur von zehn Prozent der Firmen für Verkaufszwecke genutzt. Dabei bilden sie für viele Unternehmen wichtige Marketing-, Beschaffungs- und Vertriebskanäle.

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Über dem Durchschnitt – ein wenig

Wie steht es mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz? Die Bundesnetzagentur hat dazu 808 deutsche Unternehmen befragt und die Ergebnisse im Juli 2025 veröffentlicht. Ergebnis: Knapp 30 Prozent, also immerhin ein gutes Viertel, verwenden mindestens eine KI (also zum Beispiel Textauswertung, Spracherkennung, Bilderkennung und -verarbeitung, maschinelles Lernen oder robotergesteuerte Prozessoptimierung). Weitere 19 Prozent planen den Einsatz entsprechender Anwendungen. Damit liegt Deutschland innerhalb der EU sogar etwas über dem Durchschnitt. Allerdings zeigt sich auch hier: Je kleiner ein Unternehmen, umso geringer der Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Wer ist eigentlich der Mittelstand?

So ganz eindeutig ist das nicht. Das Institut der Deutschen Wirtschaft sagt: Wer weniger als 500 Mitarbeitende hat, ist ein mittelständisches Unternehmen. Dagegen setzt die EU-Kommission eine Beschäftigtenzahl von unter 250 an, zudem einen Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von bis zu 43 Millionen Euro.

Oft wird die Abkürzung KMU verwendet (= kleine und mittelständische Unternehmen). Weitere Kriterien für KMU können sein: Die Eigentümer sind oft auch gleichzeitig Geschäftsführer. Sie denken in Generationen und planen längerfristig. Außerdem sind sie regional verwurzelt, was Arbeitsplätze vor Ort schafft und regionale Wirtschaftskreisläufe ankurbelt.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind von 2,6 Millionen Unternehmen in Deutschland rund 99 Prozent KMU. Die größte Gruppe bilden die kleinsten Unternehmen (unter zehn Beschäftigte, weniger als zwei Millionen Euro Umsatz). Bezogen auf die Gesamtsummer der Firmen machen sie 84 Prozent aus.

Kleine und mittelständische Unternehmen erwirtschaften ein Drittel aller Umsätze, bieten aber 58 Prozent aller Arbeitsplätze.

Damit wird – zumindest noch – ein Riesenpotenzial verschenkt. Denn KI bietet Firmen etliche Möglichkeiten, wettbewerbsfähiger zu werden und deutlich effektiver zu arbeiten. Und das, obwohl die Akzeptanz von KI-Modellen in der Belegschaft vergleichsweise hoch ist. Demgegenüber sieht ein Drittel der Unternehmen bislang keine Anwendungsmöglichkeiten von KI. Fazit der Bundesnetzagentur: „Hier scheint ein erhebliches Effizienzpotenzial zu liegen.“

Ein grundlegender Punkt bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz wie wohl generell bei der digitalen Transformation ist der: Beides ist viel mehr als ein reines IT-Thema. Experten sagen unisono: Hier geht es um eine fundamentale strategische Neuausrichtung – also um einen ganzheitlichen Blick statt einen isolierten Fokus auf technologische Fragen. Dies erfordert einen klaren Fahrplan, organisierte Leitbilder und Schulungen für die Belegschaft, strukturierte Prozesse und die Nutzung von externer Expertise und Partnerschaften mit spezialisierten Dienstleistern. Sicher keine leichte Aufgabe. Aber eine, die enorme Chancen bietet.

Tipps und Infos für KMU

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat 2011 den Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital eingeführt, um die digitale Transformation von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu begleiten und unterstützen. Das Angebot zielt darauf ab, KMU (explizit auch Start-ups und Handwerksbetriebe) zu informieren und zu sensibilisieren. Infos und Downloads (auch einen regelmäßigen Newsletter) gibt es unter mittelstand-digital.de.

Sie möchten in die Zukunft investieren? Die Expertinnen und Experten Ihrer Sparkasse helfen Ihrem Unternehmen bei allen Finanzfragen gerne persönlich weiter. Weitere Informationen zum Thema Digitalisierung für Ihr Unternehmen gibt es auch online bei Ihrer Sparkasse.

FraG