Die Glücksspirale zählt neben 6aus49 und Eurojackpot zu den bekanntesten Lotterien Deutschlands, unterscheidet sich jedoch in vielen Punkten von diesen. Als Soziallotterie fördert sie etwa gemeinnützige Projekte. Zahlen werden nicht getippt, stattdessen entscheidet eine Losnummer über Gewinn oder Verlust. Die Gewinnklassen sind fest, einen dynamisch wachsenden Jackpot gibt es nicht. Der Hauptgewinn wird in den meisten Bundesländern nur teilweise sofort ausgezahlt, den Rest erhalten Gewinner in Form einer monatlichen Rente.

Was ist die Glücksspirale?

Die Glücksspirale ist eine Soziallotterie, die einen Teil ihrer Einnahmen für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellt. Laut Betreiber fließen 27 Prozent der Erträge an die Wohlfahrt, in Sportinitiativen, in den Denkmalschutz und an gemeinnützige Projekte. Gegründet wurde die Lotterie 1970, um Sportveranstaltungen wie die Olympischen Sommerspiele 1972 oder die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 finanziell zu unterstützen.

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Die Teilnahme erfolgt über den Kauf eines Loses. Dessen siebenstellige Nummer wird mit zufällig gezogenen Gewinnzahlen abgeglichen. Dabei müssen die Ziffern der Losnummer, von rechts nach links gelesen, in der korrekten Reihenfolge mit den Gewinnzahlen übereinstimmen. Je höher die Zahl der Übereinstimmungen, desto höher fällt der Gewinn aus. Die Ziehung der Gewinnzahlen erfolgt einmal wöchentlich. In unregelmäßigen Abständen finden Sonderauslosungen statt, an denen Spieler mit einem gültigen Los ohne Aufpreis teilnehmen.

Wie funktioniert die Glücksspirale?

Um an einer Auslosung der Glücksspirale teilzunehmen, kaufen Spieler online oder in Papierform ein Los und registrieren dessen siebenstellige Nummer durch die Zahlung eines Einsatzes in Höhe von fünf Euro in einer Annahmestelle oder im Internet für die nächste Ziehung. Nach Ermittlung und Bekanntgabe der Gewinnzahlen werden diese, von rechts nach links gelesen, mit der Losnummer abgeglichen. Für jede Gewinnklasse wird eine eigene Folge von Gewinnzahlen gezogen, in der sechsten Gewinnklasse sogar zwei.

Insgesamt gibt es sieben Gewinnstufen und acht Gewinnzahlen pro Ziehung. Die Länge der Gewinnzahlenreihe entspricht immer der Höhe der Gewinnstufe. Das heißt: Die Zahl für Gewinnklasse eins ist einstellig, für Gewinnklasse zwei zweistellig und so weiter. Bereits mit einer korrekten Endziffer winkt eine Siegprämie in Höhe von zehn Euro.

Den Hauptgewinn gibt es, wenn alle sieben Ziffern der Gewinnzahl der siebten Gewinnklasse mit der Losnummer übereinstimmen. Dabei muss die Reihenfolge lückenlos korrekt sein. Sobald an einer Position eine Ziffer nicht übereinstimmt, spielen alle weiteren Übereinstimmungen keine Rolle mehr. Ebenfalls interessant: Welche Lotterie lohnt sich am meisten? Expertin macht klare Ansage

Wann finden die Ziehungen für die Glücksspirale statt?

Einmal pro Woche werden die aktuellen Gewinnzahlen für die Glücksspirale von der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung Bayern in München ermittelt. Die Ziehung findet samstags um 19.15 Uhr statt. Die Bekanntgabe der Gewinnzahlen erfolgt unmittelbar nach der Ziehung auf der offiziellen Website der Glücksspirale sowie auf den Portalen der regionalen Lotteriegesellschaften. Kurz vor 20 Uhr werden die Gewinnzahlen zudem im Fernsehprogramm der ARD und im Videotext bekannt gegeben. Am nächsten Tag lassen sich die Gewinnzahlen auch in Zeitschriften sowie in den Lotto-Annahmestellen einsehen.

Was kostet die Glücksspirale?

Die Teilnahme an einer Ziehung der Glücksspirale kostet pro Losnummer fünf Euro zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr, die je nach Bundesland zwischen 0,20 und 0,80 Euro beträgt. Wer mit einer Losnummer regelmäßig Glücksspirale spielen möchte, kann für 260 Euro ein Jahresabonnement für sein Los abschließen und nimmt damit automatisch an 52 Ziehungen teil.

Um den Einsatz zu reduzieren, können Spieler Losanteile erwerben. Diese gibt es als halbes Los für 2,50 Euro oder als Fünftellos für einen Euro. Allerdings verringern sich auch etwaige Gewinne entsprechend dem gewählten Anteil.

Wie hoch sind die Gewinnchancen bei der Glücksspirale?

Die Chance auf den Hauptgewinn liegt bei 1:10 Millionen. Das ist deutlich höher als etwa bei 6aus49 oder Eurojackpot, wo sich die Siegchance auf lediglich 1:140 Millionen beläuft. Deutlich besser sieht es in den unteren Gewinnklassen aus. Die Chance auf einen korrekten Treffer liegt immerhin bei 1:10. Zwei Richtige können immer noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 erzielt werden. Allerdings fallen die Gewinne auf diesen Stufen auch sehr gering aus. Eine Besonderheit stellt Gewinnklasse sechs dar. Hier liegt die Chance bei 1:500.000 statt 1:1 Million, da zwei verschiedene Gewinnzahlenreihen ermittelt werden. Eine Expertin enthüllt häufige Denkfehler hinter Spiel 77 und Super 6.

GewinnklasseRichtige EndziffernGewinnchance
111:10
221:100
331:1.000
441:10.000
551:100.000
661:500.000
771:10.000.000

So ordnet ein Experte die Gewinnchancen ein

Mathematik-Professor Christian Hesse bezeichnet die Glücksspirale gegenüber der Redaktion als Spiel der häufigen Kleingewinne. Die Chance, mit einem einzelnen Los irgendeinen Gewinn zu erzielen, liegt mit rund 11 Prozent vergleichsweise hoch. Wer mit einem Einsatz von 60 Euro zwölf Lose erwirbt, räumt mit einer Wahrscheinlichkeit von 75,30 Prozent eine Siegprämie ab. Dass das nicht nur graue Theorie ist, hat der Experte mit einer Computer-Simulation nachgewiesen.

Hesse hat für die Redaktion zehn Millionen Ziehungen für je zwölf Lose simuliert. Das Ergebnis: In 75,29 Prozent der Fälle wurde mindestens ein Gewinn erzielt. Dabei handelte es sich allerdings fast immer um sehr niedrige Gewinnsummen. Der mathematische Erwartungswert liegt laut Hesse bei 1,99 Euro. So viel erhalten Spieler theoretisch über einen sehr langen Zeitraum pro Los von ihrem Einsatz zurück. In der Praxis fällt dieser Wert dem Profi zufolge im Median aber nicht einmal halb so hoch aus, weil die sehr seltenen Großgewinne den Durchschnitt nach oben ziehen.

Wer häufige Erfolgserlebnisse einem großen Gewinn vorzieht, ist mit der Glücksspirale laut Hesse gut beraten. Zielen die eigenen Ambitionen eher auf den Millionengewinn ab, bietet sich dem Mathematiker zufolge die zusätzlich zur Glücksspirale spielbare Zusatzlotterie Sieger-Chance an. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Einsatz von 60 Euro komplett leer auszugehen, liegt hier zwar bei 99,96 Prozent. Dafür ist die Chance auf einen Millionengewinn laut Hesse mit 1:166.700 „erstaunlich hoch“.

Das ist Statistik-Professor Christian Hesse

Christian Hesse ist Mathematiker und Professor an der Universität Stuttgart, zusätzlich Gastprofessor an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Hesse beschäftigt sich seit Jahren mit der mathematischen Einordnung von Glücksspielen und ist Autor mehrerer Bücher („Von Glückszahl bis Geheimzahl“, Droemer), die komplexe Wahrscheinlichkeiten verständlich erklären.

Was kann man bei der Glücksspirale gewinnen?

Die Gewinnquoten der Glücksspirale sind für jede Gewinnklasse festgelegt und immer gleich hoch. In Gewinnklasse eins winken mit einem ganzen Los zehn Euro, wodurch der Einsatz in doppelter Höhe wieder hereinkommt. Der Maximalgewinn in der siebten Gewinnklasse beläuft sich auf insgesamt 2,4 Millionen Euro. Diese werden in der Regel aber nur zur Hälfte sofort ausgezahlt. Die andere Hälfte erhalten die Sieger in monatlichen Raten von 5.000 Euro über 20 Jahre hinweg.

In einigen Bundesländern wie Niedersachsen können sich Spieler den Gewinn optional auch komplett in einer Summe auszahlen lassen. Wichtig: Pro Ziehung stehen für Gewinnklasse sieben 24 Millionen Euro zur Verfügung. Gibt es mehr als zehn Hauptgewinner, wird das Geld gleichmäßig auf alle Sieger verteilt, wodurch die Gewinnsumme pro Kopf sinkt. Vorgekommen ist das bis bislang allerdings nicht. Die Gewinnquoten aller Gewinnklassen lauten wie folgt.

GewinnklasseRichtige EndziffernGewinnquote
1110 Euro
2225 Euro
33100 Euro
441.000 Euro
5510.000 Euro
66100.000 Euro
772.400.000 Euro

Wie kann man einen Gewinn bei der Glücksspirale überprüfen?

Ob das eigene Los der Glücksspirale einen Gewinn erzielt hat, lässt sich am einfachsten auf der Website der Lotterie überprüfen. Dort können Spieler ihre Losnummer direkt nach der Ziehung auf der Startseite eintippen und erfahren unmittelbar im Anschluss, ob es einen Treffer gab. Alternativ ist auch der manuelle Abgleich der Losnummer mit den Gewinnzahlen möglich. Da es bei der Glücksspirale allerdings bei jeder Ziehung acht verschiedene Gewinnzahlenreihen gibt, kann dieses Vorgehen allerdings etwas mühsam sein. Wer online gespielt hat, erhält im Falle eines Gewinns automatisch eine Benachrichtigung.

Wann wird der Gewinn bei der Glücksspirale ausgezahlt?

Wer eine oder mehrere richtige Endziffern hat, muss seinen Gewinn in einer Annahmestelle unter Vorlage der Quittung geltend machen. Einzige Ausnahme: Online-Spieler bekommen ihr Geld automatisch auf das hinterlegte Konto überwiesen. Kleinere Beträge können sich Gewinner direkt in der Annahmestelle auszahlen lassen, größere Summen werden überwiesen. Die Obergrenzen für Barauszahlungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Eine Besonderheit der Glücksspirale: Der Hauptgewinn wird nur zur Hälfte sofort ausgezahlt. Die zweite Hälfte erhalten Gewinner als Sofortrente über 20 Jahre hinweg in monatlichen Raten. Damit ein Gewinnanspruch nicht verfällt, muss er innerhalb von drei Jahren geltend gemacht werden.

Wie unterscheiden sich Glücksspirale und Deutsche Fernsehlotterie?

Die Glücksspirale weist große Ähnlichkeiten mit der Deutschen Fernsehlotterie auf. Beide stellen knapp ein Drittel ihrer Einnahmen für soziale und wohltätige Projekte bereit, wobei die Fernsehlotterie mit mindestens 30 Prozent einen etwas höheren Anteil dafür verwendet. Beide Lotterien basieren auf Losnummern und bieten eine Chance von 1:10 Millionen auf den Hauptgewinn. Mit sieben Richtigen gibt es bei der Fernsehlotterie eine lebenslange Sofortrente von 5000 Euro monatlich. Eine teilweise Einmalzahlung wie bei der Glücksspirale entfällt hier. Bei sechs Richtigen winkt hingegen ein Gewinn von 1,5 Millionen Euro, der auf einmal ausgezahlt wird.

Abgesehen von den unterschiedlichen Gewinnsummen unterscheidet sich die Deutsche Fernsehlotterie vor allem durch ihr komplexeres Spielprinzip von der Glücksspirale. Es gibt nicht nur verschiedene Losarten, sondern auch mehrere Ziehungen. Neben der wöchentlichen Ziehung findet alle sechs Wochen eine Hauptziehung statt. Besitzer eines sogenannten Megaloses nehmen zudem an wöchentlichen Prämienziehungen teil.

Glücksspiel: Wichtige Hinweise

Lotto und andere Glücksspiele dürfen in Deutschland erst ab 18 Jahren gespielt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert umfassend über Glücksspielsucht und das Suchtpotenzial verschiedener Glücksspiele. Wenn Sie bei sich selbst oder jemand anderem eine Spielsucht vermuten oder eine Beratung in Anspruch nehmen wollen, hilft die BZgA bundesweit unter der anonymen und kostenlosen Hotline „Glücksspielsucht“: 0800 1 37 27 00.