Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben am Freitag in Potsdam den Dietrich- Oppenberg-Medienpreis vergeben. Die Auszeichnung geht an fünf Autorinnen und Autoren, die in ihrer Arbeit die Bedeutung des Lesens herausragend thematisieren. Eine Jury aus Vertretern von Presse, Stiftung Lesen, Stiftung Presse-Haus NRZ und der Familie Oppenberg hat Beiträge aus Print, Online, Radio und Fernsehen gesichtet. Die Auszeichnung ist mit 6.000 € dotiert, die zwischen den drei besten Beiträgen und dem Sonderpreis aufgeteilt werden. Lesen sei eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung und Teilhabe in der Gesellschaft, sagte Britta Ernst, Ministerin für Bildung und Jugend im Land Brandenburg, bei der Preisverleihung. Und: „Zu viele Menschen können nicht richtig lesen.“
Das sind die Preisträger
Der 1. Preis geht an Johanna Dürrholz für den Artikel „Die das Lesen liebt“ aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Sie stellt eine Vertreterin der jungen Generation vor, die sich mit Gleichgesinnten für das Lesen stark macht. Die Jury lobte: „Nach der Lektüre des Artikels greift man mit neuer Lust zum Buch und schaut mit mehr Respekt auf den Bildungsnachwuchs.“
Über den 2. Preis kann sich Isabelle Lehn freuen. Ihr Beitrag mit dem Titel „Weibliches Schreiben in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ wirft einen Blick auf die Machtstrukturen des Literaturbetriebs und die Prägung von Autorinnen und Leserinnen, die über Jahrhunderte hinweg lernen mussten, „die Welt aus der Perspektive eines Mannes zu betrachten“.
Der 3. Preis geht an Barbara Hordych für „Worte zum Greifen“, erschienen in der Süddeutschen Zeitung. In ihrem Text über den Autor und Zeichner Helmut Spanner geht sie der Frage nach, wann das Lesen beginnt und wie Wahrnehmung und Spracherwerb bei Kindern zusammenhängen.
Einen Sonderpreis sprach die Jury Madeleine Giese und Rainer Furch zu, die anlässlich des „Welttags des Buches“ mitten im Corona-Lockdown eine außergewöhnliche Live-Stream-Lesung gestaltet haben. Dafür haben sie großen Rechercheaufwand betrieben und eine große Fülle literarischer Stimmen gefunden, um eine höchst unterhaltsame Collage zusammenzustellen.
Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Herausgeber der NRZ und Vorstand der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Andrea Bartl von der Stiftung Lesen. Sie betonten: „Die Gewinnerbeiträge des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises zeigen, dass das Lesen aus der Themenpalette der Medienlandschaft nicht wegzudenken ist. Mit ihren Reportagen, Essays und Live-Formaten sind die Preisträgerinnen und Preisträger am Puls der Zeit.“ Die Beiträge seien wichtige Stimmen in den Debatten rund um das Lesen.
Der Namensgeber des Preises
Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis ist nach dem im Jahr 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der Neuen Ruhr Zeitung/Neuen Rhein Zeitung in Essen, Dietrich Oppenberg, benannt.
Mit der Auszeichnung möchten die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ ein Zeichen setzen für die Bedeutung des Lesens in einer freien Gesellschaft sowie eine lebendige Zeitungskultur fördern.


