Übersicht

Weihnachtsmärkte 2021: So planen die Städte am Niederrhein

| Lesedauer: 4 Minuten
Im Winter 2020 befand sich NRW mitten in der zweiten Corona-Welle. Viele Veranstalter planten bis zum Schluss mit Alternativprogrammen - am Ende wurden aber fast alle Märkte ersatzlos gestrichen.

Im Winter 2020 befand sich NRW mitten in der zweiten Corona-Welle. Viele Veranstalter planten bis zum Schluss mit Alternativprogrammen - am Ende wurden aber fast alle Märkte ersatzlos gestrichen.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

An Rhein und Ruhr.  2020 fielen fast alle Weihnachtsmärkte in NRW der zweiten Corona-Welle zum Opfer. Nun hoffen die Städte auf eine bessere Saison. Ein Überblick.

Für Schausteller und Budenbetreiber war es ein Winter zum Vergessen: Als die Corona-Fälle im Oktober 2020 rasant stiegen, zogen viele Veranstalter in NRW die Reißleine. Nur vereinzelt stellten Städte in der Region ein deutlich reduziertes Weihnachtsmarkt-Programm auf die Beine – bis Deutschland Mitte Dezember endgültig in den zweiten Lockdown schlitterte. Umso größer ist die Hoffnung der Verantwortlichen, dass Glühweinstände und Fahrgeschäfte nach der Zwangspause im Vorjahr pünktlich zur neuen Winter-Saison wieder öffnen können.

Man muss sagen: Die Erwartungen aller Menschen, die gerne Weihnachtsmärkte besuchen, sind gerade sehr hoch. Und fast alle Städte an Rhein und Ruhr – darunter Duisburg, Essen, Wesel, Düsseldorf und Moers – planen entschlossen für November und Dezember 2021. Doch seien wir ehrlich: Das entscheidet sich erst im vorletzten Moment. Am Centro Oberhausen hatte der Veranstalter ja 2020 bereits mehrere Hütten aufgebaut - und dann wurde doch alles abgesagt.

Zumindest wird aber vieles anders, als man es kennt: In Bedburg-Hau soll der Moyländer Weihnachtsmarkt beispielsweise in abgespeckter Form über die Bühne gehen. 20 Prozent weniger Aussteller sind laut Bürgermeister Stephan Reinders geplant. Auch auf ein Bühnenprogramm wolle die Gemeinde verzichten. Andere Kommunen wie Essen oder Düsseldorf wollen die Buden räumlich entzerren, um den Mindestabstand zu gewährleisten. In Herne soll der „Cranger Weihnachtszauber“ einen deutlich größeren Anteil des Kirmesplatzes beanspruchen als früher.

Centro: „In diesem Jahr laufen Planungen kurzfristiger ab“

Ein Sprecher von „Essen Marketing“ sagt, die Stadt habe „durch die großzügige Innenstadt mit breiten Einkaufsstraßen und großen Plätzen eine Luxussituation – das spielt dem Veranstalter in die hoffnungsvollen Hände. „Abstände einzuhalten, ist unser geringstes Problem.“ Ganz anders ist die Situation in Hünxe: Dort steht der Krudenberger Weihnachtsmarkt derzeit auf der Kippe, da die schmale Straße größere Abstände zwischen den einzelnen Buden nicht zulasse. „In der Enge müssen aber trotzdem die Abstandsregeln eingehalten werden. Das ist bei den vielen zu erwartenden Besuchern unmöglich“, so Heinrich Brühl, Vorsitzender des Heimatvereins Hünxe.

Konkreter geplant wird jedenfalls für Duisburg, Düsseldorf oder das Gelände des Centro Oberhausen. Dort überlegen sie freilich auch, die übliche Zahl von 150 Ständen zu reduzieren: „In diesem Jahr laufen die Planungen etwas kurzfristiger ab“, sagt Centro-Manager Marcus Remark. Aber da ist auch noch Luft: Die Familienbetriebe haben ja ihre Buden selbst dabei, Personal und Ware lassen sich wohl noch im November auftreiben, konkurrierende Veranstaltungen gibt es praktisch nicht – und die Verträge haben Ausstiegsklauseln.

Weiter, breiter, distanzierter also? Das ist noch etwas schwer vorstellbar, denn an ihren zentralen Stellen sind Weihnachtsmärkte eigentlich nachmittags und abends immer voll gewesen. Und am Glühweinstand gehört es eh zum guten Ton, dass eine gewisse menschliche Nähe zunimmt unter dem Einfluss der vielen klugen Gespräche.

Veranstalter: Langes Warten auf verlässliche Corona-Regeln

Und so schwanken die Planungen irgendwo zwischen 3G und 2G, also dem eventuellen Ausschluss von Menschen, die nur getestet sind. Jetzt, Mitte September, stehen aber alle Zeichen auf 3G. Das werden die Veranstalter zumindest stichprobenartig kontrollieren, und die Ordnungsämter kontrollieren die Veranstalter. Mehr geht nicht bei den großen Weihnachtsmärkten: Man kann weder halbe Innenstädte umzäunen noch für die vielen Besucher nur einige wenige kontrollierte Zugänge schaffen. Auch der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom soll nach aktuellem Stand ohne Umzäunung auskommen.

Die meisten Veranstalter in der Region halten sich bei ihren Hygienekonzepten aber noch bedeckt. Der Heimatverein Ringenberg verweist auf den 18. September: An diesem Tag werde eine aktualisierte Corona-Schutzverordnung mit neuen, verlässlichen Regelungen erwartet. Dann sei hoffentlich klar, ob und wie der Weihnachtsmarkt am Schloss Ringenberg in Hamminkeln über die Bühne gehen kann. „Wichtig ist, dass es für uns organisatorisch machbar ist und die Atmosphäre eines Weihnachtsmarkts erhalten bleibt“, betont Wolfgang Rasim vom Heimatverein. Auch die Stadt Dinslaken will zunächst die neuen Corona-Regeln abwarten.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Niederrhein

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben