„Fußballzwerg“ Curacao hat sich den Traum von der ersten WM-Teilnahme erfüllt. Ohne Nationaltrainer Dick Advocaat kam der winzige Karibikstaat im entscheidenden Qualifikationsspiel auf Jamaika auf ein 0:0. Der Punktgewinn reichte Curacao für den Sieg in Gruppe B und das damit verbundene Direktticket für die WM-Endrunde, die im kommenden Jahr in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Jamaika muss hingegen in die Play-offs.

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Während Jamaika weiter um die WM-Teilnahme bangen muss, kann Curacao bereits für das Turnier planen. Der Karibikstaat mit seinen rund 150.000 Einwohnern ist damit die kleinste Nation, die bislang an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Dabei reichte der Mannschaft das torlose Unentschieden, das sie nach der Gelb-Roten Karte für Jamaikas Jon Russell in Überzahl über die Zeit brachten. Trainer Advocaat musste den historischen Moment aus der Ferne verfolgen, der 78-Jährige war aus familiären Gründen in seine niederländische Heimat gereist.

In Curacao gab es nach der erfolgreichen WM-Qualifikation kein Halten mehr.
In Curacao gab es nach der erfolgreichen WM-Qualifikation kein Halten mehr.© AFP | RICARDO MAKYN

WM-Quali in Mittelamerika und der Karibik: Panama und Haiti folgen Curacao

Suriname verpasste derweil seine WM-Premiere vorerst. Der kleinste unabhängige Staat Südamerikas verlor mit 1:3 (0:0) in Guatemala, hat aber als Zweiter der CONCACAF-Qualifikationsgruppe A eine weitere Chance im März in den Play-offs. Das Direktticket sicherte sich Panama mit einem 3:0 (2:0) gegen El Salvador.

Haiti kehrte nach einem 2:0 (2:0) gegen Nicaragua nach 52 Jahren auf die WM-Bühne zurück. Der Sieg und ein torloses Unentschieden im Duell zwischen Honduras und Costa Rica verhalfen Haiti (11 Punkte) als Erster der Gruppe C nach 1974 zu seiner erst zweiten WM-Teilnahme. Honduras verpasste als Zweiter einen Platz in den Play-offs und muss aufgrund der schlechteren Tordifferenz Suriname den Vortritt lassen.

WM-Qualifikation 2026: Diese Teams sind bereits dabei

Die Gastgeber sind auch bei diesem Turnier automatisch dabei. Mit den USA, Mexiko und Kanada betrifft das erstmals drei Länder. Also sind bereits 32 Mannschaften sicher bei der WM dabei. Für Kanada wird es erst die dritte Teilnahme in der Geschichte sein.

  • Gastgeber (3): USA, Kanada, Mexiko (3)
  • Asien (8): Australien, Iran, Japan, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Südkorea, Usbekistan
  • Ozeanien (1): Neuseeland
  • Südamerika (6): Argentinien, Brasilien, Ecuador, Paraguay, Uruguay, Kolumbien
  • Nord-, Mittelamerika und Karibik (3): Curacao, Panama, Haiti
  • Afrika (9): Ägypten, Algerien, Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana, Kap Verde, Marokko, Senegal, Südafrika, Tunesien
  • Europa (12): Deutschland, England, Frankreich, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Belgien, Österreich, Schottland, Schweiz

WM-Qualifikation 2026: Diese europäischen Teams müssen in die Playoffs

  • Gruppenzweite (12): Albanien, Italien, Irland, Tschechien, Ukraine, Polen, Slowakei, Türkei, Dänemark, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Wales
  • Gruppensieger in der Nations League (4): Rumänien, Schweden, Nordirland, Nordmazedonien

Qualifikation für die WM 2026: So funktionieren die Play-offs

Die Kontinente haben ein festes Kontingent an Startplätzen. Die Uefa darf insgesamt 16 Mannschaften zur WM 2026 schicken. Die zwölf Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko. Die zwölf Gruppenzweiten sowie die vier bestplatzierten Nations-League-Gruppensieger 2024/25, die in ihrer WM-Quali-Gruppe weder Erster noch Zweiter wurden, kämpfen in den Play-offs um die verbleibenden vier Tickets.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat mit seiner Mannschaft einen sicheren Platz im Playoff-Turnier.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat mit seiner Mannschaft einen sicheren Platz im Playoff-Turnier. © Jürgen Fromme /firo Sportphoto | Jürgen Fromme

Gespielt werden dabei vier Mini-Turniere mit je vier Mannschaften, bestehend aus Halbfinale (26. März 2026) und Finale (31. März 2026). Nur die jeweiligen Sieger lösen ihr Ticket für die WM ein. Die Play-off-Turniere werden ausgelost. Alle teilnehmenden Teams werden auf vier Lostöpfe aufgeteilt. Die zwölf Gruppenzweiten der WM-Qualifikation kommen absteigend nach ihrem Fifa-Ranking in die Töpfe 1 bis 3, die vier Nations-League-Teilnehmer landen automatisch in Topf 4. Pro Turnier ist jeweils ein Team aus Topf 1, 2, 3 und 4 vertreten.

So viele Plätze haben die Konföderationen

  • Afrika: 9
  • Asien: 8
  • Europa: 16
  • CONCACAF: 3
  • Ozeanien: 1
  • Südamerika: 6

WM 2026: Zwei weitere Startplätze zu vergeben

In einem weiteren Play-off-Turnier kämpfen sechs weitere Mannschaften um die letzten beiden Startplätze für die Endrunde der WM in den USA, Mexiko und Kanada. Zur Teilnahme berechtigt sind zwei Teams von den Concacaf und je eine Nation aus AFC, CAF, CONMEBOL und OFC. Das Turnier wird im März 2026 im Rahmen der Länderspielwoche vom 23. bis 31. März ausgetragen.

Von den sechs qualifizierten Teams bestreiten die vier in der Weltrangliste am niedrigsten platzierten Nationen zunächst die so genannten Bracket-Halbfinals. Die beiden bestplatzierten Teams ziehen direkt in die beiden Endspiele ein. Die Sieger der beiden Finalduelle qualifizieren sich für die WM-Endrunde 2026. Für dieses Play-off-Turnier haben sich Bolivien, Neukaledonien, DR Kongo, Irak, Jamaika und Suriname qualifiziert. (mit sid)