Er gab sich so, wie man ihn von der Seitenlinie kennt. Jürgen Klopp feuerte die Biathleten im Antholzer Flockenwirbel lautstark an und klatschte motivierend in die Hände. Doch seine Unterstützung half nichts. Gemeinsam mit seinem Sohn Marc musste er mitansehen, wie die deutsche Männerstaffel im olympischen 4x7,5-Kilometer-Rennen nur auf dem undankbaren vierten Rang landete. Von einer realen Medaillenchance war sie allerdings weit entfernt. Rund 51 Sekunden fehlten zum avisierten Podest.

Philipp Horn ist bitter enttäuscht

„Es hat nicht sollen sein“, meinte der geknickte Philipp Horn. „Wir wussten: Es muss sehr, sehr viel passen, damit wir eine Chance haben.“ Doch insgesamt zwölf Fehlschüsse waren des Schlechten zu viel. Der deutsche Schlussläufer konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. Vor dem Wettkampf hatte er noch an den Bronze-Coup von der WM 2025 in Lenzerheide erinnert. Vor einem Jahr hielt der Oberhofer auf der Schlussrunde den Schweden Sebastian Samuelsson auf Distanz und konnte am Ende jubeln.

Olympische Winterspiele 2026
Philipp Horn kommt ins Ziel während sich die Franzosen jubelnd in den Armen liegen.© dpa | Hendrik Schmidt

Zwölf Schießfehler kosten zu viel Zeit

Diesmal kam Horn nicht einmal in die Nähe dieser Situation. Schon seine Teamkollegen ließen zuvor zu viel Zeit am Schießstand liegen. Startläufer Justus Strelow musste zweimal nachladen. David Zobel benötigte anschließend drei Extrapatronen, Philipp Nawrath sogar deren vier. Der Abstand auf das läuferisch stärkere Führungstrio Frankreich, Norwegen und Schweden wuchs kontinuierlich. Als Horn im liegenden Anschlag ebenfalls drei zusätzliche Schüsse für die fünf Scheiben brauchte, war das letzte Fünkchen Hoffnung verflogen.

Biathlon - Milano Cortina 2026 Winter Olympics: Day 11
Die französische Staffel mit Fabien Claude, Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet and Eric Perrot feiern im Schnee ihren Triumph.© Getty Images | Alexander Hassenstein

Während die Deutschen aus dem Rennen waren, entschied an der Spitze Frankreich den spannenden Dreikampf für sich. Startläufer Fabien Claude musste zunächst in die Strafrunde. Danach rollten Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet und Eric Perrot das Feld von hinten auf. Am Ende setzten sie sich knapp zehn Sekunden vor Topfavorit Norwegen durch. Für die überragenden Franzosen war es bereits das vierte Biathlon-Gold bei diesen Spielen und die neunte Medaille insgesamt. Bronze sicherte sich Schweden mit ebenfalls sechs Nachladern.

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Vanessa Voigt ist Schlussläuferin der Frauen-Staffel

Während die drei Teams bei der Siegerehrung ausgelassen feierten, haderten die deutschen Skijäger mit ihren Leistungen. Für die Männer ist damit die größte Medaillenchance dieser Spiele vorbei. Die Hoffnung ruht nun auf der Frauenstaffel im 4x6-Kilometer-Staffelrennen an diesem Mittwoch (14.45 Uhr/ARD und Eurosport live). Überraschend ist weniger die Besetzung als die Reihenfolge der Starterinnen. Anstelle von Franziska Preuß wird Vanessa Voigt als Schlussläuferin aufgeboten. Vor ihr gehen Julia Tannheimer, Preuß und Janina Hettich-Walz ins Rennen.