Die Entscheidung aus Brüssel wurde mit Spannung erwartet. Am Mittwochabend kam sie: Die EU-Kommission hat die Übernahme von Sky durch RTL genehmigt. Was bedeutet die Verschmelzung des Fernsehsenders mit dem Pay-TV-Anbieter für deutsche Sportfans? Welche Änderungen sind bereits absehbar? Und gibt es künftig womöglich mehr deutschen Fußball im Free-TV zu sehen? Wir blicken auf die Details des Deals, wobei noch nicht alle Fragen beantwortet sind.
RTL übernimmt Sky: Die Eckdaten
Das Vorhaben, dass die RTL Group Sky Deutschland kaufen möchte, war bereits im Juni 2025 verkündet worden. Nun gab auch die EU-Kommission grünes Licht, es gebe keine „wettbewerbsrechtlichen Bedenken“. RTL zahlt der Sky-Muttergesellschaft Comcast aus den USA einen Festbetrag von 150 Millionen Euro. Dazu kommt in den nächsten fünf Jahren ein variabler Anteil von bis zu 377 Millionen Euro, der von der Entwicklung des RTL-Aktienkurses abhängt. RTL, in den vergangenen Jahren vorrangig als Unterhaltungssender verortet, erweitert damit sein ohnehin gewachsenes Sportportfolio noch einmal enorm. Die Marken Sky und WOW sollen erhalten bleiben, ebenso der Sky-Standort in München.
RTL übernimmt Sky: Die Auswirkungen für Sportfans
Das Wichtigste kündigten die Parteien schon an: Mehr Sport für alle - vor allem Fußball. „Es werden so viele Spiele wie nie zuvor im Free-TV zu sehen sein“, versprach Schmitter, er verriet aber noch keine genaue Zahl. Sky, umfangreicher Rechteinhaber von Bundesliga und DFB-Pokal, hat bisher ein Bundesliga-Spiel pro Hin- und Rückrunde an einen Free-TV-Sender sublizenziert. Die Anzahl dürfte nun ansteigen: Laut Rechtepaket wären bis zu zehn Spiele pro Saison zulässig, RTL wäre fortan erste Anlaufstelle. Außerdem laufen künftig alle 63 Spiele des DFB-Pokals auch beim Streamingdienst RTL+. Umgekehrt soll Sky ab der kommenden Saison die Europa League ausstrahlen, für die RTL noch bis 2027 Rechte besitzt.
Auch interessant
Auch abseits des Fußballs scheint ein „Rechteschieben“ möglich. Sky hält etwa Rechte für die Formel 1, viele große Tennisturniere, Basketball (NBA) oder Eishockey (NHL). Für diverse Formel-1-Rennen hatte RTL in den vergangenen Jahren bereits Sublizenzen erhalten - gut möglich, dass in Zukunft auch Finalspiele von Tennisstar Alexander Zverev oder der Basketball-Weltmeister Franz Wagner und Dennis Schröder im Free-TV zu sehen sind.

RTL übernimmt Sky: Die mögliche Abo-Erleichterung
Den „Abo-Dschungel“, der bei Fußballfans seit Jahren Unmut hervorruft, will RTL im Rahmen der Möglichkeiten entzerren. Der Sender wolle „diverse Abo-Pakete und -Bundles schnüren, um Preisvorteile für die Fans zu ermöglichen“, erklärte Schmitter. Dabei wolle das Unternehmen die Preisgestaltung „unter die Maxime stellen, dass es ab sofort ein Angebot für möglichst jeden Geldbeutel geben sollte“. Spätestens zum Start der neuen Bundesligasaison soll es neue Auswahlmöglichkeiten geben.

Wöchentlich
Sport-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Mit unserem täglichen Newsletter verpassen Sie nichts, was die Sport-Welt bewegt.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Streamingmarkt: RTL+ und der Sky-Streamingdienst WOW kommen zusammengerechnet laut Schmitter auf gut 12 Millionen Abonnements und sollen gemeinsam mit den Riesen Amazon, Netflix und Youtube konkurrieren. „Im Konzert der Großen treten wir nicht an, um nur an Position drei zu stehen, sondern uns letztlich an die Spitze kämpfen“, sagte Schmitter. Das gilt neben dem Sport auch für das Serienangebot, das WOW mit sich bringt.

RTL übernimmt Sky: Die offenen Fragen
Wie die neuen Abo-Strukturen aussehen und ob es eine Verschmelzung im Streamingbereich geben könnte, ist nur einer der offenen Punkte. Spannend bleibt auch, wie viel und welchen Livesport RTL ins Free-TV holt - und ob vor diesem Hintergrund etwa die Formel-1-Partnerschaft ausgeweitet wird. Immerhin galt RTL jahrelang als Heimat der Motorsport-Königsklasse.
RTL übernimmt Sky: Die sonstigen Auswirkungen
Für die beiden Sender wird der Deal einen Personalabbau zur Folge haben. Es werde im Zuge der Zusammenlegung „auch zu einer Verschlankung“ kommen, sagte Thomas Rabe, Vorstandschef von Bertelsmann, zu denen die RTL-Gruppe gehört, dem Handelsblatt - „wir werden Doppelstrukturen abbauen.“ Langfristiges Ziel nach der Sky-Übernahme seien „15 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten bei RTL+, Sky und Wow.“ mit sid





