Noch vor wenigen Tagen kannte kaum jemand einen gewissen Josimar José Évora Dias. Kein Wunder, schließlich sind es nicht die großen Mannschaften, bei denen der inzwischen 40-Jährige, der sich bevorzugt Vozinha nennt, im Tor steht. Der portugiesische Zweitligist GD Chaves taugt dann doch eher weniger als Bühne für ein Helden-Epos, genauso wie die Nationalmannschaft der Kap Verden – normalerweise.

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Normal waren diese legendären 96 Minuten am 15. Juli in Atlanta allerdings genauso wenig wie Vozinhas Leben in den Tagen danach. Der Routinier mit den markanten Gesichtszügen machte im Spätherbst der Karriere das Spiel seines Lebens und sicherte seiner Mannschaft beim 0:0 gegen ein vermeintlich übermächtiges Spanien mit etlichen Paraden den ersten WM-Punkt der kapverdischen Fußballgeschichte.

WM 2026 - Spanien - Kap Verde
Dieses Bild ging um die Welt: Kap Verdes Torwart Vozinha bejubelt das 0:0 gegen Spanien.© dpa | Huanzong

„Das beste Spiel meiner Karriere

Keine sechs Tage später trägt sich eine Geschichte mit verblüffenden Parallelen zu: Wieder ist es ein Torwart im gehobenen Fußballeralter, der einem sogar noch kleineren Inselstaat (150.000 Einwohner) ein 0:0 und damit den allerersten Zähler bei einer Weltmeisterschaft festhält. Diesmal wuchs der 37-jährige Eloy Room im Tor von Curacao über sich hinaus und ließ Ecuador verzweifeln. „Ich denke, das war das beste Spiel meiner Karriere“, sagte Room anschließend über seine Wahnsinns-Leistung in Kansas City.

Unüberwindbar: Curacaos Eloy Room bei einer seiner 15 Paraden gegen Ecuador.
Unüberwindbar: Curacaos Eloy Room bei einer seiner 15 Paraden gegen Ecuador.© AFP | Juan Mabromata

Mit 15 erfolgreichen Paraden stellte der Routinier, der beim US-amerikanischen Zweitligisten Miami FC unter Vertrag steht, nebenbei einen neuen WM-Rekord über die reguläre Spielzeit auf. „Für mich als Torwart war es fast das perfekte Spiel“, resümierte Room und fügte mit einem Lachen hinzu: „Ich denke, ich verdiene jetzt eine Statue in Curaçao.“ Dass er zuvor gegen Deutschland siebenmal hinter sich greifen musste? Nur noch eine Randnotiz.

Verrückter Internet-Hype

In der heutigen Zeit zeigt sich Popularität nicht nur an Statuen, sondern auch an Followerzahlen. Beispiel Vozinha: Hatte dessen Instagram-Kanal bis zum 15. Juli noch bescheidene 50.000 Follower, sind es nun (Stand: 21. Juni) schon rund 15 Millionen – Tendenz weiter steigend. Ähnlich ergeht es gerade Curacao-Kollege Room: Vor dem Ecuador-Spiel folgten seinem Instagram-Kanal etwa 90.000 andere Accounts, über 850.000 waren es zehn Stunden nach Spielbeginn (12 Uhr) später.

Vozinha und Eloy Room – schon jetzt sind die beiden Insel-Oldies Teil der Geschichte dieser WM.