Niko Kovac rätselte kurz auf der Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel beim SV Werder Bremen. „Es gab im Basketball auch einmal so eine Geschichte. ,Not in my house‘. Jetzt weiß ich nicht genau, wer das gesagt hat. Weiß es einer?“, fragte er in die Runde der Journalisten. Wenig später kam er noch einmal darauf zurück. „Übrigens, ich glaube es war Dikembe Mutombo. Schau mal nach, bitte.“ Als sich der Verdacht bestätigte, breitete Kovac fast ein wenig stolz die Arme aus: „Sag‘ ich doch!“

Micky van de Ven spielte beim VfL Wolfsburg unter Niko Kovac und ist inzwischen ein umworbener Innenverteidiger bei Tottenham.
Micky van de Ven spielte beim VfL Wolfsburg unter Niko Kovac und ist inzwischen ein umworbener Innenverteidiger bei Tottenham.© Nick Potts/PA Wire/dpa | Nick Potts

Auslöser war zuvor eine Aussage des neuen Dortmunder Juwels Joane Gadou. Der junge Innenverteidiger, der für 19,5 Millionen Euro von FC Red Bull Salzburg kommt, hatte in seinem Startinterview gleich mal erklärt: „Ich liebe verteidigen. Ich kann verteidigen, immer, immer.“ Als eines seiner Vorbilder nannte er Marquinhos von Paris Saint Germain. „Er will das Tor verteidigen. Es ist wie ein Haus für ihn. Es ist sein Haus. Er will das Tor verteidigen wie sein Leben. Wenn ich auf dem Platz stehe, dann ist das Tor auch mein Haus. Dann ist das wie, wenn ich meinen kleinen Bruder beschütze. Niemand darf rein.“

Parallelen zwischen Micky van de Ven und Gadou

Es sind Aussagen, die bei Kovac vermutlich runtergehen wie Öl. In der Dreierkette soll Gadou in der kommenden Saison neben Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton verteidigen. „Ein sehr guter, junger Spieler“, schwärmte Kovac von seiner Neuverpflichtung. „Ein Spieler, der eine enorme Physis mitbringt. Er ist sehr schnell. Er erinnert von der Geschwindigkeit und von der Statur an Micky van de Ven. Micky war links, er ist jetzt rechts“, sagte er.

Abwehrspieler Joane Gadou
Joane Gadou (r.) spielt ab Sommer in Schwarz und Gelb.© Bruno Fahy/BELGA/dpa | Bruno Fahy

Kovac trainierte den Tottenham-Star einst beim VfL Wolfsburg und verhalf ihm zu einer großen Karriere, die mit 25 Jahren bei den Hotspur noch lange nicht am Ende ist. 36 Spiele absolvierte er unter dem Kroaten und wechselte im Sommer 2021 auf die Insel. Einen ähnlichen Karrieresprung erhofft sich Kovac nun von Gadou, der aus Österreich nach Dortmund kommt.

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„Wir bekommen mit ihm einen Spieler, der uns etwas Neues gibt. Wenn du da einen Spieler hast, der schnell, dynamisch, explosiv und zweikampfstark ist, aber auch am Ball viele gute Sachen macht“, sagte er. Von dem französischen U-Nationalspieler, 19 Jahre erst alt, erhofft er sich mutige Dribblings, um Raumgewinne zu schaffen. Auch im Passspiel könnte er weiterhelfen mit seinen Ideen. Dann allerdings bremste Kovac den Enthusiasmus vorsichtshalber selbst wieder ein.

„Wir erhoffen uns viel. Aber er ist noch jung. Die Bundesliga ist wieder etwas anderes als die österreichische Bundesliga. Aber wir sind davon überzeugt, dass er uns schnell weiterhelfen kann. Er ist motiviert. Für ihn kann es gar nicht schnell genug losgehen“, so der Coach.