Die Betroffenheit war groß bei Borussia Dortmund am Sonntagnachmittag, der Klub hatte eine traurige Nachricht zu verkünden: Wolfgang Paul ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Der BVB trauert um eine seiner größten Persönlichkeiten. Der Kapitän der Europapokalsieger-Mannschaft von 1966 sei am Sonntag nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen, wie der Verein mitteilt. In einem Nachruf auf der Homepage heißt es: „Die schwarz-gelbe Welt steht still.“

Obwohl der BVB noch viele Titel gewinnen sollte, gilt die 1966er-Mannschaft noch immer als eine der größten und wichtigsten der Klubgeschichte. Und Wolfgang Paul, der „Stopper“, war ihr Anführer als knallharter, aber stets fairer Abwehrspieler. Und als Kapitän, der nach dem Triumph über den FC Liverpool in Glasgow die Trophäe überreicht bekam – und damit als erster deutscher Fußballer einen Europapokal in die Höhe stemmen durfte.

Die Mannschaft war eine der größten der Klubgeschichte, aber ihr Anführer trat nie so auf, als hielte er sich für einen der Größten. Stets freundlich, stets zurückhaltend, stets ein exzellenter Repräsentant seiner Borussia, der er stets die Treue hielt – auch nach dem frühen Karriereende mit 30 Jahren wegen einer schweren Muskelverletzung.

Wolfgang Paul: Für immer Ehrenspielführer

„Diese Nachricht macht uns unendlich traurig. Wolfgang war bescheiden, bodenständig. Eine treue Seele. Eine ehrliche Haut. Ein ganz feiner Mensch. Eine BVB-Ikone. Wolfgang war mehr als ein Freund. Ich werde ihn sehr vermissen“, betonte BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke und fügte hinzu: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, insbesondere bei seiner lieben Frau Almuth, die immer an seiner Seite war.“

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Wolfgang Paul, geboren in Olsberg im Sauerland, war als Familienmensch mit großem Herz und Persönlichkeit in Dortmund allseits geschätzt. Bekannt als „Stopper“, prägte er als Verteidiger über viele Jahre die Mannschaft und schrieb Geschichte als erster Ehrenspielführer des Vereins – eine Würdigung, die ihm auf der Mitgliederversammlung im November 2024 verliehen wurde. 1961 vom VfL Schwerte gekommen, trug der 1,86 Meter große Abwehrspieler bis 1970 insgesamt 240-mal das schwarz-gelbe Trikot.

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Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung, äußerte sich ebenfalls sehr betroffen: „Wolfgang Paul verkörperte Borussia Dortmund wie kaum ein anderer. Eine echte Legende und ein außergewöhnlicher Mensch, den wir alle in unser Herz geschlossen haben und entsprechend vermissen werden.“

Auch nach seiner aktiven Zeit blieb Paul dem Verein eng verbunden. Als langjähriger Vorsitzender des BVB-Ältestenrates setzte er sich für den Klub ein. Seine Verdienste machten ihn zu einer schwarz-gelben Legende – im Verein wie in den Herzen der Fans.

Wolfgang Paul (M.) vor zwei Jahren auf der Jahreshauptversammlung zwischen Reinhold Lunow und Hans-Joachim Watzke.
Wolfgang Paul (M.) vor zwei Jahren auf der Jahreshauptversammlung zwischen Reinhold Lunow und Hans-Joachim Watzke.© Bernd Thissen/dpa | Bernd Thissen

Der BVB erklärt: „Durch sein sympathisches und faires Auftreten auf dem Platz und außerhalb des Spielfeldes war er ein großes Vorbild für mehr als eine Generation. Er lebte das Motto: ‚Einmal Borusse – immer Borusse!‘“

Wolfgang Paul hinterlässt neben seiner Frau Almuth die beiden Töchter Andel und Carde sowie die Enkel Ruby, Phil, Eike und Jasper.