Ihren Herzensverein als Kapitänin auf den Platz zu führen – dieser Kindheitstraum wurde für Alex Popp an diesem Samstag Wirklichkeit: Um 12.57 Uhr betrat die 35-Jährige mit der Spielführerinnen-Binde am Arm als Erste den Rasen des altehrwürdigen Dortmunder Stadions Rote Erde. Empfangen wurden sie und ihre Teamkolleginnen von lautem Applaus der 8583 Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für die große Saisoneröffnung gegen die AS Rom auf den Rängen eingefunden hatten. Dass der BVB am Ende sogar überraschend mit 1:0 gewann, dürfte den Tag für Popp nochmal unvergesslicher machen.
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Verletzungsschock überschattet starke erste BVB-Halbzeit
Anders als es in der, am Donnerstagabend mit dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (19 Uhr) beginnenden, Regionalliga-Saison der Fall sein wird, ging die Borussia als klarer Außenseiter ins Duell mit dem italienischen Doublesieger und Champions-League-Teilnehmer. Und obwohl die Roma bereits in der zweiten Minute den ersten Torschuss verzeichnete – der Ball landete genau in den Armen von Laura van der Laan – zeigte sich der BVB von den Machtverhältnissen gänzlich unbeeindruckt: Das Team von Markus Högner versteckte sich nicht, spielte mutig mit und näherte sich nach fünf Minuten selbst ein erstes Mal dem Tor der Gäste an.

Die gute Stimmung auf dem Platz und auf den Tribünen erhielt in Minute 13 dann aber einen merklichen Dämpfer. Innenverteidigerin Yasu Wöhrn war nach einer Abwehraktion im eigenen Fünfmeterraum liegengeblieben, hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht das rechte Knie und konnte auch nach einer längeren Behandlungspause nicht weitermachen. Unter aufmunterndem Beifall verließ die 22-Jährige, von van der Laan und Teammanagerin Luisa Bergmann getragen, wenig später den Platz. Für sie kam Vize-Kapitänin Frederike Kempe in die Partie, die in der 20. Minute sah, wie AS-Keeperin Olivie Lukasova einen satten Distanzschuss von Popp erst im Nachfassen festhielt.
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In Folge einer, bei 30 Grad tatsächlich angemessenen, Trinkpause wurden die Gäste dann wieder stärker. Erst bekam der BVB eine sechsfach-Chance im Kollektiv und mit Hilfe der Latte noch irgendwie verteidigt (28.), dann warf sich Jacqueline Meißner in höchster Not in Alayah Pilgrims flache Hereingabe und verhinderte so, dass der Ball bei einer freistehenden Römerin im Zentrum landete (32.). Schwarz-Gelb fing sich aber wieder und verzeichnete vor der Pause durch Popp (37., Kopfball, knapp rechts vorbei) und Rita Schumacher (41., Distanzschuss, drüber) noch eigene Chancen. Auf der Gegenseite ließ Martina Piemonte das mögliche Führungstor liegen (45.+3).
Schmidt bringt den BVB überraschend in Führung
Mit Wiederanpfiff wechselte Högner zweimal, brachte Jenske Steenwijk und Ronja Leubner für Meißner und Ramona Maier neu in die Partie und sah fortan ein recht ausgeglichenes Spiel – in dem seine Dortmunderinnen tatsächlich in Führung gingen: Eine Freistoß-Flanke von Schumacher aus dem linken Halbraum köpfte Lara Schmidt am langen Pfosten zum hochumjubelten 1:0 ein. Dass während des Jubels der 25-jährigen Ex-Werderanerin leichter Nieselregen einsetzte, schmälerte die Freude der BVB-Fans dabei keineswegs. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Roma nach dem Rückstand nochmal einen Gang hochschaltete und auf einen eigenen Treffer drängte.

Immer wieder wurden Fan-Gesänge angestimmt und die eine oder andere La-Ola-Welle rollte durchs Stadion. Großchancen verzeichneten die Italienerinnen, die offensiv gegen leidenschaftlich verteidigende Dortmunderinnen keine Lösungen fanden, allerdings auch nicht. Am gefährlichsten wurde es noch, als Kempe eine Hereingabe von der rechten Seite beinahe ins eigene Netz blockte (76.). Die letzten römischen Abschlüsse durch AS-Kapitänin Manuela Giugliano (82.) und die eingewechselte Alice Corelli (90.+5), die van der Laan jeweils stark entschärfte, sah Popp übrigens nur noch von der Bank aus: In der 78. Minute wurde die gebürtige Wittenerin unter lautem Applaus ausgewechselt.




