Während der Länderspielpause trifft der FC Schalke 04 eine wichtige Zukunftsentscheidung: Der Vertrag von Vorständin Christina Rühl-Hamers wird vorzeitig verlängert. Nachdem diese Redaktion bereits am Vormittag exklusiv berichtet hat, hat der Zweitligist die Verlängerung inzwischen auch offiziell verkündet. Wie bei Vorständen auf Schalke üblich wird die Vertragsdauer nicht veröffentlicht.
Bei einer Aufsichtsratssitzung am Freitag wurde die Verlängerung beschlossen. Rühl-Hamers ist schon seit 2010 auf Schalke, seit Oktober 2020 sitzt sie im Vorstand der Gelsenkirchener und verantwortet dort die Bereiche Finanzen, Personal und Recht. Zusammen mit Frank Baumann (Sport) und Matthias Tillmann bildet die 49-Jährige das Vorstandstrio bei den Königsblauen.
„Christina ist die große Konstante im Vorstand, sie hat mit Schalke 04 Höhen und Tiefen erlebt. Dieser Erfahrungsschatz und ihre unbestrittenen fachlichen Qualitäten sind für den Verein von großem Wert“, erklärt Axel Hefer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, im Zuge der Verlängerung. „Im Bereich Finanzen konnten wichtige Schritte in den vergangenen Jahren vorangetrieben werden, sodass wir mit vorsichtiger Zuversicht und Optimismus in die Zukunft schauen. Zentrale Meilensteine dafür sind die Umsetzung der Fördergenossenschaft sowie die Refinanzierung der Unternehmensanleihen.“

Schalke wird die Eigenkapital-Auflage erfüllen
Weil die Schalker seit Jahren hohe Verbindlichkeiten haben, stand Rühl-Hamers in der jüngeren Vergangenheit besonders im Fokus. Trotz der sportlichen Talfahrt der Gelsenkirchener inklusive zweier Abstiege und zuletzt zwei schwachen Saisons in der 2. Bundesliga konnte der FC Schalke 04 seine Verbindlichkeiten unter Rühl-Hamers stetig abbauen. Die Gesamtverbindlichkeiten konnten von zwischenzeitlich rund 238 Millionen Euro (30. Juni 2021) auf 150 Millionen Euro (31. Dezember 2024) gesenkt werden, die Nettoverbindlichkeiten von 148 Millionen Euro (am 31. Dezember 2020) auf zuletzt 113 Millionen Euro.
Dank Einsparungen und Transfereinnahmen (Spielerverkäufe und Weiterverkaufsbeteiligungen) steuern die Schalker auch in diesem Jahr auf das Erreichen der Eigenkapital-Auflage zu. Weil der Zweitligist zum Bilanzzeitpunkt am 31. Dezember ein negatives Eigenkapital in Höhe von knapp 100 Millionen hatte, muss Schalke bis Jahresende fünf Prozent dieses negativen Eigenkapitals (knapp fünf Millionen Euro) abbauen, um einen Punktabzug für die Saison 2026/27 abzuwenden.

Schalke steht weiterhin vor großen finanziellen Herausforderungen
Gerade der Verkauf von Taylan Bulut an Besiktas nach Istanbul (Ablöse rund sechs Millionen Euro) und der Transfer von Malick Thiaw vom AC Mailand zu Newcastle United, an dem Schalke dank Vertragsklausel rund 2,5 Millionen Euro mitverdient hat, helfen dem Klub enorm, diese finanzielle Hürde zu bewältigen.
Doch auch die kommenden Jahre sind auf Schalke mit großen finanziellen Herausforderungen verbunden. Sollte der Klub zweitklassig bleiben, müssten auch im Jahr 2026 fünf Prozent des negativen Eigenkapitals abgebaut werden. Zusätzlich werden 2026 und 2027 auch Rückzahlungen von zwei Anleihen im Gesamtwert von über 50 Millionen Euro fällig (2026: 15,9 Millionen Euro, 2027: 34,1 Millionen Euro). Trotzdem erklärt Rühl-Hamers, dass sich Schalke 04 „einem Wendepunkt mit Blick auf die Vereinsfinanzen nähert“.
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Hoffnung macht der 49-Jährigen vor allem, dass nach 25 Jahren die planmäßigen Abschreibungen der Veltins-Arena enden, was sich positiv auf die Konzernbilanz ausüben wird und dem Klub somit Luft beim Thema Eigenkapital verschaffen wird. „Zusammen mit weiteren Maßnahmen wollen wir Schalke mehr Raum für notwendige Investitionen in vielen Bereichen des Klubs ermöglichen“, kündigt sie an.









