Schon bei seiner offiziellen Vorstellung macht klar, dass Dejan Ljubicic sich für die Rückrunde bei Schalke 04 viel vorgenommen hat. „Ich werde in den letzten 15 Spielen alles geben, egal auf welcher Position, weil ich mit diesem Verein aufsteigen will“, sagte er am Donnerstagmittag nach seiner ersten öffentlichen Trainingseinheit in Gelsenkirchen. Erst am Dienstag wurde sein Transfer von Dinamo Zagreb zu den Königsblauen offiziell verkündet.

Als erster Schalker überhaupt traut sich der 28 Jahre alte Österreicher öffentlich vom Aufstieg zu sprechen. Sowohl die Verantwortlichen als auch die Profis der Königsblauen eierten bei Fragen nach dem Aufstieg in den vergangenen Wochen herum, taten alles, um Kampfansagen zu vermeiden. Anders handhabt es Dejan Ljubicic, der schon in der vergangenen Saison mit dem 1. FC Köln den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat. „Wenn ich schon einmal aufgestiegen bin, komme ich nicht hier hin und sage: Ich will nicht aufsteigen.“

Schalke-Trainer Miron Muslic reagiert auf Ljubicic-Ansage

Sein Trainer Miron Muslic reagierte wenig später auf die Aussage des Neuzugangs. Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum an diesem Samstag (13 Uhr/Sky) sagte er: „Da merkt man, dass Dejan erst seit zwei Tagen Schalke-Spieler ist. Wäre er schon seit sieben Monaten hier, wäre er vorsichtiger, was das Wording angeht.“

Trotzdem stellte der Trainer klar: „Ich nicht böse, dass er so etwas sagt.“ Sogar ein Lob für den Österreicher hatte Muslic übrig: „Ich mag ambitionierte Spieler. Ich mag Spieler, die mutig auftreten – nicht nur verbal, sondern auch auf dem Platz. So schätzen wir Dejan ein.“ Aus diesem Grund habe Schalke Ljubicic aus Zagreb verpflichtet. „Er hat die nötige Qualität – trotzdem werde ich mir Dejan morgen mal schnappen“, so Mulic mit einem Augenzwinkern.

Für Schalke verzichtet Dejan Ljubicic auf den Europapokal

Beachtlich an Ljubicics Wechsel ins Ruhrgebiet ist: Um mit Schalke 04 um die Bundesliga-Rückkehr zu spielen, verzichtet er sogar auf Europapokalspiele. Bei seinem Ex-Klub Dinamo Zagreb hatte der Mittelfeldspieler im Saisonverlauf viele Spielanteile, stand 22-mal für den kroatischen Top-Klub auf dem Rasen (zwei Tore, drei Vorlagen). In der Europa League stand Ljubicic sogar sieben Mal in der Dinamo-Startelf.

Warum er unbedingt zurück nach Deutschland wollte? Vor allem aufgrund der Spielweise, wie er berichtet. „In Kroatien habe ich mich schwergetan, obwohl ich regelmäßig gespielt habe“, sagte Ljubicic. „Der Fußball hat nicht zu mir gepasst, er war mir zu langsam, deshalb wollte ich zurück nach Deutschland.“ Als Schalke 04 angefragt hatte, bekam der Ex-Kölner dann „richtig Bock“, wie er erklärte.

Schalke-Neuzugang Dejan Ljubicic träumt von der WM

Doch nicht nur den Aufstieg mit den Königsblauen hat der Ex-Kölner im Kopf. Ljubicic schielt auch schon auf die Weltmeisterschaft im Sommer, wo er dabei sein will. Neun Länderspiele für Österreich hat er bisher auf dem Konto. Sein letzter Einsatz für das ÖFB-Team liegt zwar schon zweieinhalb Jahre zurück, doch zuletzt wurde er von Teamchef Ralf Rangnick immerhin wieder auf Abruf nominiert, wie Ljubicic verraten hat.

„Die WM kommt, das ist für jeden Spieler etwas Besonderes“, sagte Ljubicic auf seine Ambitionen angesprochen. „Ich will auf jeden Fall wieder für Österreich spielen. Jetzt ergibt sich eine Chance, Leitung zu bringen und dem Teamchef etwas zu zeigen – warum sollte es nicht klappen?“