Der Fußball trägt Königsblau, Gelsenkirchen steht kopf: Der FC Schalke 04 ist wieder erstklassig! Am Nachmittag marschierten Tausende zu Fuß zur Arena, die 62.000 Zuschauer sorgten dort für einen Dezibel-Rekord nach dem anderen, und um 22.24 Uhr war es perfekt: Die Königsblauen besiegten Fortuna Düsseldorf mit 1:0 (1:0). Die große Party konnte beginnen.

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Nur ein Jahr nach der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte, nach Spott und Häme bei einer 1:2-Heimniederlage gegen Elversberg, hat Schalke den Turnaround geschafft. Dank Sportvorstand Frank Baumann, dem in elf Monaten auf Schalke fast kein Fehler unterlief. Dank Trainer Miron Muslic, der von Tag eins an mit Spielern, Fans und Umfeld harmonierte. Dank einer Mannschaft, die zusammenhielt. Und dank Fans, die viele, viele denkwürdige Tage erlebten.

Schalke-Fans stimmen sich bei Fanmarsch ein

Am Samstag strömten sie schon in den Mittagsstunden Richtung Arena oder Richtung Buer. Viele trafen sich dort am Marktplatz, machten sich vier Stunden vor dem Anpfiff auf den Weg zum Stadion. Von einem dicken Regenschauer ließen sie sich nicht stören.

Doch was machte all die Euphorie der vergangenen Tage mit den S04-Profis? An den Abläufen hatte Trainer Muslic nichts geändert. Die Nacht vor dem Spiel durften die Profis – wie immer – bei ihren Familien verbringen, sie trafen sich im Tageshotel. Auch den Riesenjubel, als der Bus rund anderthalb Stunden vor dem Anpfiff an der Arena eintraf, steckten die Spieler weg. Sie wollten, keine überraschende Taktik, passend zur Euphorie, den bedauernswerten Gegner überrennen. Das wirkte in den ersten Minuten noch etwas ungestüm, führte aber schnell zu einer Ecke (4.), einem Schuss von Adil Aouchiche (5./auf Mann) und einem aussichtsreichen Konter führte (Timo Becker verlor den Ball/7.). Das Tor, die erste Explosion, folgte in der 15. Minute. Soufiane El-Faouzi hatte seinem Gegenspieler – wie so oft in dieser Saison – den Ball vom Fuß geklaut, über Adil Aouchiche fand dieser den Weg zu Kapitän Kenan Karaman, der wunderschön vollendete. Natürlich Karaman, der formidable Leader dieses Aufstiegskaders, sorgte mit seinem 14. Saisontor für die Ouvertüre des Fußballabends, wer sonst? Das 1:0 sorgte für Dezibel-Rekorde im Arena-Nebel – immer wieder zündeten die Düsseldorfer Fans Pyrofackeln. Die Spieler waren am Anfang nicht mehr als ein braver Party-Gast. Aouchiche hätte in der 19. Minute beinahe erhöht, doch per Freistoß traf er den Außenpfosten.

FC Schalke 04 v Fortuna Düsseldorf - 2. Bundesliga
Pünktlich zum Aufstieg feierte Edin Dzeko sein Schalke-Comeback nach Verletzung.© Getty Images | Lars Baron

Erst nach diesem erneuten Kracher ging es für einige Minuten etwas gemächlicher zu in der Arena, es wirkte so, als müssten sich die Fans in der Arena von einem langen Feier-Tag erholen und die Spieler von einer fulminanten Anfangsphase, in der sie „All-In“ gegangen waren, so wie Miron Muslic das vorher angekündigt hatte. Bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Patrick Ittrich passierte nichts mehr, es schien, als würde ganz Schalke Luft für eine lange Nacht holen.

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Doch auch nach dem Seitenwechsel passierte erst einmal nichts – auf sich aufmerksam machten lediglich die Fortuna-Fans, die Pyrofackeln in Schalker Sitzplatzblöcke warfen. Vor vier Jahren, beim bis dahin letzten Aufstieg, hatte Schalke in einem mitreißenden Spiel mit fünf Toren, zwei Platzverweisen und etlichen Torchancen gegen St. Pauli einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg verwandelt. Und diesmal? Blieb es beim knappen Vorsprung, beim Bangen um die Party. Denn die Fortuna wurde von Minute zu Minute mutiger. Und sie hatte in der 59. Minute die ganz dicke Ausgleichschance. Shinta Appelkamp tauchte allein vor Schalke-Torwart Loris Karius auf, doch der Keeper wehrte bravourös mit dem Fuß ab. Luca Raimund schlenzte den Ball knapp am Tor vorbei (68.).

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Stimmungsexplosion auf Schalke: Tillmann berichtet im Talk von Vertrag für S04-Juwel
19:04 - Inside Schalke
 

Dzeko feiert Schalke-Comeback

Furios war das Schalker Spiel nicht, aber es steuerte auf ein furioses Finale zu. Die Düsseldorfer drängten auf den Ausgleich, wollten der Party-Crasher sein, schlug gefährliche Freistöße in den Strafraum. Schalke konterte. Muslic spürte, dass sein Team Erfahrung, Stabilität benötigt: Er verhalf Sturm-Idol Edin Dzeko nach fünf Wochen Verletzungspause zum Comeback (68.).

Es begannen bange Minuten, in denen ganz Schalke den Abpfiff herbeischrie. Bis um 22.24 Uhr ganz Gelsenkirchen erleichtert aufschrieb: Aufstieg!