Auf Anfang folgt Ende: Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Holstein Kiel von Freitag (10. April) sickerte es am Wochenende bereits immer mehr durch. Am Sonntagabend (12. April) schaffte Fortuna Düsseldorf dann Fakten: Markus Anfang wurde nach der vierten Pleite in Serie als Cheftrainer freigestellt, Alexander Ende übernimmt mit sofortiger Wirkung und soll dem abstiegsbedrohten Traditionsclub den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga sichern.

Am Montagvormittag (13. April) wurde der neue Übungsleiter dann auch ganz offiziell in der Merkur Spiel-Arena vorgestellt. Als sich die Anzeichen am Sonntag verdichteten, dass der Ex-Trainer von Preußen Münster den Posten von Markus Anfang übernehmen wird, geisterten in den Sozialen Medien und in vielen Medienberichten bereits Wortspiele herum. Wie Sportvorstand Sven Mislintat am Montag auf der Vorstellung von Alexander Ende augenzwinkernd erklärte, erfolgte der „Trainerwechsel aber nicht, um für witzige Wortspiele zu sorgen“.

Fortuna: Mislintat über Anfangs Freistellung – „bedauern diesen Schritt“

Denn der Negativlauf spitzte sich in den vergangenen Wochen immer weiter zu. Durch die vier Niederlagen in Serie ist der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz auf zwei Punkte zusammengeschmolzen. In den verbleibenden fünf Saisonspielen stehen mit den Begegnungen beim 1. FC Magdeburg am kommenden Samstag (18. April, 13 Uhr), eine Woche darauf zuhause gegen Dynamo Dresden (24. April, 18.30 Uhr) sowie am letzten Spieltag bei Greuther Fürth (17. Mai, 15.30 Uhr) noch drei überlebenswichtige Partien gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf auf dem Programm.

Nach einer intensiven und ergebnisoffenen Analyse sei Mislintat zu der Entscheidung gekommen, dass die Mannschaft „neue Impulse benötigt“, um den Gang in die Drittklassigkeit zu verhindern. Dies soll nun mit Alexander Ende gelingen, der erst Mitte März bei Preußen Münster – aktuell Tabellenschlusslicht der zweiten Liga – nach einer 0:6-Klatsche gegen Dresden entlassen worden war. Aus Sicht des Sportvorstands passe der 46-Jährige dennoch perfekt ins angeforderte Trainerprofil: „Für uns war schnell klar, dass er die beste Lösung für uns ist. Ich freue mich sehr, dass Alex die Herausforderung angenommen hat. Nicht nur für die verbleibenden fünf Spiele, sondern auch darüber hinaus“, betonte Mislintat.

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Dennoch wisse er auch, dass die „Vorstellung von Alex auch die Verabschiedung von Markus“ bedeute. „Es mag sich vielleicht komisch anhören, aber ich muss ein Riesen-Dankeschön an Markus Anfang aussprechen. Die Fortuna befand sich in einer schweren Phase, als er im Oktober übernommen hat. Und es lag nicht alles an Markus. Wir bedauern auf jeden Fall diesen Schritt, denn Markus hat alles dafür gegeben, dass wir wieder in die Erfolgsspur finden.“ Was sich vor allem zu Beginn der Rückrunden zeigte, ehe die Fortuna zuletzt vier Niederlagen kassierte. „Wir haben vor allem zu Beginn der Rückrunde eine Stabilität reinbekommen, aber der Trend der letzten vier Spiele hat sich leider umgekehrt. Deswegen mussten wir reagieren.“

Neuer Fortuna Trainer Ende: „Alles umzukrempeln wird nicht funktionieren“

Alexander Ende soll die Fortuna nun also in der 2. Liga halten. Für den neuen Cheftrainer steht jedenfalls ein erlebnis- und arbeitsreicher erster Tag bei seinem neuen Club an. Denn nach der offiziellen Vorstellung folgt das Kennenlernen mit der Mannschaft. Am Montagnachmittag steht dann die erste Trainingseinheit auf dem Programm: „Die Anfangszeit in einem neuen Club ist immer sehr aufregend. Es steht für mich in den kommenden Tagen noch viel Neues an. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, die Mannschaft persönlich kennenzulernen und mit ihr zu arbeiten“, so der 46-Jährige während seiner Vorstellung.

Wie Ende betonte, werde er seine taktischen Facetten auf jeden Fall mit einbringen. Dennoch stellt der neue Coach der launischen Diva auch klar, dass Fans und das Clubfeld weder Wunderdinge erwarten können, noch dass er im Saisonendspurt taktisch alles komplett ändern werde. „Alles umkrempeln, alles neu – das wird nicht funktionieren. Es geht darum, dass wir kleine Schritte machen.“

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Zunächst gehe es Alexander Ende darum, vor allem die Hintermannschaft wieder ins Laufen zu bringen. Angesichts von elf Gegentoren aus den vergangenen vier Spielen auch ein wichtiger Ansatz. „Die Mannschaft ist definitiv in der Lage, stabil und gut zu verteidigen, dass hat sie vor allem zu Beginn der Rückrunde gezeigt.“ Außerdem „wollen wir einen Rahmen schaffen, der es der Mannschaft erlaubt, in der Offensive schnell und dynamisch zu spielen“. Ein weiterer guter Punkt. Auch im Angriff drückt seit Saisonbeginn der Schuh, mit lediglich 27 Tore hat die Fortuna den schwächsten Angriff der gesamten zweiten Liga.

Und auch, wenn viele Fans die Kaderzusammenstellung der mittlerweile geschassten Verantwortlichen – Club-Legende und Mislintat-Vorgänger Klaus Allofs und Ex-Sportdirektor Christian Weber – zuletzt massiv kritisierten, glaubt Ende daran, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt packt. „Ich habe eine große Überzeugung in den Kader. Es steckt viel Potenzial darin. Ich glaube daran, dass wir es packen können. Ansonsten würde ich nicht hier sitzen.“

Fortuna-Sportvorstand beschäftigte sich länger mit Alexander Ende

Während der Analyse am Wochenende sei für Sven Mislintat jedenfalls schnell klar gewesen, dass der neue Trainer keine Art „Feuerwehrmann“ sein soll, der die Fortuna vor dem Abstieg rettet und dann wieder den Club verlässt. Viele Fans brachten nämlich eine Rückholaktion von Friedhelm Funkel ins Spiel, der die Fortuna 2018 und vor einem Jahr – eben als Feuerwehrmann – den 1. FC Köln in die Bundesliga führte. „Wir wollten aber jemanden, der auch nachhaltig zur Identität zum Club passt“, betont Mislintat. Alexander Endes Vertrag läuft nicht nur bis zum Saisonende, sondern bis zum 30. Juni 2028 – auch für die dritte Liga.

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Die kriselnden Düsseldorfer setzen also längerfristig auf den gebürtigen Grevenbroicher, der am Montag einräumte, „als Rheinländer“ seit der Kindheit eine „Nähe zu Fortuna“ zu haben. Sein Anforderungsprofil sei genau das, was die Mannschaft derzeit brauche, so Sportvorstand Sven Mislintat. „Das aktuelle Kaderbild passt perfekt zu ihm. Vor allem, weil er in Münster zuletzt viel über die Zentrale laufen ließ. Und im Zentrum stehen derzeit alle Spieler zur Verfügung, anders als auf den Außen.“ Und die taktische Ausrichtung, dass Ende oftmals mit einer Raute im Mittelfeld und auch gerne mal mit einer Doppelspitze im Sturm agierte, habe unter anderem für eine Verpflichtung von Alexander Ende gesprochen. „Für uns ist es ein Glücksfall, dass die Passung des Profils und die Verfügbarkeit von Alex gegeben war“, freut sich Mislintat.

Mit dem neuen Trainer habe er sich jedenfalls schon beschäftigt, als Mislintat selbst noch nicht wusste, „bei welchen Zweitligisten ich arbeiten werden“. Aufmerksam auf Ende sei er während seiner Zeit als Scout bei Borussia Dortmund geworden, als der neue Trainer damals noch an der Seitenlinie des Drittligisten SC Verl stand und den BVB, der die Partie mit einigen Spielern aus der zweiten Reihe bestritt, mit 4:0 besiegen konnte. „Bereits da habe ich mir gedacht: Alter, was ist das denn für ein Trainer. Ein interessanter Mann.“

Alexander Ende weiß jedenfalls, dass seine neue Mannschaft „in Vorleistung treten muss“, um die frustrieren Fans wieder zufrieden zu stellen und für bessere Stimmung im gesamten Clubumfeld zu sorgen. „Das Wichtigste ist dabei in erster Linie ganz klar. Wir müssen Spiele gewinnen. Ich blicke auf jeden Fall positiv auf die verbleibenden fünf Spiele.“