Fortuna Düsseldorf war in der 2. Fußball-Bundesliga vor dem Auftritt in der Schalke-Arena zehn Spiele in Folge ungeschlagen geblieben. Doch lange Zeit sah der Auftritt der Gäste in Gelsenkirchen zwar kämpferisch gut aus, war aber spielerisch eher uninspiriert. Zu viele Fehlpässe spielten den in den vergangenen Wochen immer besser in Form kommenden Knappen in die Karten. Dass nach dem 0:1-Rückstand für die Fortuna ausgerechnet Ao Tanaka für eine Art Wende sorgte, war indes kein Zufall.
Ao Tanaka hat im Training alles dafür gegeben, beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Schalke mit dabei zu sein
Die vergangenen vier Spiele - einschließlich der Pokal-Begegnung in Leverkusen - hatte Tanaka nur am TV-Gerät erleben können. „Die Blinddarm-Geschichte von Ao Tanaka war für uns sehr bitter, weil wir uns schon etwas in Leverkusen ausgerechnet haben“, hatte Daniel Thioune im Vorlauf des Schalke-Spiels erklärt. „Ob das angesichts der jüngsten Ereignisse gereicht hätte, wenn Ao dabei gewesen wäre, bezweifle ich nun im Nachgang dieses Pokal-Spiels und aufgrund der vergangenen Wochen.“ Aber es sei eine große Bühne und ein großes Spiel gewesen. Und Fortunas Trainer weiß genau, wie sehr Tanaka diese Auftritte auf großer Bühne liebt. „So hat er jetzt in einer Woche Training alles dafür getan, um auf Schalke mit dabei zu sein“, sagte Fortunas Trainer.
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Ao Tanaka hat im Training tatsächlich unglaublich gewirbelt, um zu zeigen, dass er bereit ist. Ohnehin ist er einer der fleißigsten Fortunen im Training und hat oft genug Extraschichten geschoben, als die Übungseinheiten längst zu Ende waren oder gar kein Training angesetzt war. Mit einer Art Samurai-Mütze war der Japaner unter der Woche im Training gut auszumachen. Er gab in der Trainingswoche deshalb alles, um vielleicht sogar von Beginn an auf Schalke im Team zu stehen. „Ein Auftritt in Gelsenkirchen war sein großes Ziel, denn es war ein großes Spiel“, sagte Thioune, der sich nach einer guten Stunde in der Schalke-Arena dazu entschlossen hatte, den 25-Jährigen einzuwechseln. Es stand 0:1 aus Sicht der Düsseldorfer und gerade das Mittelfeld hatte wenig dazu beitragen können, dass in den ersten 60 Minuten dieses Spiels gute Kombinationen und gefährliche Torschüsse zu sehen waren. Gute Szenen waren Mangelware.
Ao Tanaka wurde im Spiel der Fortuna zum „Gamechanger“
Das Spiel der Fortuna bekam mit ihm in der 63. Minute fortan eine neue Struktur. Tanaka war plötzlich der Chef im Spiel seiner Mannschaft. Er wirkt teilweise schon fast beleidigt, wenn er sich frei gelaufen hatte und sich anbot, und er dann den Ball nicht bekommen hatte. Mit dem Spielgerät ist der Japaner unglaublich geschickt. Er schirmt ihn ab und die Zahl der Ballverluste tendiert inzwischen gegen Null, wenn er sich im Zweikampf befindet.
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Doch etwas zeichnet ihn in dieser Saison besonders aus. „Es ist großartig, wie Ao immer dann da ist, wenn es um die zweiten Bälle nach einer Torchance geht“, sagte sein Mitspieler Vincent Vermeij. Nach einem Kopfball von Jordy de Wijs an den Innenpfosten des Schalker Tores war Ao Tanaka der erste Spieler, der die Situation erkannte und den Ball mit dem Kopf zum 1:1 über die Linie beförderte. Aber nicht nur dieses Tor veranlasste seinen Trainer dazu ein großes Lob auszusprechen und ihn als den „Gamechanger“ in dieser Begegnung zu bezeichnen.
Die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf agierte nach der Einwechslung von Ao Tanaka selbstbewusster und deutlich zielgerichteter
„Ao ist so wichtig für uns, das zeigt er in jedem Training und in jedem Spiel, in dem er dabei ist“, ergänzte Vermeij. „Wir sind uns alle bewusst darüber, über welche Qualitäten er verfügt.“ Das zeigte Tanaka auch in den restlichen 30 Minuten seines Auftritts nach der Einwechslung in Gelsenkirchen. Er nahm das Spiel seines Teams in die Hand und fortan gab es noch weitere Möglichkeiten für die Gäste, die es aber nicht schafften, ihre Angriffe komplett zu Ende zu spielen.
Bis auf die ganz hektische Schlussphase sorgte Fortunas Japaner im Team dafür, dass die Spielkontrolle und Dominanz im letzten Drittel des Spiels eher bei der Fortuna lag, weil nach seiner Einwechslung seine Mannschaft selbstbewusster und deutlich zielgerichteter agierte. Die Chance, mit der Hereinnahme Tanakas etwas im Spiel zu verändern, hatte der Trainer genutzt. Tanaka war in der Lage, das Pressing des Gegners mehrfach ins Leere laufen zu lassen.
Sieben Ligatore und vier Torvorbereitungen verdeutlichen Wert von Ao Tanakan
Sieben Ligatore und vier Torvorbereitungen verdeutlichen weiterhin den Wert des Japaners, dem bei Fortuna lange der Makel anhaftete, dass er in der Nationalmannschaft glänzt und im Vereinsteam seinen Wert nicht unter Beweis stellen kann. Das hat sich geändert, denn seine Scorer-Qualitäten wurden inzwischen deutlich, auch weil er einen sehr zielgerichteten Schuss abgeben kann. Damit konnte unter anderem das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zum 4:3 entscheiden. Es war sein zweites Tor in diesem Spiel, nachdem er bereits den 1:3-Anschlusstreffer gegen die roten Teufel kurz nach dem 0:3 erzielt hatte.
Auch der wichtige Treffer zum 1:2 im Pokalspiel auf St. Pauli war nur auf sein Nachsetzen zurückzuführen, als er die Chance erkannte, und das Abklatschen des Hamburger Torhüters am Millerntor nutzte. Seine Tore sind sehr wichtig und zeigen, dass er inzwischen ein richtiger Fortune ist, der alles für sein Team tut.
Was er noch nicht kann, sind Interviews in deutscher Sprache. Auf dem Trainingsplatz ist zwar inzwischen kein Dolmetscher mehr nötig, aber in der Mixed-Zone, wenn die Medienvertreter auf die Spieler nach dem Abpfiff lauern, macht er einen großen Bogen um die einheimischen Journalisten und wird oft genug dann von japanischen Kollegen interviewt. Denen hat er meist viel zu sagen, für die Fortuna-Fans und alle anderen lässt er seine Taten auf dem Feld sprechen.
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So ist Tanaka auch für die letzten drei wichtigen Spiele, die eine große Bühne bieten, ganz wichtig. In den richtigen und wichtigen Momenten kann er Akzente setzen. „Er gibt mir immer viel Optionen auf dem Feld“, lobt ihn sein Trainer Daniel Thioune. „Ich bin unheimlich froh, Ao wieder dabei zu haben.“
Dass Tanaka auch in der nächsten Saison noch für die Fortuna auflaufen wird, ist nach dessen sehr guten Rückrunde wohl nur ein frommer Wunsch. Immer wieder war vielleicht sogar bis zur letzten Winterpause in vielen Köpfen der Wunsch vorhanden, Tanaka abzugeben, um mit dem Erlös die Mannschaft auf wichtigen Position zu verstärken. Inzwischen sind alle Fortunen froh, dass der Japaner geblieben ist und zu den besten Spielern der Liga zählt.


