Fortuna-Nostalgie

Ex-Nationalspieler Kurt Borkenhagen wird 90 Jahre alt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Düsseldorf. Am Mittwoch feiert der ehemalige Abwehrspieler Geburtstag. In geistiger Frische sitzt er noch jeden Tag am Schreibtisch.

Kurt Borkenhagen, Fortunas ältester noch lebender Nationalspieler, wird am Mittwoch 90 Jahre alt. In geistiger Frische und jeden Tag am Schreibtisch. Er war auf dem Platz und auch danach im Beruf erfolgreich. „Auch eine Sache des Kopfes”, schmunzelt Kurt Borkenhagen. Dabei hat er den als Abwehrspieler immer richtig hingehalten.

1,76 Meter groß, früher maximal 70 kg schwer. Erstaunlich, der Veteran hat dieses Gewicht bis heute praktisch gehalten. Beruflicher Stress zwang ihn schon 1955 zum Abschied vom großen Fußball. Diplom-Ingenieur, mit 34 Jahren bereits selbständiger Unternehmer im Hochbau, Fachbereich Sanitär.

In Flingern geboren, mit zwölf durch Freunde zum DSV 04 in Lierenfeld. Fußball, Handball, Leichtathletik. Zuerst profitierte der DSV 04 von dem schnörkellosen, harten und disziplinierten Mittelläufer. Von 1946 bis 1955 dann die mit bekannten Namen ausgestattete Fortuna, ab 1948 meist als linker Verteidiger. Der Journalist Hans Körfer hatte ihn nach Flingern gelockt. Borkenhagen wurde rasch eine „Bank” in 176 Meisterschaftsspielen. Davon 147 in der berühmten Oberliga West.

Paul Janes und Kurt Borkenhagen hieß ab 1948 Fortunas Super-Verteidigung. Vor Torwart und Bruder Alfred Borkenhagen, der vom Handball kam und inzwischen verstorben ist. Ab 1950 dann vor Toni Turek, dem WM-Helden von 1954. Bei seinem Namen fasst sich Kurt Borkenhagen noch heute an die Backe: „Das einzige Mal, dass ich verletzt ins Krankenhaus musste. Tureks Faust war am Ball vorbei voll in meinem Gesicht gelandet.”

Seinen Spitznamen „La Jana” nach der berühmten Tänzerin bekam er ausgerechnet in Köln verpasst. Von Journalisten wegen seines Laufstils mit Einsatz der Hände. Zum größten sportlichen Erfolg verhalf ihm Bundestrainer Sepp Herberger am 5. Oktober 1952 durch sein Länderspiel in Paris gegen Frankreich. Was allerdings 1:3 verloren wurde, trotz Toni Turek im Tor. Damals spielte Borkenhagen gegen den großen Rymond Iopa in dessen erstem Länderspiel. Den Franzosen hat er bis heute nicht vergessen.

Mit einer Wünschelrute arbeitete der Diplom-Ingenieur viele Jahre beruflich. Wenn er Wasser im Boden oder in Mauern suchte. Aber auch am menschlichen Körper, viele Freunde stellten sich als Testpersonen zur Verfügung.

Zwei Töchter, Monika und Gabi, sowie einige der vier Enkel leben in Rufweite an der Vennhauser Allee in Eller. Und obwohl seine Nachfolger auf dem Platz momentan sehr erfolgreich sind: Als Zuschauer in der Arena müsste er von der Fortuna erst noch begeistert werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben