Am Ende seiner Karriere war Sandro Wagner sogar noch in China am Ball, ehe er im Januar 2020 seine Schuhe an den berühmten Nagel hängte. Der Stürmer blickte am Ende auf eine erfolgreiche Laufbahn mit dem ein oder anderen Umweg zurück. Dazu gehörte auch ein Engagement beim MSV Duisburg – von Juli 2008 bis Januar 2010. Diese Station wird ihn zeitlebens begleiten. Denn wie Sandro Wagner, der derzeit Trainer beim Regionalliga-Spitzenreiter SpVgg Unterhaching ist, jetzt in einem Interview mit dem Magazin „11 Freunde“ verriet, erhielt einer seiner Söhne den Vornamen Bruno – wegen des damaligen MSV-Managers Bruno Hübner.

Sandro Wagner kam zur Saison 2008/09 zum gerade aus der Bundesliga abgestiegenen MSV Duisburg. „Ein wahnsinnig geiler Typ. Bruno holte mich damals von Bayerns Amateuren nach Duisburg. Er sah etwas in mir, was mein damaliger Trainer Hermann Gerland nicht gesehen hat“, würdigt Sandro Wagner den heute 62 Jahre alten Ex-Manager – Hübner befindet sich seit dem Sommer 2021 im Ruhestand – im Interview mit „11 Freunde“.

Bruno Hübner, der zuvor beim kommenden MSV-Gegner in der 3. Liga, beim SV Wehen Wiesbaden, als Manager die Geschicke geleitet hatte, kam in der Winterpause 2007/08 zum MSV Duisburg. Der angepeilte Klassenerhalt in der Bundesliga gelang nicht, folglich bemühte sich Hübner darum, eine schlagkräftige Zweitliga-Mannschaft aufzubauen. Dazu zählte auch die Verpflichtung von Sandro Wagner, der bei Bayern München immerhin schon vier Bundesliga-Einsätze verbucht hatte, ansonsten aber zum Stammpersonal der U 23 der Bayern, die in der Regionalliga spielte, gehörte.

Abschied vom MSV Duisburg mit Kreuzbandriss

Bei den Bayern-Bubis hatte er offenbar einen schweren Stand. Im Interview mit „11 Freunde“ berichtet Sandro Wagner, dass Trainer Hermann Gerland ihn immer mit „Du Blinder“ angesprochen habe. Sandro Wagner räumt ein: „Zugegeben, ich war schlecht zu der Zeit, richtig schlecht. In 30 Spielen kam ich auf ein Tor.“ In seinem letzten Spiel für den FC Bayern II – nicht nur die Familie und Freunde, sondern auch Scouts seien anwesend gewesen – kam Wagner nicht zum Einsatz, nicht einmal als Einwechselspieler. Er habe sich, wie er im Interview erzählt, in den Augen von „Tiger“ Gerland zu langsam aufgewärmt. Gut ging es für den heute 35-Jährigen aber trotzdem aus. Wagner: „Bruno Hübner ließ mich trotzdem beobachten und dachte sich: Irgendetwas hat dieser Blinde.“

Abschied vom MSV Duisburg im Februar 2010: (von links) Manager Bruno Hübner, Sandro Wagner und Stadionsprecher Stefan Leiwen.
Abschied vom MSV Duisburg im Februar 2010: (von links) Manager Bruno Hübner, Sandro Wagner und Stadionsprecher Stefan Leiwen.© Christoph Reichwein/ imago sportfotodienst

Beim MSV erzielte Sandro Wagner in der 2. Bundesliga in 36 Spielen zwölf Tore. Im September 2009 zog er sich allerdings einen Kreuzbandriss zu. In der folgenden Winterpause wechselte der noch nicht genesene Stürmer zum SV Werder Bremen in die Bundesliga. Auch das Engagement an der Weser hatte private Folgen, wie er im Interview verriet: Hugo Almeida schenkte ihm damals ein Buch, das für ihn ein Leitfaden für sein Leben werden sollte. Deshalb hat Sandro Wagner auch einen Sohn, der Vornamen Hugo trägt.

Die SpVgg Unterhaching liegt mit Trainer Sandro Wagner mit neun Punkten Vorsprung an der Spitze der Regionalliga Bayern – als Meister müssten die Hachinger noch Aufstiegsspiele gegen den Sieger der Nordost-Gruppe bestreiten. Der Ex-Nationalspieler, der auch regelmäßig als Experte im Fernsehen tätig ist, hat allerdings schon im März seinen Abschied von der Spielvereinigung zum Saisonende erklärt. Neue Pläne lässt Sandro Wagner noch offen.