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Jessie Maduka: „Ich komme ja wieder!“

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Jessie Maduka hätte ihre Abschiedsvorstellung wohl kaum besser gestalten können, als mit dem Gala-Auftritt über 4x100-Meter. Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid kämpfte sich die Ausnahmesprinterin des ART Düsseldorf gemeinsam mit ihren Staffel-Kolleginnen Alina Kuß, Leonie Hönekopp und Ivy Atieno eindrucksvoll zu Gold (46,73 Sekunden).

Dabei schien das Rennen bis zum letzten Wechsel noch relativ offen zu sein. Erst als Maduka das Zepter übernahm, dauerte es nur wenige Sekunden, ehe die Konkurrenz lediglich noch die Hacken der Düsseldorferin bestaunen konnte. Als Schlussläuferin zündete die 18-Jährige noch einmal ihren berühmt berüchtigten Turbo und lief am Ende sogar mit rund fünf Metern Vorsprung über die Ziellinie. „Das ist ein sehr schönes Saisonende. Ich bin stolz auf mein Team“, resümierte Maduka den vorerst letzten Auftritt in der Bundesrepublik.

Schließlich erhielt das Nachwuchstalent ein Stipendium von der UCLA (University of California in Los Angeles) und wird im September das Abenteuer Amerika in Angriff nehmen.

Mit neun Jahren zum DSC 99

Unterdessen muss man die Zeit schon einige Jahre zurückdrehen, um den Moment zu erreichen, indem alles begann: Mit neun kam Jessie Maduka zum DSC 99 und erwies sich bereits damals als talentierte Mehrkämpferin. Mit 14 wechselte sie dann zu ihrem jetzigen Leichtathletik-Verein ART, bei dem sie sich auf die Sprint- und Sprungdisziplinen spezialisierte, ehe auch schon der nationale Durchbruch erfolgte. „2011 war der Anfang“, erinnert sich Maduka. „Da habe ich mit 15 das erste Mal an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Eigentlich war ich noch zu jung, habe am Ende aber drei Bronzemedaillen mitgenommen.“

Am Wochenende folgte bereits ihr vierter DM-Auftritt und ein weiterer Titel für die heimische Trophäensammlung. Dabei war es wahrlich nicht die beste Saison der Düsseldorferin, vor allem was den Einzelstart anbelangt, doch spätestens in den Staffelläufen ging die Formkurve wieder steil nach oben.

Demnach hat ihre ART-Teamkollegin Ivy Atieno auch vollkommen recht, wenn sie behauptet: „Im Team sind wir stark.“ Die diesjährigen Titel über 4x100-, 4x200- und 4x400-Meter sind dabei aussagekräftig genug.

Abstand vom Wettkampfgeschehen

Ihr Ziel von einer Medaille hat Maduka jedenfalls erreicht und blickt dem anstehenden Lebenseinschnitt dementsprechend gelassen entgegen. „Ich komme ja wieder. Zudem bin ich froh, etwas Abstand von dem deutschen Wettkampfgeschehen zu bekommen. In Amerika kann ich mehr für mich laufen.“ Dass der Weg in die Staaten der richtige ist, davon ist Maduka fest überzeugt. „Dort ist der Spagat zwischen der Uni und dem Sport leichter, denn die Welt des Sports ist in den USA eine ganz andere. Für mich allein werden 55 000 Dollar Studiengebühren gezahlt, nur damit ich dort Sport mache“, erklärt Maduka sichtlich beeindruckt.

Die Summe zeigt, welchen Stellenwert die 18-Jährige bereits international besitzt. Bevor es für die Düsseldorferin allerdings in die sagenumwobene „Stadt der Engel“ (L.A.) geht, legt sie gemeinsam mit ihrer Mutter noch einen Zwischenstopp in Oslo ein. Für Maduka ist dies der erste Urlaub seit Jahren.

Ein Wiedersehen in Deutschland steht derweil auch schon in Aussicht. Im nächsten Sommer plant Maduka bei den Deutschen Meisterschaften ihren erhofften Leistungsanstieg zu präsentieren.

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