Diese Woche mal ein bisschen anders: Zum Start in den Rückblick gibt’s eine Übersicht über die kuriosesten Ergebnisse am Duisburger Sportwochenende vor 40 Jahren. Da war zum Beispiel ein komplett gnadenloses 15:0, mit dem Fußball-Verbandsligist Hamborn 07 den nur zwei Klassen tiefer antretenden Bezirksligisten Viktoria Beeck in der ersten Runde des Bezirkspokals – den gab es damals noch – abfertigte. Neun Tore gingen allein auf das Konto von Ernst Schneider.

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Mit drei Treffern begnügte sich derweil Martina Voss beim 8:0-Sieg des KBC Duisburg in der Frauen-Verbandsliga – gegen die eigene zweite Mannschaft, die wegen Personalmangels nur zu acht antreten konnte, sich aber dem Vernehmen nach tapfer schlug. Zweieinhalb Wochen zuvor hatte die 16-Jährige (eingestandenerweise unbemerkt von der damaligen Sportredaktion, ein Artikel findet sich dazu nämlich nicht) ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben: Beim 1:0-Sieg gegen Finnland in Lüdenscheid wurde das Kaßlerfelder Talent für Anne Kreuzberg eingewechselt.

Und dann war da noch die 2:9 (0:4)-Niederlage von Hamborn 07 gegen den TVD Velbert. Nicht im Fußball, sondern in der Handball-Oberliga der Frauen. 19 Pfosten- und Lattentreffer beklagten die Löwinnen nachher sowie zwei verworfene Siebenmeter.

MSV Duisburg ohne Zweitliga-Format

Ähnlich trostlos liest sich die Schilderung dessen, was Duisburgs eigentliches sportliches Aushängeschild produzierte. Mit 0:3 (0:1) verloren die Zweitliga-Kicker des MSV bei Blau-Weiß 90 Berlin – vor schwer fassbaren 1261 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Riesenschüssel Olympiastadion. „Wir haben derzeit kein Zweitligaformat, unser letzter Tabellenplatz ist berechtigt“, sagte der in der Vorsaison noch gefeierte Trainer Luis Zacarias, der nun nur noch ratlos wirkte.

Das traf auch auf den Vorstand zu. „Was soll ein Trainerwechsel denn bessern? Eine Ablösung von Zacarias hat bis heute nicht zur Debatte gestanden“, meinte Vizepräsident Karl Preißler nach der Klatsche in der geteilten Stadt. Die Gastgeber, die es vor dem Anpfiff wie der MSV erst auf fünf Punkte aus zehn Spielen gebracht hatten, begaben sich schon nach zwölf Minuten durch Jürgen Kirschbaum auf die Siegerstraße. Zwei Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Jörg Gaedke auf 2:0, ehe Leo Bunk unmittelbar vor dem Abpfiff den Schlusspunkt setzte.

MSV-Trainer Zacarias saß fest im Stuhl

Vereinschef Gerhard Raab erklärte, dass man „bisher im Präsidium die sportliche Entwicklung bis nach dem Spiel gegen St. Pauli abwarten wolle“, das am folgenden Spieltag anstand. Das ginge nun aber nicht mehr, ergänzte er vielsagend. Am Montagabend setzten sich dann Klubführung und Trainer zusammen – mit einem vielleicht etwas überraschenden Ergebnis. Luis Zacarias verkündete: „Mein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 1985. Und diesen Kontrakt werde ich erfüllen.“ Wir können es vorwegnehmen: Das ist exakt so passiert.

MSV: Macherey – Kaul – Struckmann, Schacht, Hammerschlag – Lay, Notthoff, Voßnacke, Pesic (46. Schlipper) – Krncevic (57. Kettler), Abramczik.