Weswegen Günter Netzer wohl ins Wedaustadion gekommen war? Wer ihn das in der Halbzeitpause fragen wollte, war zu spät dran. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler, inzwischen erfolgreicher Manager des Hamburger SV, war schon nach 40 Minuten wieder aufgebrochen. Offenbar ausreichend, um zu erkennen, dass im Zweitliga-Kick zwischen dem MSV Duisburg und dem SSV Ulm 1846 für ihn personell nichts zu holen war. Das könnte Pech für Pascal Notthoff gewesen sein, denn das 21-jährige Eigengewächs avancierte nach dem Wechsel mit drei Toren zum Mann des Tages für das gastgebende Kellerkind beim 5:0 (0:0)-Sieg.
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Endlich der ersehnte Befreiungsschlag – das deutete zumindest das Endergebnis an. Es täuschte freilich darüber hinweg, dass mindestens die Leistung im ersten Durchgang die MSV-Fans unter den gerade einmal 3831 zahlenden Zuschauerinnen und Zuschauern einmal mehr enttäuscht zurückließ. Daher lautete das Fazit von Trainer Luis Zacarias dann auch vielsagend: „Ich habe meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit so gesehen, wie wir sie uns wünschen.“
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Genau genommen war das Duell zwischen dem bisherigen Tabellenvorletzten und den nicht weit von der Abstiegszone entfernten Württembergern bis in die Schlussphase hinein eine völlig offene Angelegenheit. Der MSV hatte zumindest die richtige Richtung eingeschlagen, als Pascal Notthoff in der 55. Minute das 1:0 gelang. Den entscheidenden Impuls setzte Luis Zacarias aber erst eine Viertelstunde vor Schluss. Da ging der wieder einmal glücklose Australier Eddy Krncevic vom Platz, der diesmal nicht im Angriff, sondern im Mittelfeld agierte. Das bewahrte ihn aber nicht vor Unflätigkeiten des Publikums, das vehement eine frühere Herausnahme forderte. Offenbar musste er aber länger mitwirken, da – wie es damals hieß – „Spielerkäufer“ anderer Klubs auf der Tribüne saßen.
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Mit Krncevic ging Mike Voßnacke hinunter, dafür kamen Pascal Notthoffs jüngerer Bruder Patrick in seinem dritten Profieinsatz und der in den Wochen zuvor enttäuschende Günter Schlipper. Nun aber drehte der Mittelfeldwirbler auf und bereitete nacheinander die zwei weiteren Notthoff-Treffer (81., 84.) und das 3:0 durch Volker Abramczik (82.) vor. Der „kleine Abi“ setzte dann in der 90. Minute auch den Schlusspunkt.
MSV: Macherey – Kaul – Dubski, Steininger, Schacht – Lay, Voßnacke (75. Schlipper), Krncevic (75. Patrick Notthoff) – Pascal Notthoff, Struckmann, Abramczik.



