Draußen vor der Halle in Larnaka schnappte sich das Team rund um Jugend-Bundestrainer Rado Mollenhauer die verdutzte Leni Chilla und warf sie jubelnd in Luft. Die zwölfjährige Duisburgerin wusste nicht so ganz, wie ihr geschah, strahlte aber mit der Sonne auf Zypern um die Wette. Immerhin hatte sie bei ihrer ersten Teilnahme an einer Jiu-Jitsu-Europameisterschaft in der Disziplin „BJJ“, in lang heißt das Brazilian Jiu-Jitsu, gleich einmal die Bronzemedaille gewonnen. Bei der U-16-EM wohlgemerkt.

Leni ist unfassbar stolz.

Marc Chilla, über seine zwölfjährige Tochter, die EM-Bronze gewonnen hat.

„Leni ist unfassbar stolz“, berichtet ihr Vater Marc Chilla. Vier Kämpfe musste sie an nur einem Tag bestreiten, dreimal hatte die junge Debütantin gegen durchweg ältere Gegnerinnen die Oberhand behalten, musste sich nur im Halbfinale geschlagen geben. Zweimal machte es die Meidericherin sogar deutlich: Sowohl Mara Carina Loga aus Rumänien als auch Apolline Lozier aus Frankreich gaben auf, sodass Leni Chilla diese Kämpfe vorzeitig gewann. Erst im Halbfinale war, zumindest was die Goldmedaille angeht, Endstation. Aber auch gegen die spätere U-16-Europameisterin in der Klasse bis 48 Kilogramm, war die Zwölfjährige bis zum Ende dran, musste sich erst nach Punkten ihrer Kontrahentin Petra Ocevcic aus Kroatien geschlagen geben. Im Duell um Bronze ging es ebenso spannend zur Sache, doch hier ging Leni Chilla gegen die Israelin Neomi Firshta als Siegerin nach Punkten von der Matte.

Das Trainerteam lässt die zwölfjährige Leni Chilla hochleben.
Das Trainerteam lässt die zwölfjährige Leni Chilla hochleben.© Lichtfang Fotografie Weimar | Christian Zink

Schon das Drumherum war eine große Erfahrung für Leni Chilla. „Zypern ist toll“, sagt Vater Marc, der seine Tochter zusammen mit Mutter Annika begleitet hat. „Man darf halt nicht vergessen, dass Leni erst zwölf ist.“ Allerdings lobte er den Deutschen Jiu-Jitsu-Verband. „Leni hätte das auch alleine geschafft. Ein Trainer war für sie abgestellt, hätte im Falle von eventueller medizinischer Versorgung Entscheidungen treffen können. Das war wirklich gut organisiert.“ Im Flieger ging es über München nach Larnaka. Dort angekommen wurde am ersten Tag der Strand besucht, „außerdem besichtigte das gesamte Team eine Burg und eine Kirche, sodass alle einen Eindruck von der Stadt bekommen haben.“ Das Turnier selbst begann am Samstag, ehe die Duisburgerin am Sonntag an der Reihe war.

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Im Anschluss an die EM gab es ein Lob vom Bundestrainer. Das nächste Ziel der Meidericherin: die Weltmeisterschaft in Thailand in diesem November. Ob sie dabei sein wird? „Das entscheidet der Trainer“, sagt Marc Chilla. Seine Tochter Leni hat jedenfalls eine sehr ordentliche Bewerbung dafür abgegeben.

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