Die eigentliche Nachricht verpackte Florian Gromann in einem Nebensatz. „Es geht um viel, wir wollen schließlich international spielen“, gab der Kapitän des Wasserball-Bundesligisten Duisburger SV 98 nach dem 12:11-Heimsieg gegen die SG Neukölln zu Protokoll. Wie bitte? Hier geht es doch um den Klassenerhalt, oder? Und der zittrige Erfolg über die Berliner war bloß der erste Schritt.
Auch interessant
Am Wochenende muss in der Hauptstadt ein zweiter Sieg her, entweder am Samstag (18 Uhr) oder notfalls am Sonntag (11.30 Uhr). Danach würden in der Serie um Platz fünf die White Sharks Hannover warten. Der Fünfte bleibt Erstligist, der Sechste und Siebte müssen in die Relegation gegen den Dritten bzw. Zweiten der Gruppe B antreten. Der DSV 98 bewegt sich also durchaus auf dünnem Eis, zumal es in dieser Saison um mehr geht als die Frage „Gruppe A oder B?“ Aufgrund der Ligareform geht es um die Zugehörigkeit zur 1. oder 2. Bundesliga.
Weitere Artikel:
An den Abstieg mag Florian Gromann keinen Gedanken verschwenden. Das liegt vor allem an der Stärkung, die sein Team im Winter erfuhr. Die aus Ludwigsburg gekommenen Andrei Covaci, Sergio Prieto Hernandez und Vukasin Stefanovic machten 98 im Abstiegskampf konkurrenzfähig. In Normalform sind die Blau-Weißen nun besser als Neukölln und nicht weit weg von den White Sharks. Aber was ist mit den Spitzenteams der leistungsschwächeren Gruppe B? Droht von denen etwa keine Gefahr? „Wir waren am letzten Wochenende zum Trainingslager in Stuttgart und haben da auch gegen Cannstatt gespielt“, erzählte Gromann: „Wir waren deutlich besser als sie, und sie stehen ja im Halbfinale der Gruppe B, könnten in der Relegation also unser Gegner sein.“
Dass sich die 98er, die ja erst im Sommer in die Gruppe A zurückgekehrt sind, Gedanken übers internationale Geschäft machen dürfen, liegt in einer Entscheidung von European Aquatics begründet. Der kontinentale Dachverband hat angekündigt, ab der kommenden Saison den Conference Cup austragen zu wollen. Dieser ist hinter der Champions League und dem Euro Cup, in dem sich zuletzt der ASC Duisburg für die Gruppenphase qualifizieren konnte, und vor dem Challenger Cup angesiedelt. „In Deutschland qualifizieren sich der Fünfte und Sechste für den Conference Cup“, erklärt Gromann: „Das haben wir uns zum Ziel gesetzt.“ Der DSV 98 ist auf dem Sprung nach Europa – wer hätte davon vor fünf Monaten zu träumen gewagt?
kök



