Hohe Siege für die einen, hohe Niederlagen für die anderen. Die so genannten „Blowout“-Ergebnisse machen der European League of Football zu schaffen. Wie viel Spaß dagegen eng umkämpfte Spiele machen, zeigte die Neuauflage des Finalspiels der vergangenen Saison. Titelverteidiger Rhein Fire revanchierte sich für die schmerzhafte Niederlage im Hinspiel, gewann in Wien mit 33:26 (14:6, 3:3, 7:17, 9:0) und brachte den Vienna Vikings damit die erste Saisonniederlage bei. Hätten die Duisburger Footballer verloren, wäre es im Kampf um die Play-offs bereits früh in der Saison eng geworden. Nun sind die Weinroten wieder mitten im Geschäft.

Dass Football – wie so manche andere Sportart – ein Fehlerspiel ist, zeigte sich auch in Österreichs Hauptstadt. Die Offensive, erstmals angeleitet durch den erst seit wenigen Tagen amtierenden neuen Offensive Coordinator Fred Armstrong, machte gute Dinge, produzierte aber auch Fehler. So bekam Quarterback Chad Jeffries zu oft zu viel Druck, heißt also: Die O-Line müssen Armstrong und Co. noch in die Spur bringen. Die Defensive wiederum machte gerade in der ersten Halbzeit einen prächtigen Job. Immer wieder versuchte es Vikings-Spielmacher Ben Holmes mit langen Pässen, auf die die Gäste aber offenbar gut vorbereitet waren. Gerade Defensive Back Jannik Seibel sorgte in dieser Phase immer wieder für schlechte Laune bei der Wiener Angriffsformation.

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Das Resultat daraus: Rhein Fire lag zur Halbzeitpause mit 17:9 vorne. Ärgerlich war nur: Dreieinhalb Minuten vor Ende des zweiten Quarters verzichteten die Gäste auf ein mögliches Field Goal, spielten einen vierten Versuch aus, der daneben ging. Doch die Duisburger holten sich den Ball zurück. Nach einem schönen langen Pass auf Harlan Kwofie verwandelte der diesmal (und zwar sehr sicher) kickende Eritros Haggi den Drei-Punkte-Versuch nur zwei Sekunden vor dem Gang in die Kabinen.

Das dritte Viertel hätte Rhein Fire beinahe Kopf und Kragen gekostet. Denn plötzlich gelang überhaupt nichts mehr. Ein Holmes-Pass auf Reece Horn brachte das 15:17; das wiederholte Wien bei der folgenden Two-Point-Conversion und glich die Partie aus. Horn fing einen weiteren Ball für sechs Punkte, sodass die Vikings plötzlich mit 24:17 (nach dem Extrapunkt) erstmals vorne lagen. Dann wurde es so richtig bitter: Eine Strafe nach einem Kick-Return sorgte dafür, dass Fire an der eigenen 10-Yard-Linie starten musste. Aus dieser Position konnten sich die Gäste nicht nur nicht befreien, sie kassierten gar einen Quarterback-Sack in der eigenen Endzone, was Wien per Safety zwei weitere Punkte brachte. 17:26 hinten – das wird doch nichts mehr!

Alles zu Rhein Fire:

Weit gefehlt! Denn plötzlich machte Wien einen Fehler nach dem anderen – und die Mannschaft von Headcoach Richard Kent war zur Stelle, um das zu bestrafen. Ein Punt der Hausherren ging völlig daneben, Wien verlor den Ball, den sich Darrius Nash schnappte und aus kurzer Distanz in die Endzone lief (23:26); den folgenden Extrapunkt verwandelte Haggi zum 24:26-Anschluss. Dann gab es ein kleines Déjà-vu: Wieder langer Pass auf Kwofie, wieder Field Goal durch Haggi. Plötzlich lag Fire mit 27:26 wieder vorne. Fünf Minuten vor dem Ende gelang den Gästen der entscheidende Spielzug: Marius Kensy schlug Wiens Quarterback Ben Holmes den Ball aus der Hand, den sich daraufhin Lino Schröter schnappte und zum 33:26 in die Endzone trug. Der folgende Zwei-Punkte-Versuch ging zwar schief, doch die Defensive, die den letzten Touchdown erzielt hatte, verteidigte dann auch den Sieg. 56 Sekunden vor dem Ende verhinderte Darrius Nash einen Touchdown-Pass der Vikings in der Endzone. Und als auch Wiens vierter Versuch in diesem Angriffszug daneben gegangen war, jubelte Rhein Fire über einen Sieg in einem turbulenten Topspiel.

Für Rhein Fire geht es am Sonntag, 29. Juni, um 13 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei Berlin Thunder weiter.

Punkte für Fire:

Touchdowns: Harlan Kwofie, Chad Jeffries, Darrius Nash, Lino Schröter.

Field Goals: Eritros Haggi (2).

Extrapunkte: Eritros Haggi (3).