Den zentralen Satz spricht Peter Griebeling gleich zu Beginn an. „Wenn wir die neue Eissporthalle nicht bauen, werden das Eishockey und der Eissport in Duisburg sterben“, erklärt der sportpolitische Sprecher der Duisburger CDU. „Wir brauchen die neue Eissporthalle.“ Griebeling weiß genau, dass die Zeit drängt: „Wenn die Eisanlagen erneut ausfallen, kann es das gewesen sein.“ Daher will der Ratsherr, dass es so schnell wie möglich zum tatsächlichen Baubeschluss kommt: „Schließlich haben wir den grundsätzlichen Beschluss dazu im Sportausschuss und im Stadtrat einstimmig gefasst.“
Damals wurde die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu überprüfen, ob die Planungen von Duisburg-Sport zum Neubau der Eissporthalle und eines Parkhauses umsetzbar sind. Diese Studie ging positiv aus, seither hängt das Projekt allerdings in der Stadtverwaltung fest. Der Grund ist einfach: Die Kosten fallen höher aus als ursprünglich geplant. Bei der Planung wurden rund 60 Millionen Euro veranschlagt. „Nun werden 80 Millionen Euro für die Eissporthalle und zehn Millionen für das Parkhaus fällig“, erklärt Griebeling. „Aber das Parkhaus brauchen wir in jedem Fall, das wissen wir schon seit Jahren.“ Aufgrund der gestiegenen Kosten hat der Stadtkämmerer seine Bedenken geäußert. „Das ist ja auch sein Job. Dennoch kann ich nicht verstehen, dass es nicht weitergeht. Wir müssen das Projekt weiterverfolgen“, so Griebeling.
Dennoch kann ich nicht verstehen, dass es nicht weitergeht. Wir müssen das Projekt weiterverfolgen.
Peter Griebeling, Sportpolitischer Sprecher der CDU
Verständnis hat der Sprecher im Betriebsausschuss Duisburg-Sport durchaus dafür, dass man versuchen will, entsprechende Fördermittel für den Neubau in Anspruch zu nehmen. „Das muss dann aber auch gemacht werden“, mahnt Griebeling an. „Es wäre wichtig, wenn rund 50 bis 60 Prozent über solche Fördermittel bezahlt werden, dann bliebe eine Finanzierung, die sich jährlich in einem machbaren einstelligen Millionenbereich bewegen würde.“
Großer zeitlicher Druck
Zeitlich pressiert‘s jedenfalls. „Bereits jetzt ist es so, dass jedes Ersatzteil, das wir für die alte Technik brauchen, einzeln zu hohen Preisen angefertigt werden muss, weil die Anlage nun einmal über 50 Jahre alt ist.“ Dazu kommt, dass der Deutsche Eishockey-Bund in spätestens drei Jahren den Einbau einer so genannten Flexbande zur Pflicht machen wird. Diese erst in die alte, dann in eine neue Eissporthalle einzubauen, wäre unsinnig. „Das wären doppelte Kosten“, so Griebeling. Die bestehende Eissporthalle zu ertüchtigen, sieht der Sportfachmann zudem als unmöglich an: „Man bringt kein altes Pferd mehr auf die Rennbahn.“ Das Problem ist, dass nicht nur die Technik erneuert werden müsste. „Die Außenstruktur der Eissporthalle haben wir uns noch gar nicht angeschaut. Wir können da nicht einfach irgendetwas dranbauen, ohne dass ein Statiker das in Augenschein nimmt.“ Hieße: Auch eine Sanierung der bestehenden Halle würde Kosten im sehr hohen zweistelligen Millionenbereich verursachen – das war ohnehin ursprünglich der Grund, warum Duisburg-Sport den Neubau auf den Weg gebracht hatte.

Griebeling befürchtet, dass einige Menschen nicht verstehen, „welche gesellschaftliche Bedeutung der Sport als solcher hat“. Heutzutage ist der Sport beispielsweise immer wichtiger in der Frage, wie Kinder im Umgang in und mit Gemeinschaften erzogen werden. „Außerdem prägt der Sport ganze Leben.“ Die neue Eissporthalle ist zudem nicht nur für die Oberliga-Mannschaft der Füchse Duisburg wichtig, „mal abgesehen davon, dass ich dort gerne den einen oder anderen Aufstieg erleben möchte. Eine neue Halle mit zwei großen Eisbahnen ermöglicht es dem EVD, in der Nachwuchsarbeit mit hunderten Kindern und Jugendlichen ganz neue Wege zu gehen, im Sterneprogramm des DEB nach vorne zu kommen, was Zuschusszahlungen durch den Verband ermöglichen würde. Dazu betreiben wir Schulsport in der Eissporthalle, es gibt öffentliche Laufzeiten, es gibt den Eiskunstlauf und es gibt Hobbyvereine, die spät abends dort Sport treiben. Die neue Technik wäre umweltfreundlicher und mit deutlich weniger Energiekosten verbunden. Und es wäre eine Multifunktionshalle, sodass beispielsweise auch Handball-Länderspiele in Duisburg denkbar wären.“
Griebeling betont, dass er Sport und Kultur nicht gegeneinander ausspielen will: „Auch die Kultur ist ungemein wichtig. Aber wir nehmen deutlich mehr Geld in die Hand, wenn es um die Sanierung des Theaters geht, das deutlich weniger Menschen besuchen als die Eissporthalle. Es geht darum, dass wir gerecht miteinander umgehen.“ Außerdem, so Griebeling, „braucht der Verein auch Sicherheit, die wir ihm geben müssen.“ Daher hofft der Sportpolitiker darauf, dass die Frage der Zuschüsse zeitnah geklärt wird, der Kämmerer seine Zustimmung gibt und der Rat den finalen Baubeschluss fassen kann. Die bislang über das gesamte Spektrum verteilte überparteiliche Zustimmung zu diesem Thema sieht Griebeling nach wie vor als gegeben an.



