Die Füchse wahren ihrem Heimnimbus auch im 129. Ruhrderby! Der Eishockey-Oberligist EV Duisburg besiegten den Herner EV vor über 1700 Zuschauern mit 3:2 (0:0, 1:1, 2:1) und feierte damit den sechsten Heimsieg in Folge. Der Erfolg war verdient, doch die Gysenberger machten den Hausherren das Leben merklich schwer und lieferten nach der 1:12-Abfuhr fünf Tage zuvor in Tilburg eine kämpferisch starke Leistung.
„Nach einer Niederlage ist man immer etwas niedergeschlagen. Aber nach einem desolaten Wochenende sind wir nun gut gestartet und haben ein gutes Derby gespielt“, sagte Hernes Trainer Dirk Schmitz. „Es ist zwar schön, vier Reihen zu haben. Aber die müssen sich auch erst einmal einspielen.“ Der Duisburger Coach Frank Petrozza war freilich besser gelaunt. „Derbysiege sind immer schön! Ich sage immer, dass wir die vollen 60 Minuten brauchen. Das war auch heute der Fall. Im zweiten Drittel hatten wir sicherlich einige Chancen – da hätten wir einige Tore machen können oder müssen. Beim 3:1 hat endlich auch unser Powerplay funktioniert.“
Im zweiten Drittel hatten wir sicherlich einige Chancen – da hätten wir einige Tore machen können oder müssen.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Bei den Füchsen kamen wie angekündigt fünf Förderlizenzspieler zum Team. Neben den bereits verkündeten Bence Farkas, Tobin Brandt, Max Ziergiebel und Dominik Klein kam auch Daniel Assavolyuk zum Einsatz. Von Beginn an übernahmen zwar die Hausherren das Kommando, doch die Gysenberger hielten mit viel Kampf dagegen und waren sichtlich darum bemüht, die hohe Niederlage in Tilburg vergessen zu machen. Bereits nach sechs Minuten gab es den ersten Aufreger: Nach einem durch die Schiedsrichter als fair bewerteten Check blieb Lennart Schmitz liegen und musste vom Eis geführt werden. „Ich habe die Situation nicht richtig gesehen, weil das zu nah an der Bande war“, sagte sein Vater und Trainer Dirk Schmitz. „Ich habe noch nichts aus dem Krankenhaus gehört, wie es ihm geht.“ Die Duisburger hatten im Anschluss zwar deutlich mehr Puckbesitz, machten aber viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Das hätte Hernes Thomas Munichiello drei Sekunden vor der ersten Pause bestrafen können, scheiterte aber an Füchse-Goalie Leon Willerscheid.
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Im zweiten Abschnitt spielten die Hausherren mit deutlich mehr Zug zum Tor – und brauchten knapp zweieinhalb Minuten für den Führungstreffer. Michael Fomin schnappte sich die Scheibe auf der rechten Seite und zirkelte sie genau in den kurzen Winkel. Etwas mehr als eine Minute später schallte erneut die Duisburger Torsirene durch die Eissporthalle, doch der Schuss von EVD-Kapitän Nicklas Mannes knallte an den Pfosten. „Ich habe nur ein ‚Ding‘ gehört“, sagte Frank Petrozza über die Szene. „Wir hatten mehrere Pfosten- und Lattentreffer.“ Die Füchse dominierten in dieser Phase das Spiel, Herne kam nur zu Entlastungsangriffen durch Brad Snetsinger (29.) und Sofiene Bräuner (30.). Die Füchse ließen in der Folge zwei Powerplays ungenutzt. So erzielte Nicholas Ford den Ausgleich, als er schneller als alle anderen reagierte (36.).
Doch Verteidiger Erek Virch brachte die Füchse schließlich auf die Siegerstraße. Nach zwei Minuten im Schlussdrittel hämmerte er die Scheibe ins Netz (43.). Adam Kiedewicz sorgte mit seinem Powerplay-Treffer schließlich für die Vorentscheidung (52.). Allerdings machte es Ford zwei Minuten vor dem Ende noch einmal spannend, als er auf 2:3 verkürzte. Mit viel Herz brachte der EVD den letztlich verdienten Erfolg über die Ziellinie. Die Füchse spielen am Sonntag (18.30 Uhr) bei den Hammer Eisbären; der Herner EV empfängt zeitgleich die Saale Bulls Halle.
Die Statistik:
Tore: 1:0 (22:24) Fomin (Nagtzaam, Virch), 1:1 (35:04) Ford (Munichiello, Müller), 2:1 (42:06) Virch (Münzenberger, Nagtzaam), 3:1 (51:35) Kiedewicz (Mannes, Zolmanis/5-4), 3:2 (58:07) Ford (Munichiello, Hofmann).
Strafen: Duisburg 6, Herne 8.
Zuschauer: 1721.



