Wer bei den Füchsen kurz dem Trainingsstart die Idee hatte, Adam Kiedewicz zu verpflichten, hat sich nachträglich noch einen Extra-Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt verdient. Denn der DEL2-erfahrene Angreifer sorgt dafür, dass es im November, der im Eishockey schnell einmal trist werden kann, wieder ein wenig kuscheliger wurde. Der 25-Jährige beendete nicht nur die Durststrecke der Füchse nach 94 Minuten und 56 Sekunden ohne Tor in einem Heimspiel, fünf Minuten später glich er die Partie schließlich aus. Letztlich gewann der EVD mit 4:2 (0:1, 2:1, 2:0), feierte damit den dritten Sieg in Serie und sprang auf Rang vier der Oberliga Nord.
Nach dem Spiel sagte der Trainer: „Powerplay-Typen müssen Powerplay-Typen sein. Die muss ich wohl noch suchen.“ Was wie ein Zitat von Frank Petrozza klingt, war ein Satz von Rostocks Coach Lenny Soccio. Geburtstagskind Petrozza nickt mit einem Grinsen. Der Füchse-Trainer ergänzte: „Im ersten Drittel sind wir nicht gelaufen, haben immer auf unsere Mitspieler gewartet. Dass wir zu Beginn des zweiten Drittels eine 3:5-Unterzahl gekillt haben, hat uns das Momentum gegeben. Wichtig waren die Tore von ‚Kiedi‘. Im letzten Drittel spielen wir stark.“ Zu den finalen sechs Minuten sagte Petrozza: „Das pure Chaos. Wo war die Linie der Schiedsrichter?“ Wieder gab es ein Nicken, diesmal von Lenny Soccio.
Dass wir zu Beginn des zweiten Drittels eine 3:5-Unterzahl gekillt haben, hat uns das Momentum gegeben.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Zunächst aber setzte eben jene November-Tristesse ein, bevor die Eishockey-Saison mit dem Spielemarathon, den ein Dezember ebenso sicher mit sich bringt, Fahrt aufnimmt. Denn abermals suchten die Hausherren zu selten den Abschluss, machten jeden Angriff zu einer komplizierten Angelegenheit. Dass einfaches Schießen hilft, zeigte der REC in der fünften Minute, als Joey Luknowsky einfach mal abzog und der Puck erst von Füchse-Goalie Leon Willerscheid, dann vom Rostocker Ilija Fleischmann ins Duisburger Tor prallte. Kurz darauf parierte Willerscheid, der als erster Torhüter der laufenden Saison in der Oberliga Nord die 1000-Spielminuten-Barriere durchbrach, eine Rostocker Großchancen von Manuel Nix spektakulär.
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Im Mittelabschnitt überstand der EVD über eine Minute in doppelter Unterzahl, stellte sich selbst im Powerplay aber nicht so geschickt an. Hans Öhrvall bestrafte das mit einem Unterzahltor, nachdem Willerscheid seinen ursprünglichen Alleingang zunächst noch abwehren konnte. Als Rostock wieder komplett war, war dann aber endlich Adam Kiedewicz zur Stelle, der kurz vor der zweiten Pause mit seinem zweiten Treffer nicht nur ausglich, sondern das sogar in Überzahl tat. Die finalen 20 Minuten begannen die Füchse schließlich mit einer Menge Druck. Endlich wurde der Abschluss gesucht und nach gut sechs Minuten dann auch gefunden – und wie: Sandis Zolmanis behauptete die Scheibe, legte sie mittig vors Tor, wohin Egils Kalns sprintete und sie per Direktabnahme zum 3:2 in die Maschen drosch (47.). Danach wurde das Spiel immer nickeliger. Die Strafen häuften sich, nicht immer in der Verteilung, wie es sich der EVD gewünscht hätte. Das starke Unterzahlspiel zahlte sich nun aber aus, auch als der REC 26 Sekunden lang zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Kurz vor dem Ende nutzte Egils Kalns schließlich einen Rostocker Puckverlust vor dem eigenen Tor zur 4:2-Entscheidung (58.).
Bereits am Dienstag geht es für die Füchse weiter – dann geht es zum Spitzenreiter Hannover Indians an den Pferdeturm. Spielbeginn ist um 20 Uhr.
Die Statistik:
Tore: 0:1 (4:25) Fleischmann (Luknowsky), 0:2 (32:39) Öhrvall (Fleischmann/4-5), 1:2 (33:27) Kiedewicz (Kalns, Grosse), 2:2 (38:36) Kiedewicz (Zolmanis, Grosse/5-4), 3:2 (46:15) Kalns (Zolmanis, Virch), 4:2 (57:50) Kalns (Planics, Kiedewicz).
Strafen: Duisburg 22, Rostock 22.
Zuschauer: 865.



